Rosberg und Schumacher: In privaten Angelegenheiten herrscht Funkstille

Formel 1 2011

— 21.10.2011

Rosberg über "Schumi": "Da ist eine Mauer zwischen uns"

Warum Nico Rosberg mit Michael Schumacher niemals über private Dinge spricht und weshalb er sich Hoffnungen auf den baldigen Durchbruch macht

Nico Rosberg ist es gewohnt, über andere zu sprechen. Als junges Talent wurde er stets mit seinem Vater Keke Rosberg - Formel-1-Weltmeister 1982 - verglichen. Nun ist es Michael Schumacher, der in Interviews omnipräsent ist. Doch davon lässt sich der erste Pilot, der den Rekord-Weltmeister im Stallduell besiegt hat, nicht ablenken: "Das interessiert mich nicht."

Die beiden haben sich ohnehin nicht viel zu sagen, wie Rosberg im Gespräch mit 'Sport Bild' zugibt: "Wir reden nie über private Dinge, da steht eine Mauer zwischen uns. Keiner erzählt dem Anderen Details aus seinem Leben. Das muss auch nicht sein." Die Gespräche konzentrieren sich ausschließlich auf die Verbesserung des Autos. Der Mercedes-Pilot erklärt, dass er sich seinen Platz im Team erkämpft hat: "Es ist nicht so, dass die Techniker nur Michaels Argumenten folgen, wenn er mal anderer Meinung ist. Sie hören auch mir zu."

Gelingt endlich der Durchbruch?

Große Hoffnungen setzt der Deutsche in die neue technische Struktur und die beiden Neuankömmlinge Geoff Willis und Aldo Costa: "Im Moment sind wir nicht gut genug. Das wissen auch alle bei Mercedes. Deshalb rüsten wir ja auch auf, verstärken uns mit hochwertigen Technikern." Auch das Argument Gerhard Bergers, Mercedes setze nur auf "Gescheiterte", will er nicht gelten lassen: "Ich sehe ein irres Potenzial bei Mercedes."

Eines kann man Mercedes nicht vorwerfen: Dass man nicht alles probiert, um an die Spitze zu kommen. Bereits der MGP W02 ist innovativ, doch Ross Brawn setzte bei diesem Auto auf das falsche Konzept. Der kurze Radstand sorgt dafür, dass die Reifen zu stark abbauen. Ein Fehler, den man in der kommenden Saison sicher nicht mehr machen wird.

Möglicherweise gelingt aber mit dem F-Schacht-Frontflügel, der im ersten Training in Japan erstmals an der Strecke ausprobiert wurde, ein großer Wurf. Es wäre Rosberg durchaus zu wünschen, denn der Wiesbadener konnte bisher in der Formel 1 nicht wirklich zeigen, was er drauf hat, und läuft immer noch seinem ersten Grand-Prix-Sieg nach.

Kein Neid auf Vettel

Wenn es in der kommenden Saison keine Fortschritte gibt, droht er bei Mercedes zu versauern, während sein Landsmann Sebastian Vettel bereits den dritten WM-Titel ins Visier nimmt. In der Formel-Zeit war Rosberg stets eine Klasse über dem nunmehrigen Red-Bull-Piloten, doch dieser hat ihn in der Formel 1 in Erfolgen längst überholt.

"Sebastian hat in der Hinsicht ein bisschen mehr Glück gehabt als ich", weiß Rosberg. "Er saß schneller in einem siegfähigen Auto. Trotzdem muss man die Leistung erst einmal bringen. Er ist eine sensationelle Saison gefahren und hat den Erfolg auch verdient. Aber früher oder später - da bin ich überzeugt - werde ich auch eine Chance bekommen in einem guten Auto." Seinen Traum hat der 26-Jährige, der ein großer Bayern-München-Fan ist, noch nicht aufgeben: "Im Silberpfeil gewinnen - das wäre doch ein unvorstellbares Spektakel."

Fotoquelle: Mercedes GP

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