Die tödliche Unfallserie im Motorsport gibt auch Felipe Massa zu denken

Formel 1 2011

— 25.10.2011

Massa: Hätte Cockpit-Kuppel Wheldon gerettet?

Felipe Massa zeigt sich nach den tödlichen Unfällen im Motorsport tief betroffen und fordert von den Betreibern der IndyCar-Serie Konsequenzen

Felipe Massa muss man über die Gefahren des Motorsports nichts erzählen. Der Brasilianer wurde 2009 beim Qualifying in Ungarn von einer Stahlfeder am Helm getroffen und überlebte schwer verletzt. Erst 2010 konnte er seine Karriere fortsetzen. Ein Schicksal, das Dan Wheldon und Marco Simoncelli nicht vergönnt war. Kein Wunder, dass die tödlichen Unfälle Massa besonders nahe gehen. Der Ferrari-Pilot machte sich daraufhin wie viele seiner Kollegen Gedanken über die Sicherheit und fordert Konsequenzen.

"Derzeit sind alle meine Gedanken bei den Familien und Freunden von Simoncelli und Wheldon", meint ein tief betroffener Massa. Der 30-Jährige war nach dem Grand Prix von Südkorea in seine Heimat nach Sao Paulo gereist und erfuhr aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Malaysia und Brasilien mit deutlicher Verspätung am Sonntagmorgen von der Tragödie beim MotoGP-Lauf in Sepang.

Massa: Risiko schlagartig bewusst geworden

"Es sieht so aus, als würde die schlimmen Dinge immer alle auf einmal passieren", fällt Massa auf. "Ich kann es nicht glauben und habe mich in einem Schockzustand befunden." Er kannte beide Unfallopfer: "Simoncelli war so ein netter Kerl, einer der Charaktere im Motorrad-Sport und ein großartiges Talent. Ich habe schwierige Zeiten hinter mir, denn der Unfall passierte so knapp nach dem Tod von Wheldon, der ein Freund von mir war. Es ist einfach unglaublich, dass diese traurigen Ereignisse nur durch eine Woche getrennt waren."

Ereignisse, die auch bei Massa einen Denkprozess auslösten: "Natürlich wissen wir Rennfahrer immer, dass das Risiko da ist - jedes Mal, wenn man auf die Strecke geht. Wenn man Rennen fährt, dann denkt man nicht so viel über die Risiken nach und pusht immer hart, manchmal zu hart. Dennoch ist es immer noch ein fürchterlicher Schock, so etwas zu sehen. Es ruft dir in Erinnerung, dass das Risiko da ist."

Massa gesteht es sich nicht zu, Simoncellis Unfall zu beurteilen. "Das liegt daran, dass ich keine Motorrad-Erfahrung besitze." Der Brasilianer fordert aber Konsequenzen aus den tragischen Ereignissen im Oval von Las Vegas. "Hoffentlich ist die einzige positive Konsequenz, dass es als Weckruf für die IndyCars dient, das Sicherheits-Niveau zu heben, so wie Imola 1994 zu einer verbesserten Sicherheit führte."

Sicherheit: Massas Denkansatz

Massa sieht diesbezüglich einige Baustellen: "Meiner Meinung nach, muss bei den IndyCars viel getan werden, um die Sicherheit zu verbessern. Es ergibt keinen Sinn, wenn sich die Leute beschweren und andere beschuldigen, denn jetzt sind ruhige Analysen und eine Antwort der Rennorganisatoren notwendig."

Wheldon flog bei seinem Todessturz im Boliden kopfüber in den Sicherheits-Zaun. Für den Ferrari-Piloten Grund genug, seine Forderung nach Cockpit-Kuppeln, die auch die Stahlfeder in Ungarn aufgehalten hätten, zu intensivieren. "In Anbetracht der Kurse und der Anzahl an Boliden sollte man versuchen, Autos mit geschlossenen Cockpits einzusetzen - vielleicht ist es das, womit Indy beginnen sollte. Es ist aber nur eine Idee - man muss die gesamten Sicherheitsvorkehrungen zur Gänze untersuchen."

Fotoquelle: Ferrari

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