Lewis Hamilton und sein Renningenieur Andy Latham bei der Analyse

Formel 1 2011

— 25.10.2011

Latham: Wie Hamilton neue Strecken erlernt

Renningenieur Andy Latham erklärt vor der Indien-Premiere, wie schnell Lewis Hamilton neue Strecken erlernt und wie man an diese Herausforderung herangeht

Eine neue Strecke bringt stets neue Herausforderungen mit sich. Die Teams wissen kaum Bescheid, wie die Reifen funktionieren, zudem müssen sich die Piloten in kurzer Zeit auf einen neuen Kurs einstellen und ans Limit gehen. An Wochenenden wie dem kommenden in Indien ist die Zusammenarbeit zwischen dem Piloten und seinem Renningenieur daher besonders wichtig.

McLaren-Pilot Lewis Hamilton setzt diesbezüglich auf den Briten Andy Latham - der Renningenieur des Weltmeisters 2008 spricht im Interview über die Fähigkeit und die Herangehensweise seines Schützlings, neue Strecken zu erlernen, erklärt, welche Mittel man sich dafür zunutze macht und spricht über die Charakteristik des Buddh International Circuit.

Frage: "Andy, wie bereitet ihr euch auf eine Rennstrecke vor, auf der ihr vorher noch nie wart?"
Andy Latham: "Zuerst erstellen wir ein Computermodell der Strecke. Danach können wir die Höhenunterschiede, die Neigung der Kurven sowie die Ideallinie einbauen und mit einem ungefähren Gripniveau die Simulationen beginnen, um die Geschwindigkeiten in jeder Kurve auszurechnen."

"Man kann viel Simulationsarbeit ausschließlich auf dem Computer durchführen, um das grobe Abtriebsniveau und die Aero-Konfiguration, die Bremsenergie, die erforderliche Kühlung, die Reifenbelastungen und die Getriebeübersetzung herauszuarbeiten. So entsteht ein Bild, welches Setup auf welcher Strecke benötigt wird."

Frage: "Wie lange benötigen Fahrer, um einen neuen Kurs zu erlernen?"
Latham: "Ihre Fähigkeiten begeistern mich jedes Mal aufs Neue. Lewis hat die Fähigkeit, in einer Handvoll Runden jede Kurve zu lernen, in welchem Gang er sein muss, die optimale Geschwindigkeit am Scheitelpunkt. Er sieht sich vielleicht einen Vergleichs-Ausdruck an, der Geschwindigkeiten und empfohlene Gänge anzeigt, bevor er erstmals im Simulator fährt, aber er findet das ohnehin in nur einer Runde heraus."

"Die Fahrer sind unglaublich schnell - das Gleiche gilt auch für die eigentliche Strecke: Innerhalb von ein paar Runden sind sie so ziemlich in allen Punkten auf dem richtigen Tempo."

Frage: "Was hältst du vom Buddh International Circuit?"
Latham: "Es handelt sich um eine Mischung - insgesamt sieht er recht ähnlich wie Südkorea aus. Der erste Sektor besteht aus langen Geraden und harten Bremsmanövern in langsame Kurven. Die zweite Hälfte ist ein Ablauf aus mittelschnellen und schnellen Kurven, die wahrscheinlich im dritten, vierten oder fünften Gang genommen werden und ineinander übergehen. Die erste Hälfte der Runde benötigt ein Auto mit guten Bremsen und wenig Abtrieb, während es in der zweiten Hälfte weniger ums Bremsen und mehr um die Balance des Autos in den schnellen Passagen geht."

Fotoquelle: McLaren

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