Nur Sebastian Vettel war heute in Indien schneller als Lewis Hamilton

Formel 1 2011

— 29.10.2011

Pole-Position: Vettel setzt zur Eroberung Indiens an!

Sebastian Vettel hat noch immer nicht genug: Qualifying-Bestzeit vor Hamilton, Webber und Alonso - Michael Schumacher schon in Q2 ausgeschieden

Eigentlich ist seine wichtigste Aufgabe fr die letzten Saisonrennen, seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber zu Platz zwei in der Fahrer-WM zu verhelfen, aber solange Sebastian Vettel in Weltmeister-Form ist, stellt sich diese Frage gar nicht. So auch der Fall heute in Noida, wo er sich die Pole-Position fr den ersten Grand Prix von Indien sicherte.

Auf dem Buddh-International-Circuit wrde sich der 24-jhrige Deutsche liebend gerne als Premierensieger eintragen. Den Grundstein dafr legte er mit zwei zweiten Pltzen in den Freitagstrainings, Bestzeit am Samstagmorgen sowie den Pltzen zwei, eins und eins in den drei Qualifyings. Am Ende setzte er sich souvern mit drei Zehntelsekunden Vorsprung auf McLaren-Pilot Lewis Hamilton durch, der morgen wegen seiner Strafe nur in der dritten Reihe stehen wird.

Verschiedene Strategien in Q3

"Es war kein einfaches Qualifying", bilanziert Vettel. "Man hat glaube ich gerade im letzten Abschnitt gesehen, dass sich manche fr zwei gezeitete Runden entschieden haben. Wir dagegen waren uns sicher, dass es die erste sein sollte, aber der erste Sektor ist dann nicht ganz einfach auf den Punkt zu bringen. Ich denke, da habe ich vielleicht etwas Zeit liegen gelassen. Aber alles in allem war ich sehr zufrieden mit meinen Runs."

Nach dem ersten Q3-Run lagen noch vier Piloten innerhalb von einer Zehntelsekunde, unterm Strich zogen sich die Abstnde dann doch etwas auseinander. Doch Hamilton findet trotz verpasster Bestzeit und der Rckversetzung, dass es "ein guter Tag" fr ihn war, denn: "Ich htte nicht damit gerechnet, die Red Bulls zu splitten. Schade, dass ich einen Fehler gemacht habe, denn dafr zahle ich jetzt den Preis. Aber morgen kann man mit zwei DRS-Zonen leichter berholen als auf anderen Strecken."

Das wei auch Vettel, der daher alle Fragen nach einer mglichen Stallorder bei Red Bull (um Webber zu helfen) unbeantwortet lsst: "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, darber nachzudenken", weicht er aus und ergnzt: "Zuerst einmal muss es so kommen, dass wir kurz vor Schluss Erster und Zweiter sind, denn es ist ein langes Rennen. Hinter uns stehen einige, die Druck ausben werden." Nmlich neben Hamilton auch dessen Teamkollege sowie die beiden Ferraris.

Kurioser Defekt bei Massa

Felipe Massa konnte sein Potenzial allerdings nicht ganz entfalten, verunfallte auf dem Weg zu seiner vielleicht schnellsten Runde. In einer schnellen Rechtskurve brach auf dem Randstein die Radaufhngung seines Ferrari. "Normalerweise darf so etwas nicht passieren", wundert sich Timo Glock (Marussia-Virgin), der den Rest des Qualifyings nach seinem frhen Getriebeschaden in der Kommentatorenkabine von 'Sky' verbrachte.

Der Massa-Unfall machte einigen Fahrern einen Strich durch die Rechnung, unter anderem Webber, der morgen trotzdem neben Vettel in der ersten Reihe stehen wird. Neben den gelben Flaggen waren sein grtes Handicap die Reifen: "Es war schwierig, die richtige Strategie herauszufinden, denn die Reifen in einer Runde auf Temperatur zu bringen, war nicht einfach. Das hat es gerade im ersten Sektor schwierig gemacht", stimmt er Vettel zu.

Vettel rechnet mit wenigen Boxenstopps

"Es sieht so aus", wirft Vettel zum gleichen Thema ein, "dass die Reifen morgen lange halten werden, aber da hat es auch schon oft berraschungen gegeben." Insgesamt sei Noida eine "neue Strecke, fr alle schwierig, wie wir das ganze Wochenende gesehen haben. Mit dem Staub auf der Strecke gab es nur eine Ideallinie. Warst du nur knapp daneben, hat es viel Zeit gekostet, aber das Auto war fantastisch", analysiert der Red-Bull-Pilot.

Fernando Alonso (Ferrari/+0,341) wird morgen als Dritter ins Rennen gehen, Jenson Button (McLaren/+0,772) als Vierter. Letzterer hatte schon in Q1 enorme Probleme: "Ich habe einfach keinen Grip, wirklich groe Schwierigkeiten", schimpfte er da am Boxenfunk. Von den sechs Fahrern der drei favorisierten Teams war der Vizeweltmeister-Anwrter heute (neben Massa) der einzige, der sich mehr als eine halbe Sekunde Rckstand einhandelte.

Schumacher schon in Q2 out

Auf Platz sieben landete erwartungsgem Nico Rosberg (Mercedes), der sein Stallduell diesmal relativ deutlich gewann. Michael Schumacher musste nmlich schon in Q1 zittern, als er wenige Sekunden vor Schluss noch 18. war, und kam in Q2 trotz einer Last-Minute-Attacke nicht ber den zwlften Platz hinaus. Damit steht der siebenfache Weltmeister morgen in einer Startreihe mit Paul di Resta (Force India), denn Witali Petrow (Renault) wird von elf auf 16 rckversetzt.

Die Top 10 wurden von drei Fahrern abgerundet, die sich in Q3 einen gezeiteten Versuch schenkten: Adrian Sutil (Force India) sowie das Toro-Rosso-Duo Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari, das in der Box frenetisch gefeiert wurde. Sutil konnte ebenfalls lcheln, auch angesichts der Zielsetzung seines Teamchefs: "Vijay hat gesagt, dass er auf das Podium will. Ich werde alles versuchen!" Aber 'RTL'-Experte Ralf Schumacher winkt ab: "Sehr unrealistisch..."

Der Kampf um den Top-10-Einzug war wie erwartet spannend, forderte neben Schumacher mit di Resta noch ein weiteres "prominentes" Opfer - Force India ist in Indien ja so etwas wie Nationalheiligtum. Williams brachte erstaunlicherweise beide Autos in die Top 17, dafr musste Kamui Kobayashi schon in Q1 die Segel streichen. "Nicht das, was wir erwartet hatten", vermeldete das enttuschte Sauber-Team ber Twitter.

Enttuschende Sauber-Startpositionen

Denn auch Sergio Perez sicherte sich im Qualifying nur die 17. Position und muss wegen Ignorierens gelber Flaggen im Freien Training genau wie Hamilton noch um drei weitere Pltze nach hinten. Solide hingegen der Auftritt von Lokalmatador Narain Karthikeyan (HRT): 22. Platz, nur um 22 Tausendstelsekunden langsamer als Teamkollege Daniel Ricciardo, der wegen eines Getriebewechsels um fnf Positionen nach hinten rckt.

brigens genau wie Glock: "Mir brach leider schon in der ersten fliegenden Runde beim Hochschalten der fnfte Gang", seufzt der Deutsche, meint aber: "Ich denke, ich habe in den anderen Sessions gezeigt, dass wir in den 107 Prozent drin sein mssten. HRT parkte in der Qualifikation auch hin und wieder und durfte trotzdem mitfahren. Ich gehe also davon aus, dabei zu sein. Sonst geht der Flieger eben etwas eher zurck..."

Glock empfiehlt die weichen Reifen

Was die Strategie fr das Rennen angeht, sieht der Marussia-Virgin-Pilot die weichen Prime-Pirellis klar im Vorteil: "Ich wrde absolut sagen, dass der weiche der Reifen ist, mit dem man starten sollte", sagt er und ergnzt: "Der weiche Reifen ist so konstant und deutlich schneller als die hrtere Mischung. Es wird darauf hinauslaufen, dass man mit der weichen Variante losfhrt. Wahrscheinlich fhrt man zum Schluss einen ganz kurzen Stint mit den hrteren Pneus."

Wer dann die Nase vorne hat, das ist zum jetzigen Zeitpunkt vllig offen. Fr die Red-Bull-Konkurrenz wre sicher ein guter Start ratsam, weil es sonst zu einer Vettel-Soloflucht kommen knnte, aber dank zweier DRS-Zonen sollte berholen nicht das groe Problem sein. Auf jeden Fall fiebert die Formel 1 einem tollen Event entgegen, denn der Zuschauerzuspruch war heute schon grer als im Vorfeld von vielen befrchtet...

Fotoquelle: xpb.cc

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