Lewis Hamilton wirkte während der vergangenen Wochen häufig isoliert

Formel 1 2011

— 01.11.2011

Kriegt Hamilton die Kurve?

Lewis Hamilton will sich ab sofort voll und ganz auf die Formel 1 konzentrieren, hat für die Saison 2012 ein großes Ziel und erhält Rückendeckung von Bernie Ecclestone

McLaren-Pilot Lewis Hamilton macht derzeit die wohl schwierigste Phase seines Lebens durch. Der 26-Jährige fiel während der zurückliegenden Wochen und Monate wiederholt durch übermotivierte Aktionen am Lenkrad auf. Neben der Reihe von Todesfällen im internationalen Motorsport machte dem Briten auch die Trennung von Freundin Nicole Scherzinger schwer zu schaffen. Dazu kommt, dass Jenson Button im McLaren-Team mehr und mehr Oberwasser gewinnt.

All diese Dinge zusammen brachten Hamilton doch sichtlich aus der Spur, wie er offen zugibt. "Ich weiß nicht, wie man die Dinge im Leben wieder zum Guten wenden kann. Ich glaube nicht, dass es dafür ein Geheimrezept gibt", so der 26-Jährige gegenüber 'Reuters'. "Das Leben ist in meinen Augen wie ein Puzzle. Es kommt darauf an, die richtigen Teile an der richtigen Stelle zu haben."

Die Formel 1 sei laut Hamilton inzwischen ein derart hart umkämpfter Wettbewerb, in dem für anderweitige Gedanken kein Platz bleibt. "Du brauchst einen klaren Kopf und musst die Formel 1 tagtäglich atmen und leben", sagt er und offenbart seinen Plan für die nahe Zukunft: "Ich werde alle anderen Dinge, die von außen auf mich einwirken und eine Ablenkung darstellen, ausblenden. Das ist denke ich ein Anfang."

Sein nahes Umfeld nimmt Hamilton aus diesem Zusammenhang ausdrücklich heraus. "Das gilt natürlich nicht für meine Familie", versichert der Shooting-Star der Saison 2007 und Weltmeister der darauffolgenden Saison, der sich nach monatelanger Distanz erst kürzlich mit Vater Anthony versöhnt hat.

Eigene Fahrweise als größtes Gefahrenmoment

Seine Fahrweise, für die er sich während der vergangenen Monate viel Kritik anhören musste, bezeichnet Hamilton selbst als das größte Gefahrenmoment. "Ich kann mich verbessern und daran arbeite ich im Hinblick auf die kommende Saison. Zudem ist es mein großes Ziel, dem Büro der Rennkommissare fern zu bleiben", übt der McLaren-Pilot unmissverständlich Selbstkritik.

Daran, dass die Formel 1 sein Leben ist, lässt Hamilton trotz oder gerade wegen der jüngsten Todesfälle von Dan Wheldon und Marco Simoncelli keinen Zweifel: "Unterm Strich musst du das tun, das du am liebsten machst", sagt er im Hinblick auf die nie auszuschließende Gefahr im Motorsport. "Das ist das Opfer und das Risiko, das wir alle auf uns nehmen."

Vor dem Hintergrund der tragischen Unglücksfälle der vergangenen Wochen setzt sich Hamilton auch mit dem Gedanken Tod auseinander: "Keiner will in eine solche Situation kommen. Sollte ich an der Reihe sein, könnte ich mir keine bessere Art und Weise vorstellen als in einem Rennwagen von dieser Welt zu gehen. Rennfahren ist das, was ich liebe."

Den Schmerz, welchen die Angehörigen von Wheldon, Simoncelli sowie Christian Bakkerund und Martin Hines durchmachen müssen, kann Hamilton nur erahnen. "Meine Gedanken sind bei ihren Familien", so der McLaren-Pilot im Rahmen des Grand Prix von Indien im Hinblick auf die tödlichen Unfälle in Las Vegas und Sepang. "Ich mag mir nicht ausmalen, was sie im Moment durchmachen. Dasselbe gilt für die Familie von Martin Hines und die Angehörigen all der Leute, die ihr Leben gelassen haben."

Rückendeckung von Ecclestone

In seiner aktuell schwierigen Phase erfährt Hamilton Rückendeckung von Formel-Zampano Bernie Ecclestone. Der 81-Jährige ist jedenfalls überzeugt, dass sein 55 Jahre jüngerer Landsmann die Kurve kriegen wird. "Man geht im Leben durch Höhen und Tiefen. Ich glaube, er macht im Moment einfach eine schwierige Phase in seinem Leben durch", so Ecclestone gegenüber 'Autosport'.

"Wenn es gut läuft im Leben, hast du das Glück auf deiner Seite und alles geht wie von selbst", setzt der Formel-1-Zampano fort. "Läuft es hingegen nicht, kommt eines zum anderen und die ganze Situation wird umso schwieriger. Ich habe mich in Indien mit Lewis unterhalten und bin überzeugt, dass er es schaffen wird, kein Zweifel."

Der scheinbar unendlichen Geschichte der Kollisionen des McLaren-Piloten mit Ferrari-Pilot Felipe Massa will der 81-Jährge ebenfalls nicht allzu viel beimessen: "Es ist ja keine Absicht", so Ecclestones Reaktion auf den insgesamt sechsten Zwischenfall Hamilton/Massa im Verlauf der zurückliegenden Wochen. "Solche Dinge passieren. Es ist aber schon seltsam, dass sie immer wieder zwischen diesen Beiden vorkommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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