Rosberg gibt dem frühen Stopp die Schuld für den Rückfall hinter "Schumi"

Formel 1 2011

— 02.11.2011

Rosberg: "Die Formel 1 ist wie ein Schachspiel"

Nico Rosberg machte in Indien die Strategie für seine Niederlage gegen Michael Schumacher verantwortlich und gibt Einblicke in die Taktik beim Mercedes-Rennstall

Nach dem Grand Prix von Indien war Nico Rosberg sauer. Der Deutsche haderte mit der Entscheidung seines Teams, in früher als seinen Teamkollegen an die Box zu holen. Auf den harten Gummis musste er zusehen, wie Michael Schumacher vor seinem Stopp die entscheidenden Sekunden schneller fuhr und schließlich vor ihm wieder auf die Strecke zurückkehrte.

Noch vor dem Renn-Wochenende hatte sich der Wahl-Monegasse gewehrt, er sei in den Rennen auch diese Saison schneller als der Rekord-Weltmeister, auch wenn durch die von der Strategie stark beeinflussten Rennverläufe dieses Jahr teils einen anderen Eindruck entstehen ließen. Der Mercedes-Pilot weiß, dass die Taktik oft über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Wie Mercedes die Strategie bestimmt

"Manchmal gibt es bei Formel-1-Rennen lange Zeiträume, wo auf der Strecke nur wenig passiert und es keine Überhol-Manöver gibt", erklärt Rosberg gegenüber 'BigPond Sport'. In diesen Zeiten ist die Rennstrategie absolut entscheidend." Und genau diese Strategie, die in Noida gegen ihn und für Schumacher entschieden hat, "wird hauptsächlich vom Team festgelegt, denn sie haben durch Fernsehen und ihre Computer eine viel bessere Übersicht über die gesamte Situation."

Rosberg hatte in Indien laut eigenen Angaben bereits geahnt, dass der frühe Boxenstopp negative Folgen haben könnte, Schumacher argumentierte aber, dass er besser auf die Reifen aufgepasst hat als sein Teamkollege. "Nicos Reifen waren am Ende", sagte er nach dem Rennen gegenüber 'auto motor und sport'. "Er musste reinkommen. Ich hatte meine Reifen zu Beginn des Turns so gut wie möglich geschont."

Rosberg weiß: "Es ist ein bisschen wie Schach spielen. Eine Gruppe cleverer Leute in unserem Team kämpft gegen eine Gruppe cleverer Leute im anderen Team und man möchte immer einen Schritt voraus sein, um sie schlagen zu können."

Die menschliche Komponente entscheidet

Trotz vieler Computerberechnungen passieren in den Rennen immer wieder unvorhergesehene Dinge, die schnelle Reaktionen von Piloten und von der Boxenmauer erfordern. "Bei der Strategie geht es um das Verständnis für den Sprit, der im Auto ist, die Reifen und wie sie funktionieren und die Strecke", erklärt Mercedes-Chefstratege James Vowles gegenüber 'BigPond Sport'.

Klingt einfach, doch die Parameter sind ständig in Bewegung: "Die Strecke ist nie statisch, verändert sich dauernd. Beim Grip, den sie bietet, herrscht immer Dynamik - das gleiche gilt für die Performance der Reifen. Um das alles mit einzubeziehen, verwenden wir zahlreiche komplexe Simulationen oder Computersysteme, die uns während des Rennens helfen. Letztlich ist es aber eine menschliche Entscheidung - und das muss auch so sein. Es geht immer darum, psychologisch einen Vorteil gegen deine Rivalen herauszuholen."

Fotoquelle: xpb.cc

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