In Indien fuhr Sergio Perez mit viel Einsatz in die WM-Punkteränge

Formel 1 2011

— 04.11.2011

Sauber: Neue Ideen gegen Qualifying-Schwäche

Sauber hatte zuletzt große Probleme, die Reifen im Qualifying zum Arbeiten zu bringen - In Abu Dhabi soll die Schwäche mit neuen Lösungsansätzen beseitigt werden

Für Sauber ist Renault in der Konstrukteur-WM nur noch theoretisch in Reichweite. Doch die Truppe aus Hinwil hatte zuletzt Probleme und verlor im Vergleich zur direkten Konkurrenz an Boden. Derzeit belegt die Schweizer Mannschaft Rang sieben in der Konstrukteurs-Wertung. Toro Rosso rangiert seit dem Rennen in Indien punktgleich auf Position acht.

Das sechstplatzierte Team, Force India, hat zehn Zähler Vorsprung. Die Piloten Kamui Kobayashi und Sergio Perez sind damit sowohl Jäger als auch Gejagte - und weder Aufholen noch Verteidigen sind einfache Aufgaben. Denn für den Sauber C30-Ferrari wurde die Weiterentwicklung des durch Auspuffgase wirkungsvoll angeströmten Diffusors eingestellt, nachdem die umstrittene Technik im Sommer zunächst verboten worden war.

Kobayashi: Asphalttemperatur als Herausforderung

Trotz dieses seither im Konkurrenzvergleich wachsenden Nachteils wird die Mannschaft beim Großen Preis von Abu Dhabi in etwas mehr als einer Woche weiterhin alles daran setzen, sich bestmöglich in der WM zu positionieren. "In Abu Dhabi habe ich meine ersten drei WM-Punkte in der Formel 1 geholt, als ich 2009 Sechster wurde", erinnert sich Kobayashi. "Das war damals erst mein zweiter Grand Prix, und ich werde diesen Tag ganz sicher niemals vergessen."

Der Japaner findet es eine gute Idee, dass das Rennen in der Dämmerung stattfindet: "Mir gefällt es, dass das Rennen im Zwielicht zwischen Tag und Nacht ausgetragen wird. Dadurch bekommt es für die Zuschauer eine besondere Attraktivität, und für uns ist das eine zusätzliche Herausforderung. Die kommt allerdings gar nicht so sehr durch die Lichtverhältnisse, sondern durch das deutliche Absinken der Asphalttemperatur bei Sonnenuntergang. Es ist schwierig, sich dieser Veränderung anzupassen. Die Streckenführung gefällt mir. Alles in allem ist dieser Grand Prix für alle Beteiligten eine spannende Sache."

Perez freut sich auf neue Herausforderung

Auch Teamkollege Perez verbindet das Rennen auf dem Yas Marina Circuit mit positiven Momenten: "Ich verbinde sehr schöne Erinnerungen mit Abu Dhabi. Dort habe ich im vergangenen Jahr meinen ersten Formel-1-Test absolviert, was mir unheimlich viel bedeutete. Ebenfalls vor einem Jahr trat ich dort zum letzten Mal in der GP2 an und konnte das Rennen am Samstag mit einem schönen Vorsprung von über 20 Sekunden gewinnen."

"Jetzt reise ich wieder nach Abu Dhabi und habe schon fast ein ganzes Jahr Formel-1-Erfahrung, die Zeit ist unheimlich schnell vergangen. Ich mag die trockene Hitze in der Wüste und bin neugierig auf die für mich neue Erfahrung eines Rennens, das bei Tagesicht gestartet wird und in die Dunkelheit geht. Ich freue mich sehr auf den Grand Prix und bin absolut entschlossen, das Beste daraus zu machen und Punkte holen."

Key: Überhol-Manöver durch DRS?

Technikchef James Key blickt ebenfalls zurück ins Jahr 2010: "Der Große Preis von Abu Dhabi war im vergangenen Jahr aufgrund der spannenden Titelentscheidung ein denkwürdiges Rennen. Ein wichtiger Faktor war damals die Schwierigkeit, zu überholen. Das müssen wir in diesem Jahr in unsere Überlegungen einbeziehen, wenngleich sich die Situation durch das DRS verändern dürfte. Auf jeden Fall wird das Rennen auch strategisch spannend. Pirelli wird uns die weiche und die mittlere Reifenmischung zur Verfügung stellen. Das ist die gleiche Kombination, die wir auch in Suzuka hatten."

Der Brite beschreibt den Yas Marina Circuit als abwechslungsreichen Kurs: "Die Strecke in Abu Dhabi hat drei sehr charakteristische Sektoren: Der erste ist kurz und hat mittelschnelle bis schnelle Kurven. Der zweite wird geprägt durch zwei Schikanen und zwei lange Geraden, wo geringer Luftwiderstand und hohe aerodynamische Effizienz wichtig sind. Im dritten Sektor gibt es langsame bis mittelschnelle Kurven, die hohen Abtrieb erfordern."

Sauber probiert neue Ansätze aus

Der Technikchef bestätigt, dass der Bolide nicht mehr weiterentwickelt wird: "Es wird ein wichtiger Teil der Arbeit am Freitag sein, den richtigen aerodynamischen Kompromiss zu finden. Das Auto wird technisch gleich sein wie in Indien. Aber wir haben einige neue Ansätze in Bezug auf die mechanische Abstimmung. In Indien hatten wir ein schwieriges Qualifying, in dem es uns nicht gelang, die Reifen zum Arbeiten zu bringen."

"Wir gehen zwar davon aus, dass das in Abu Dhabi weniger schwierig sein wird, aber wir haben alle Details analysiert und einige neue Ideen, falls das wieder zu einem Problem werden sollte. Im Rennen in Indien hatten wir dann wieder unsere erwartete Performance, und es ist klar, dass wir diese in Abu Dhabi auch bereits im Qualifying darstellen wollen."

Fotoquelle: xpb.cc

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