Mit Red Bull unterstützt Renault das aktuell stärkste Team der Formel 1

Formel 1 2011

— 08.11.2011

Renault: "Möchten Formel 1 nicht alleine ausrüsten"

Renault-Betriebschef Carlos Tavarez im Interview: Was das Formel-1-Engagement bringt, wie sich die Indien-Premiere bereits auswirkt und wie man die Zukunft plant

Carlos Tavares, Betriebschef des Renault-Konzerns, erlebte auf dem Buddh International Circuit die Premiere des Indien-Grand Prix und den Sieg von Sebastian Vettel live mit. Im Gespräch erklärt er, warum Renault in der Königsklasse so erfolgreich ist und wie das Formel 1-Engagement auf den weltweiten Unternehmenserfolg abstrahlt.

Frage: "Herr Tavares, Red Bull hat als Partner von Renault in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft und den Fahrertitel gewonnen. Wie bewerten Sie diesen Erfolg?"
Carlos Tavares: "So ein Erfolg ist für jeden bei Red Bull und bei Renault natürlich unheimlich zufriedenstellend. Renault hat in 34 Jahren Formel 1-Engagement jetzt zum zehnten Mal die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen - das ist eine außergewöhnliche Leistung."

"Zehn Titel in 34 Jahren Motorsport auf allerhöchstem Niveau - ich glaube, deutlicher lassen sich die Expertise von Renault und unsere ausgezeichnete Arbeit nicht auf den Punkt bringen. Ich möchte allen Beteiligten meinen aufrichtigen Dank und höchsten Respekt aussprechen, denn ich weiß, wie viel Arbeit hinter diesen Leistungen steckt."

"Ich habe die Kollegen von Renault in Viry-Chatillon besucht und mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dort bedankt. Was mich neben dem versammelten Talent, dem Wissen und der Kompetenz unserer Mitarbeiter bei diesem Besuch am meisten beeindruckt hat, war ihre Bescheidenheit."

"Und ihre sachliche Art, in der sie diese großen Erfolge ermöglichen - das zeichnet meiner Ansicht nach wahre Champions aus. So gesehen steht Renault stellvertretend für das, was Renault erreichen kann."

Frage: "Gleich zu Beginn der Zusammenarbeit stellten Red Bull und Renault klar, dass dies nicht bloß eine Beziehung zwischen Kunde und Lieferant sein sollte, sondern eine echte Partnerschaft. Gehört diese Herangehensweise zur Philosophie von Renault?"
Tavarez: "Dieser Ansatz ist sehr wichtig und - ja: Er gehört zur DNA von Renault. Die Fähigkeit, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die andere Kulturen und Lösungswege haben, wird in der globalen Wirtschaft immer mehr zu einem Wettbewerbsvorteil."

"Die Teams in der Motorenabteilung in Viry haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, Bedürfnisse zu verstehen, statt einem Kunden bloß Motoren zu liefern. Sie optimieren die Triebwerke immer mit Blick darauf, dass der Partner ein möglichst wettbewerbsfähiges Gesamtpaket aus Chassis und Motor bauen kann."

"Diese Fähigkeit zur Zusammenarbeit gehört zum Geist bei Renault. Mit dieser Haltung gehen wir im Rahmen der Renault-Nissan-Allianz auch in die strategische Kooperation mit Daimler - das ist eine der Stärken unseres Unternehmens. Diese Offenheit und geistige Flexibilität ermöglicht uns, die Performance unserer Partner zu stärken."

"So arbeiten wir mit Red Bull, aber nicht nur mit ihnen. Alle unsere Partner dürfen sich auf diese Einstellung verlassen. Wir haben verstanden, dass ein Motor nicht nur Power liefert und Sprit verbraucht, sondern dass seine Architektur, seine Charakteristika, seine Integration ins Auto und vieles mehr dem Chassis-Konstrukteur die Freiheit geben kann, seine Ideen umzusetzen - das gilt vor allem für die Optimierung der aerodynamischen Effizienz."

Frage: "2012 legt Renault in der Formel 1 noch einmal zu und rüstet mit Williams ein viertes Partnerteam aus. Wie sehen die nächsten Schritte im Hinblick auf die kommende Saison aus?"
Tavarez: "Zunächst möchte ich betonen, dass praktisch jedes große Unternehmen und jede große Marke eine stolze Historie besitzt."

"Die Partnerschaft mit Williams ist für uns eine sehr emotionale Verbindung. Der Rennstall gehört heute zu den kleineren der Formel 1, und Sir Frank Williams möchte sein Team wieder ganz nach vorne bringen. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, Williams dabei zu unterstützen."

"Wir werden alles, wofür Renault steht, in diese Partnerschaft einbringen. Diesen Aspekt halte ich für sehr wichtig, und ich habe in meinen Gesprächen gespürt, dass es alle bei Renault genauso sehen. Williams hat bei uns viele Freunde. Wir sind sehr stolz, in der nächsten Saison vier Teams auszurüsten."

"Aber ich möchte zwei Dinge betonen: erstens, dass wir die Vielfalt in der Formel 1 schätzen und eine Menge daraus lernen können. Wir möchten niemals der alleinige Motorenausrüster in der Formel 1 sein, weil wir dann nie beweisen könnten, dass wir im direkten Wettbewerb die Besten sind."

"Wir freuen uns, dass es da draußen starke Gegner gibt. Wir genießen es, gegen sie zu kämpfen, zu siegen und auf diese Weise die Fähigkeiten und die technische Exzellenz unserer Ingenieure zu beweisen."

Frage: "Mit dem Grand Prix von Indien feierte auch in diesem Jahr wieder ein Land seine Premiere in der Königsklasse. Was bedeutet der Schritt auf den Subkontinent für einen Autohersteller?"
Tavarez: "Indien ist für Renault ein sehr wichtiger Markt. Wir sind überzeugt, dass der indische Markt in den nächsten zehn Jahren enorm wachsen und wahrscheinlich bald zu den drei oder vier größten Absatzmärkten der Welt zählen wird."

"Wir haben die strategische Entscheidung getroffen, in den kommenden 15 Monaten hier fünf neue Modelle einzuführen - das ist eine ziemlich schnelle Abfolge. Im Juni 2011 machte die Mittelklasse-Limousine Fluence den Anfang, dann kamen unser SUV Koleos und Ende Oktober ein weiteres Modell. Zwei weitere erscheinen 2012. Die Präsentation von fünf Modellen in 15 Monaten bedeutet einen enormen Schub für unseren Produkt- und Absatzplan."

"Gleichzeitig bauen wir gemeinsam mit unserem Allianzpartner Nissan ein großes Werk in Chennai auf, das über beachtliche Fertigungskapazitäten verfügen wird. Im Moment haben wir 14 Niederlassungen in diesem riesigen Land, was sicherlich nicht ausreicht. Bis Ende des Jahres werden es 40 Standorte sein, Ende 2012 wahrscheinlich rund 100."

"Damit haben wir eine solide Basis, um unseren Marktanteil auszubauen. Die fünf neuen Modelle und der strategische Ausbau unseres Händlernetzes stärken unsere Präsenz. Gerade Letzteres ist einer der Gründe, warum ich nach Indien gereist bin."

Frage: "Kann die Formel 1 so einen Wachstumsplan wirkungsvoll unterstützen?"
Tavarez: "Allerdings, der Grand-Prix-Sport ist ein außergewöhnlich wirksames Werkzeug. Das habe ich erst gestern wieder deutlich gespürt, als ich mich mit einigen Kunden getroffen habe. Einer unserer Händler hatte drei Käufer von Fluence und Koleos eingeladen. Ich habe mich lange mit ihnen unterhalten, um zu verstehen, warum sie sich für Renault entschieden haben."

"Wir müssen verstehen, dass diese beiden Modelle hierzulande praktisch als Luxusautos gelten und entsprechend viel kosten. Diese Kunden hatten sich für die Top-Versionen mit allen Ausstattungsoptionen entschieden, weil sich Renault so nachdrücklich in der Formel 1 engagiert."

"Natürlich kann ich auch die ganzen Marketing-Vorteile aufzählen: Markenbekanntheit, TV-Präsenz, Wahrnehmung in aufstrebenden Weltregionen. Aber letztlich sehen die Leute doch eines: Die Formel 1 stellt die technologische Spitze dar. Und wenn Renault auf diesem Top-Level Erfolg hat, sind Produkte von Renault auf jedem Level gut. Diese Verknüpfung hilft uns, die Marke in den boomenden Schwellenländern als attraktiv und begehrenswert zu positionieren."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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