Renault möchte nach zwei Rennen ohne Punkten endlich wieder zuschlagen

Formel 1 2011

— 09.11.2011

Abu Dhabi: Renault will fünften WM-Rang absichern

Bei Renault zeigt man sich vom Tempo der letzten Rennen ermutigt - Wenn man dies in Abu Dhabi in Punkte umzumünzen kann, sollte Rang fünf in trockenen Tüchern sein

Für Renault gilt es in Abu Dhabi, endlich wieder zu alter Klasse zurückzufinden. Denn in den vergangenen acht Rennen fuhr die Truppe aus Enstone nur noch sieben WM-Punkte ein - eine bittere Bilanz. Mit einem Erfolg auf dem Yas Marina Circuit hätte man auch den fünften Platz in der Konstrukteurs-WM gegen Force India abgesichert. Die Truppe liegt 21 Zähler zurück - nicht genug, um sich bereits in Sicherheit wähnen zu können.

Für die Piloten Bruno Senna und Witali Petrow bringt die Rückkehr nach Abu Dhabi positive Erinnerungen mit sich: Der Russe sorgte im Vorjahr für die große Show, als er WM-Anwärter Fernando Alonso rundenlang bis zur Zielflagge hinter sich hielt und damit die Titelpläne des Spaniers durchkreuzte.

Senna hat gute Erinnerungen an Abu Dhabi

Und auch Senna, der in den letzten zwei Saisonrennen um den Verbleib bei Renault kämpft, blickt gerne zurück: "Abu Dhabi und Brasilien waren wohl meine zwei besten Rennen vorige Saison, wo ich keine Probleme hatte. Ich kenne den Yas Marina Circuit gut; die Strecke liegt mir. Mir hat das Fahren dort echt gefallen und ich denke, sie passte gut zu mir."

"Ich habe wirklich das Gefühl, wir können ein starkes Rennwochenende haben, wenn alles zusammenpasst, auch wenn unser Auto die langsamen Kurven nicht so mag. Es wird ein langes Rennen und ich denke, einige der anderen Teams haben einen kleinen Vorteil, aber wir werden angreifen und unser Äußerstes geben, um vor unseren Gegnern zu bleiben."

Schon vor dem Indien-Wochenende hatte Senna große Erwartungen - doch dementsprechend groß war auch die Enttäuschung, als er leer ausging: "Auf der einen Seite war es ein gutes Wochenende, aber auf der anderen Seite haben wir nichts erreicht. Die Tatsache, dass wir am Freitag stark waren und ein gutes Potenzial zeigten, macht das Endergebnis noch viel unschöner."

Senna ist ernst der Lage bewusst

Es gelang dem Team einfach nicht, das gute Tempo in ein Resultat umzumünzen, wie Senna bestätigt: "Es war mehr als alles andere die Erwartung, die uns enttäuscht sein ließ. Manchmal haben wir die Pace des Autos gezeigt, deswegen war das Endergebnis dann doch eine bittere Pille. Wir hatten ein paar Probleme, die es uns nicht erlaubt haben, dort zu sein, wo wir zu sein hofften, aber das passiert im Motorsport manchmal und das wichtigste Ziel ist es nun, zu verstehen warum."

Inzwischen hält er sich mit seinen Erwartungen zurück: "Wir müssen realistisch sein, müssen aber auch viele Mühe investieren, damit wir das Maximum aus dem Wochenende holen. Was den Umgang mit den Erwartungen betrifft, so warten wir zum Glück immer auf Freitag, um zu wissen, was wir in punkto Ergebnisse erwarten können. Wir glauben, dass wir in Abu Dhabi wieder einen guten Job machen können. Es ist in der Gruppe sehr eng; wir müssen alles zu 100 Prozent richtig hinbekommen, damit wir vorne sind. Es wird in der Saison jetzt ernst, da darf man sich nicht täuschen und wir werden uns jede Mühe geben, damit wir das Team stolz machen."

Petrow von Indien enttäuscht

Teamkollege Petrow teilt Sennas Eindruck vom Rennen in Indien: "Es war sicherlich kein einfaches Wochenende für alle Beteiligten. Es ist eine neue Strecke, mit neuem Asphalt und Kurven, die sicherlich nicht gerade einfach sind. Es war schwierig, das richtige Setup zu finden, aber wir hatten ein starkes Auto. Wir brauchten eine Weile, bis wir die richtige Balance gefunden hatten, aber das ist auf einer neuen Strecke nie einfach."

"Das Auto war ziemlich gut und im Qualifying auch relativ schnell. Leider machte ich einen Fehler und kam nicht ins Q3, das war schlecht. Gemeinsam mit meiner Strafversetzung um fünf Plätze hatte ich am Sonntag viel zu tun. Wir waren schnell im Rennen, schnell genug, um in die Top-8 zu gelangen, aber das ist uns nicht gelungen. Also reisten wir enttäuscht aus Indien ab, denn wir haben keine Punkte geholt. Im nächsten Jahr werden wir viel besser vorbereitet sein, wenn wir dorthin reisen."

Russische Fans in Abu Dhabi?

Nun darf sich Petrow sogar auf ein paar Landsleute auf den Tribünen freuen: "Die Atmosphäre in Abu Dhabi ist gut. Die Strecke ist gut und es sind immer viele Zuschauer da, sogar Russen, die kommen, um das Rennen zu besuchen. Ich mag die Strecke sehr. Sie besitzt einen geschmeidigen Asphalt, das Wochenende könnte also auf einer recht schmutzigen Bahn beginnen. Wir werden sehen, wie stark das der Fall sein wird, wenn wir ankommen."

Auch ihm ist bewusst, dass der Renault diese Saison in langsamen Kurven nicht wie erhofft funktionierte, dementsprechend vorsichtig ist er mit einer Prognose: "Ich weiß natürlich nicht, ob die Strecke unserem Auto liegen wird. Erst wenn wir angekommen sind und sehen konnten, wie die Reifen funktionieren, werden wir wissen, wo wir im Vergleich zu unseren Gegnern stehen. Ich hoffe, dass wir Anzeichen von Speed zeigen, wie das bei den letzten drei Rennen zeitweise der Fall gewesen ist. Wir haben aber das Potenzial des Autos in den entscheidenden Momenten noch nicht voll ausgenutzt."

Petrow spielt Alonso-Show 2010 herunter

Petrow gibt sich dennoch zuversichtlich: "Es ist immer ein schmaler Grat zwischen einer erfolgreichen und einer weniger erfolgreichen Ausfahrt. Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass wir ein gutes Rennwochenende haben können." Ob das an seinem aufsehenerregenden Rennen in der Saison 2010 liegt? "Das war voriges Jahr, also ist es Geschichte", gibt sich der Russe realistisch. "Ja, es war ein gutes Rennen für mich, ich habe keine Fehler gemacht und bin richtig gut gefahren."

Der Renault-Pilot meint, dass es gar keine große Kunst war, Alonso zu besiegen, und führt dies auf seine fehlerlose Fahrt und das Streckenlayout zurück: "Das muss für ihn sehr hart gewesen sein, so lange hinter mir festzuhängen, aber ehrlich gesagt war es für mich nicht so schwierig, ihn hinter mir zu halten. Ich weiß, das klingt ziemlich gleichgültig."

Dieses Jahr möchte er "bei den letzten beiden Rennen noch mehr Punkte holen - das ist mein Ziel. Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Pace in schnellen Kurven besitzen. In langsamen Kurven haben wir Probleme, aber wenn wir konzentriert bleiben und in den letzten Wochen noch einmal alles geben, keine Fehler im Qualifying oder bei den Boxenstopps machen, können wir gute Resultate einfahren. Ich möchte die Saison mit einem Highlight beenden."

Boullier: Abu Dhabi extrem wichtig

Teamchef Eric Boullier sieht das Indien-Wochenende ebenfalls als verpasste Chance an: "Es war ein frustrierendes Wochenende, denn wir hatten einiges an Leistung und zeitweise war das Auto echt gut. Daher war es letztendlich nicht das Endergebnis, auf das wir gehofft oder das wir erwartet haben. Wir gingen optimistisch ins Wochenende, da wir dachten, die Strecke könnte dem Auto liegen."

"Das Frustrierendste an der ganzen Sache war, dass es Anzeichen von Leistung gab. Wir konnten das aber nicht umsetzen, als es darauf ankam und das ist die Hauptursache für unser enttäuschendes Wochenende. Wir sahen den Sonntag als echte Möglichkeit, ein paar Punkte mitzunehmen, aber es sollte nicht sein."

Für Boullier ist das kommende Rennen auf dem Yas Marina Circuit bereits bei der dritten Ausgabe ein Highlight im Kalender: "Abu Dhabi ist ein sehr, sehr populärer Event und ein echtes Renn-Spektakel. Um ein Beispiel zu nennen: Wir sind bis oben hin voll, wenn es um die Anzahl an Gästen geht, die wir haben und wenn man das Interesse betrachtet, das wir erhalten haben. Das Rennen kam 2009 in den Kalender und seitdem ist es für den jährlichen Formel-1-Zirkus extrem wichtig. Es macht den Motorsport in den Vereinigten Arabischen Emiraten groß."

Renault auf Augenhöhe mit Mercedes?

Der Teamchef findet es richtig, dass sich der Formel-1-Kalender nun nicht mehr wie in der Vergangenheit auf Europa konzentriert: "Wie ich früher schon gesagt habe, damit der Sport global wird, muss er seine Fahne in vielen verschiedenen Teilen der Welt hissen. Die Formel 1 hat das in Abu Dhabi getan und das Rennen war in den zwei Jahren, seitdem es gefahren wird, ein riesiger Erfolg. Das haben wir beim Saisonfinale voriges Jahr gesehen, bei dem unser Witali ein wichtiger Bestandteil war. Aus Sicht des Teams erwarten wir, das Rennwochenende in Abu Dhabi dazu zu nutzen, um unseren fünften Platz in der Weltmeisterschaft zu sichern und so viele Punkte zu holen wie möglich."

Boullier ist bewusst, dass dies keine leichte Aufgabe ist, denn Mittelfeld-Teams wie Force India und Toro Rosso haben im Laufe dieser Saison große Fortschritte erzielt. "Es ist aber seit ein paar Rennen deutlich, dass unsere Pace besser ist als die von diesen Mitbewerbern", stellt er sich hinter seine Truppe. "Manchmal haben wir sogar die Leistung von Mercedes erreicht. Wir wissen, wo wir in punkto Pace stehen, zwischen dem vierten und fünften Platz des Starterfeldes und wir wollen einfach nur sicherstellen, dass wir mit einigen Punkten am Ende des Rennwochenendes ankommen."

So möchte man den fünften Platz in der Konstrukteurs-WM fixieren: "Es ist jetzt unser einziges Ziel, dass wir unser Auto in die Punkte bekommen und den Leuten zeigen, dass dieses Team bereit ist, seinen Angriff auf die nächstjährige Weltmeisterschaft zu starten. Für den Moment stecken wir einfach die Köpfe zusammen und alles konzentriert sich darauf, dem Team in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Ergebnis zu liefern, auf das man stolz sein kann."

Fotoquelle: xpb.cc

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