Mark Webber glaubt, dass er nächstes Jahr noch einmal neu durchstarten kann

Formel 1 2011

— 10.11.2011

Webber wünscht sich Bridgestone zurück

Mark Webber hat nach der schwierigen Saison 2011 Sehnsucht nach Bridgestone und sieht eine Chance, Sebastian Vettel 2012 zu schlagen

2010 hatte Mark Webber bis zum letzten Rennen Chancen, Weltmeister zu werden, lag teamintern sogar über weite Strecken vor Sebastian Vettel. 2011 ist alles anders: Während der 24-jährige Champion aus Deutschland wie auf Wolke sieben schwebend von Erfolg zu Erfolg eilt, hat der 35-jährige Routinier aus Australien noch keinen einzigen Grand Prix gewonnen.

Dabei hat er das Rennfahren sicher nicht verlernt, aber in der Formel 1 haben sich über den Winter einige Rahmenbedingungen geändert. Webber räumt offen ein, dass die Pirelli-Reifen sein "größtes Problem" sind: "Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber weiterhin mit dem japanischen Zeug fahren, aber wir haben keine Wahl. Du musst das nehmen, was du bekommst, und das habe ich dieses Jahr versucht", trauert er den früher verwendeten Bridgestone-Pneus nach.

Sehnsucht nach Bridgestone

"Holen wir sie zurück", meint der Red-Bull-Pilot augenzwinkernd, denn von der neuen Pirelli-Generation, die vor allem den Hinterreifen stärken soll, verspricht er sich keine Revolution des Kräfteverhältnisses: "Ich glaube nicht, dass die Reifen viel ändern werden." Zu marginal sind die für 2012 geplanten Änderungen im Vergleich zu den signifikanten Reformen, die im vergangenen Winter einiges auf den Kopf gestellt haben.

Denn nicht nur bei Red Bull ist Webber gegenüber Vettel abgefallen, sondern auch bei anderen Teams hat es Verschiebungen gegeben: Lewis Hamilton hat plötzlich mit Jenson Button zu kämpfen, Witali Petrow schlägt sich deutlich besser als 2010 und sogar bei Ferrari ist die Kluft zwischen Fernando Alonso und Felipe Massa noch größer geworden. Webber: "Jenson hatte ein gutes Jahr, ganz anders als im Vorjahr. Die Regeln könnten das begünstigt haben."

"Der Teufel steckt im Detail. Wenn sich nur Kleinigkeiten ändern, kann das eine Menge bewirken, und das ist dieses Jahr mit Sebastian passiert. Er hat einen tollen Lauf. Es gibt dieses Jahr einige Fahrer, die aus verschiedenen Gründen viel stärker sind als in der Vergangenheit. So ist es halt", analysiert er, fasst sich aber gleichzeitig an der eigenen Nase: "Ich will nicht nach Ausreden suchen, sondern meine Antworten auf der Strecke geben."

"Das Gefühl ist ein anderes als im Vorjahr", gibt Webber zu und verweist auf unglückliche Umstände: "Wir hatten zu Saisonbeginn viele Zuverlässigkeitsprobleme. Wir haben das Auto an den Sonntagen ins Ziel gebracht, aber manchmal eher schlecht als recht. Vielleicht wäre die Saison anders verlaufen, wenn ich die ersten Rennen gleich gewonnen hätte, aber es wäre trotzdem manchmal eine Riesenherausforderung gewesen, Seb zu schlagen."

Viel Pech am Saisonbeginn

Beispiele für Rennen, die den Negativtrend ausgelöst haben, fallen ihm mehrere ein: "Monaco, wo ich nach dem Boxenstopp nur Vierter war, Schanghai, wo ich kein KERS hatte, Malaysia - es hat viele Wochenende gegeben, die enttäuschend verlaufen sind. Das hat den Trend zu Sebs Gunsten gesetzt", ist der Red-Bull-Pilot überzeugt. Insofern wünscht er sich in Abu Dhabi und Brasilien Erfolgserlebnisse vor dem Winter, um 2012 positiv in Angriff nehmen zu können.

"Wir hatten dieses Jahr viele Rennen, aber ich war nur einmal vor ihm. Ich werde mein Bestes geben, damit das hier wieder passiert", meint er in Abu Dhabi. "Jeder Grand-Prix-Sieg ist etwas Besonderes. Vor Jahresende noch einmal zu gewinnen, wäre sicher sehr zufriedenstellend. Wir wissen aber, dass McLaren hier stark sein wird - und Seb sowieso. Wir müssen alles auf die Reihe bekommen, aber ich halte es nicht für unrealistisch, ein paar Runden vor Schluss vorne zu liegen."

"Dieses Jahr war für mich nicht so gut wie das letzte", gibt er zu. "Es gab da und dort ein paar brauchbare Rennen, aber eben nicht genug, um bis zum Schluss dranzubleiben. Seb hat mehr gewonnen als alle anderen zusammen. Im Vorjahr hatte ich doch einige Höhepunkte, während dieses Jahr ziemlich konstant war. Viele Höhepunkte hat es da nicht gegeben, aber so war es halt. Dieses Jahr war von den Ergebnissen her schwieriger."

Vorfreude auf den Winterurlaub

Daher heißt es nach Brasilien abschalten und neu starten: "Natürlich werde ich eine Pause einlegen, wie alle anderen auch", freut sich Webber schon auf seinen Urlaub. "Du lernst immer dazu, also schaut man schon ein bisschen zurück, aber nur in einem gesunden Ausmaß. Und dann überlegst du dir, was du im Jahr darauf besser machen kannst. Wenn du so lange dabei bist wie ich, weißt du, woran du arbeiten musst."

Ein Schlüssel zu einer besseren Gesamtleistung ist seiner Meinung nach der Samstagnachmittag, früher eine seiner großen Stärken: "Wenn du im Qualifying dran bist, liegst du im Rennen von Anfang an vorne. Ja, es ist möglich, durchaus möglich. Ich sehe genauer als jeder andere, wie Rennen gewonnen werden, und weiß, wie man das macht", glaubt er daran, dass er eine Chance hat, das Blatt nächstes Jahr zu wenden.

Einen Wunsch hat er übrigens schon an den Weihnachtsmann geschickt: "Ich hoffe, dass wir keine dermaßen deprimierenden Pressekonferenzen mehr haben werden", grinst Webber. Racer-Qualitäten muss er sich ja nicht wünschen, denn die hat er sogar 2011 demonstriert: "Jeder redet über Eau Rouge, aber das schwierigste Manöver war, Fernando in Kurve zehn in Singapur zu überholen. Das war mein bestes Manöver des Jahres", so der WM-Vierte.

Fotoquelle: Red Bull

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