Er kann wieder lächeln: So sehen wir Lewis Hamilton am liebsten...

Formel 1 2011

— 14.11.2011

Hamilton: Mit dem Lächeln kommt der Erfolg

Lewis Hamilton kann wieder lächeln: In einer Feuerwerks-Nacht mit seiner Familie in der Heimat hat der McLaren-Pilot die Kraft für den Sieg in Abu Dhabi getankt

Liebeskummer, Kollisionen, Tiefschläge: Lewis Hamilton wirkte in den vergangenen Wochen psychologisch schwer angeschlagen, gab dies auch offen zu. Doch beim Grand Prix von Abu Dhabi präsentierte sich der 26-Jährige von seiner besten Seite und feierte nach sieben sieglosen Rennen wieder einen vollen Erfolg.

Dafür ausschlaggebend war unter anderem seine mentale Verfassung: "Wir sind alle Beobachter von Lewis", so McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh im Interview mit der 'BBC'. "Wenn man sich seine Körpersprache anschaut, dann ist er jetzt so fröhlich wie seit Monaten nicht mehr. Lächeln ist eine gute Therapie - und er lächelt wieder!" Was nicht nur am Sieg im vorletzten Saisonrennen lag, sondern eher an seinem inneren Frieden.

Das Feuerwerk vor dem Feuerwerk

Den hat Hamilton am Wochenende zwischen Indien und Abu Dhabi gefunden, als er im engsten Familienkreis in seinem Heimatort Stevenage ein Feuerwerk zündete und sich Vater Anthony und Co. anvertrauen konnte. Whitmarsh: "Er hat das Wochenende mit einem großen Teil seiner Familie verbracht und sie hatten ein Feuerwerk. Es ist ihm wichtig, diese Beziehungen zu pflegen. Seine Mutter ist dieses Wochenende hier und das ist ihm auch wichtig."

So wichtig, dass er Carmen Lockhart, die von Hamiltons Vater Anthony geschieden ist, den Sieg widmete - zum Geburtstag. "Ich wollte immer für ihn da sein", sagt die stolze Mutter über ihren Sohn. "Es war an meinem Geburtstag eine wunderschöne Erfahrung." Angesichts dieser familiären Unterstützung fällt es dem McLaren-Piloten wohl auch leichter, die Trennung von Langzeit-Freundin Nicole Scherzinger zu verarbeiten.

"Ich muss sie einfach öfter einladen! Ich mag es, wenn meine Leute hier sind", bekennt sich Hamilton zu seiner Familie. "Manchmal muss man sich auf die Arbeit konzentrieren und da können Freunde und Familie eine Ablenkung sein, aber dieses Wochenende war es eine große Freude. Ich brauche, dass sie öfter da sind, Freunde und Familie, mein Vater, Linda (Anthonys zweite Ehefrau; Anm. d. Red.), mein Bruder. Das vermisse ich. Familie ist das wichtigste im Leben."

Keine Angst vor Button

Der Brite gibt via 'BBC' offen zu, dass sein Teamkollege Jenson Button dieses Jahr "unterm Strich den besseren Job gemacht" hat, "aber seine Lage ist auch viel besser als meine. Sein Dad ist die ganze Zeit da, mischt sich aber nicht ins Racing-Business ein. Sein Manager ist auch die ganze Zeit da, seine besten Freunde, seine Freundin." Aber er glaubt, Button wieder schlagen zu können, "wenn ich mental wieder in der gleichen Lage bin wie er."

"Jedes Jahr, wenn ich in dieser Lage war, hatte ich mit meinen Teamkollegen keine Probleme. Ich weiß, wenn ich das alles hinter mir lasse, werde ich wieder ganz vorne fighten", meint Hamilton selbstbewusst. "Du musst es mit deiner Familie genießen, mit Menschen, die du liebst, die dich hierher gebracht haben, die dir wichtig sind. Manchmal läuft es halt nicht so, aber ich bin mir sicher, dass es in Zukunft besser wird."

"Ich habe darüber gesprochen, positive Energie um sich zu haben, und dieses Wochenende hatte ich die. Ich liebe es, in Abu Dhabi zu sein, und es lief einfach gut", meint er. Whitmarsh nickt zustimmend: "Er war sehr entschlossen, dieses Rennen zu gewinnen, und hatte eine starke und positive Einstellung. Die hat er sich das ganze Wochenende bewahrt. Wir fanden genau wie er, dass er eigentlich auf Pole hätte stehen sollen, aber das wird schnell vergessen sein."

Jetzt will Hamilton auf seiner "Happy-Bubble" dahinsurfen: "Wenn ich bei den Rennen ankomme, habe ich normalerweise ein positives Gefühl. Ich erhalte tolle Botschaften von den Fans und fühle mich gut, aber dann gehen die Interviews los und es beginnen die negativen Fragen. Das macht schlechte Vibes, und in meinem Privatleben gab es auch negative Dinge, die ich einfach im Hinterkopf hatte. Das wirkt sich auf dein Einschätzungsvermögen aus", gibt er zu.

Nicht einmal am Limit

Doch gestern ist es ihm erstmals gelungen, all das hinter sich zu lassen, und so fightete er sogar den bärenstarken Fernando Alonso nieder - und zwar fast mühelos: "Es waren sehr kontrollierte 99 Prozent", sagt Hamilton. "Am Ende des ersten Stints kam Fernando näher, aber nach dem Boxenstopp konnte ich den Abstand problemlos halten. Jedes Mal, wenn mir das Team gesagt hat, dass er zwei Zehntel schneller war, konnte ich in der nächsten Runde darauf antworten."

"Es war wirklich unter Kontrolle", bestätigt Whitmarsh. "Wir wollten vier Sekunden Abstand und die dann halten." So war die kritischste Szene des Rennens im Nachhinein betrachtet, als Polesetter Sebastian Vettel von der Strecke kreiselte, denn Hamilton fuhr direkt hinter ihm und hätte ihn durchaus rammen können. Was ging dir also durch den Kopf Lewis, als du den Dreher beobachtet hast? "Nur nicht reinfahren!", grinst er.

"Ich habe mein Bestes gegeben, ihm auszuweichen. Und dann dachte ich mir: 'Wow, jetzt führe ich!" Das macht es viel einfacher", schildert der dreifache Saisonsieger. "Aber dann kam Fernando an Jenson vorbei und ich dachte, es würde extrem schwierig werden, ihn hinter mir zu halten. Wenn Fernando will, dann kannst du dir nicht den kleinsten Fehler erlauben, denn er sitzt dir ständig im Nacken. Aber zum Glück war ich heute mental stark genug, um ihn hinter mir zu halten."

Fotoquelle: xpb.cc

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