Fernando Alonso fehlt nach Abu Dhabi weiterhin ein Pokal in der Sammlung

Formel 1 2011

— 15.11.2011

Warum sich Alonso ein Österreich-Comeback wünscht

Fernando Alonso gibt seinen Irrtum von Abu Dhabi zu, hat mit dem Österreich-Grand-Prix noch eine Rechnung zu begleichen und blickt optimistisch in die Zukunft

Vor dem Grand Prix von Abu Dhabi kündigte Fernando Alonso an, dass er nach der Schmach aus dem Vorjahr unbedingt auf das Podest fahren wollte, da er damit auch die letzte Lücke in seiner Pokalsammlung füllen kann. Und tatsächlich gelang dem Ferrari-Star mit Platz zwei beim dritten Antreten dieses Kunststück.

Doch zu früh gefreut. Zuhause mit dem Pokal im Gepäck angekommen, erkannte der Mann aus Oviedo seinen Irrtum. "Ich habe erkannt, dass ich einen statistischen Fehler gemacht habe, als ich sagte, dass ich zumindest von jedem Grand-Prix-Schauplatz, wo ich angetreten bin, einen Pokal besitze", gibt der Ferrari-Star zu.

Ausgerechnet im Land von Hauptkonkurrent Red Bull ging Alonso bisher leer aus: "Ich vermisse einen Pokal aus Österreich, wo ich nur zweimal gefahren bin. Beide Male schied ich aus: Beim ersten Mal im Minardi, als mich das Getriebe im Stich ließ. Beim zweiten Mal fuhr ich Renault und der Motor ging kaputt."

Alonso vermisst Österreich-Pokal

Aus diesem Grund würde sich der Ferrari-Star über eine Rückkehr des Rennens in der malerischen Kulisse der Obersteiermark freuen: "Ich bin nicht sicher, ob der Österreich-Grand-Prix je in den Kalender zurückkehren wird, aber sollte es passieren, dann wäre das eine zusätzliche Motivation, es auf das Podest zu schaffen."

Zumindest sind die Chancen dafür nun größer als vor einigen Jahren, denn Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat den ehemaligen A1-Ring, auf dem die Formel 1 von 1997 bis 2003 gastierte, wieder komplett aufgebaut. Für einen Grand Prix auf dem dieses Jahr wiedereröffneten Red-Bull-Ring müssten zwar zusätzliche Tribünen errichtet werden, doch abgesehen davon besitzt die Rennstrecke alles, was für ein Rennen der Königsklasse des Motorsports notwendig wäre.

In Österreich wäre es wie in Abu Dhabi sein dritter Anlauf - in den Vereinigten Arabischen Emiraten brachte ihm dieser mit Platz zwei Glück. "Das war auf jeden Fall ein besseres Ergebnis, als wir es uns zu Beginn des Wochenendes erwartet hätten", meint ein ermutigter Alonso. "Die größte Befriedigung gab mir die Tatsache, dass wir praktisch das gesamte Rennen über schnell waren."

Freispruch für Boxencrew

Er weiß aber, dass Hamilton nur schwer zu knacken gewesen wäre: "Wir hatten einen guten Kampf. Normalerweise konnte er am Anfang des Stints etwas wegziehen, aber am Ende konnte ich wieder aufholen - vor allem, als wir beide auf den weichen Reifen unterwegs waren. Im zweiten Stint trug der Verkehr zusätzlich zu diesen elastischen Bewegungen bei, aber es ist schwer zu sagen, wen es am härtesten traf. Bei der Datenanalyse wurde uns auch klar, dass das kleine Problem beim zweiten Stopp das Ergebnis nicht beeinflusst hat - ich wäre nicht vor Hamilton auf die Strecke zurückgekehrt, der auf den Medium-Reifen sofort schnell war."

Damit spricht Alonso einen chronische Schwäche seines Ferrari-Boliden an: Im Gegensatz zu McLaren hat man Mühe damit, die Reifen sofort auf Temperatur zu bringen. Er weiß daher, dass man "für nächstes Jahr daran arbeiten" muss, "von der ersten Runde weg das Maximum aus den Reifen herauszuholen."

Sollten Alonso oder Teamkollege Felipe Massa nicht in Brasilien gewinnen, geht für die Scuderia eine Saison mit nur einem Grand-Prix-Sieg zu Ende. Der Spanier, der ein Faible für Zahlen und Statistiken hat, weiß, dass dies für Ferrari zu wenig ist - dennoch bereut er seine Entscheidung nicht, zum Rennstall von Stefano Domenicali gewechselt zu haben.

Optimismus für die Zukunft

"Dieser Podestplatz war der 20. Meiner roten Karriere - das bedeutet, dass ich in mehr als der Hälfte aller Rennen für Ferrari in die Top-3 gefahren bin", sagt Alonso. "Das zeigt, dass selbst in einem Jahr wie diesem, das wegen der Performance unseres Autos nicht wirklich fantastisch war, der Schnitt ziemlich hoch ist. Es ist kein Zufall, dass die Scuderia in den letzten 18 Jahren zumindest einen Grand Prix pro Saison gewonnen hat. Das kann kein anderes Team von sich behaupten. Faktoren wie diese haben meine Entscheidung beeinflusst, meinen Vertrag mit Ferrari so lange zu verlängern."

Zur Erinnerung: Der zweifache Weltmeister wird zumindest bis 2016 für die Roten aus Maranello ins Lenkrad greifen. Dass er 2010 im ersten Ferrari-Jahr in Abu Dhabi am Titelgewinn vorbeischrammte, hat Alonso längst verarbeitet: "Viele werden sich denken, dass es besser gewesen wäre, wenn ich vor einem Jahr Zweiter geworden wäre. Das weiß ich auch, aber es sinnlos, darüber nachzudenken, was gewesen wäre, auch weil ich mir sicher bin, dass die Zeit früher oder später kommen wird, wenn wir uns das holen können, was uns damals verwehrt blieb. Ich bin sicher, dass ich meinen Mechanikern von jetzt bis 2016 noch viele Champagnerflaschen reichen werde, wenn ich vom Podest herunterkomme."

Fotoquelle: xpb.cc

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