Witali Petrow ist offenbar sauer, dass bei Renault nichts mehr vorangeht

Formel 1 2011

— 16.11.2011

Petrow platzt der Kragen: Kritik an Renault

Laut Witali Petrow herrscht bei Renault seit zehn Rennen Stillstand, weshalb ihm nun der Kragen platzt und er gegenüber russischen Medien über das Team schimpft

Gleich beim ersten Saisonrennen in Melbourne stand Witali Petrow als Dritter überraschend auf dem Podium, doch seit Platz fünf im siebten Rennen in Montreal hat der Russe nur noch fünf Punkte geholt. In fünf der vergangenen sechs Grands Prix ist er sogar komplett leer ausgegangen. Nun macht er seinem Frust Luft, indem er das Renault-Team scharf kritisiert.

Im ersten Saisondrittel habe das Team "sehr stark" ausgesehen und es sei "sehr leicht gewesen, mit nur einem neuen Reifensatz vom zweiten ins dritte Qualifying aufzusteigen. Wir mussten nicht einmal 100 Prozent geben, um ins dritte Segment zu kommen." Doch als das Entwicklungsprogramm der Aerodynamik hätte greifen sollen, passierte genau das Gegenteil: "Es wurden neue Teile gebracht, aber wegen unseres Front-Auspuffsystems passten die nicht."

Viele Neuerungen, kaum Fortschritte

"Wir hatten viele neue Teile: Frontflügel, Heckflügel, Diffusor, Unterboden und so weiter. Das war aber alles nutzlos", kritisiert Petrow im TV-Sender 'Russland 2' die Arbeit des Technikteams um James Allison. "Seit zehn Rennen hat nichts mehr gefruchtet, insofern fahren wir mehr oder weniger mit dem gleichen Auto wie am Saisonanfang. Aber leider kann ich ja nichts Schlechtes über das Team sagen, weil mir das laut Vertrag verboten ist."

Jetzt macht er seinem Ärger aber Luft, weil ohnehin schon vieles in den Medien bekannt sei: "Ich habe das Team nicht kritisiert, obwohl es oft Fehler gemacht hat. Wie oft haben wir Boxenstopps verpatzt, wie oft sind wir mit falscher Strategie gefahren? (...) Selbst ohne ein schnelles Auto hätten wir oft Punkte holen können, wenn wir die Strategie nicht vermasselt hätten. Leider durfte ich das in den Interviews nicht sagen, aber jetzt kann ich mich nicht mehr zurückhalten."

Verärgert ist der 27-Jährige auch über ein Interview von Teamchef Eric Boullier, der darin auch die Fahrer kritisiert haben soll. Petrows Managerin Oksana Kossatschenko war so erbost, dass sie mehrere Journalisten darüber informierte. "Erst danach hat er angefangen, sich zu korrigieren und uns Fahrer in Schutz zu nehmen", grummelt Petrow. "Aber die Hälfte des Jahres wurde nichts getan, um uns irgendwie zu schützen."

Petrow will bei Renault bleiben

Trotzdem steht für ihn fest, dass er seinen bestehenden Vertrag einhalten und 2012 weiterhin für Renault (dann unter dem neuen Namen Lotus) fahren wird: "Für mich ist alles klar, ich habe einen Vertrag", sagt er. Aber: "Selbst ein Weltmeister wie Kimi Räikkönen wurde des Geldes wegen aus der Formel 1 rausgeschmissen. Es ist schwierig, irgendetwas dagegen zu unternehmen, wenn sie einen loswerden wollen..."

Nicht zuletzt aufgrund seiner russischen Sponsorenmillionen gilt Petrow für nächstes Jahr ohnehin als gesetzt. Unklar ist noch, wer im zweiten Auto sitzen wird. Dass Robert Kubica rechtzeitig fit wird, scheint inzwischen ausgeschlossen, und Bruno Senna darf sich ebenfalls keine Chancen mehr auf eine Vertragsverlängerung ausrechnen. Als wahrscheinlichster Kandidat wurde in den vergangenen Wochen Romain Grosjean gehandelt.

Fotoquelle: xpb.cc

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