Vettel möchte seine erfolgreiche Saison mit einem weiteren Sieg krönen

Formel 1 2011

— 24.11.2011

Vettel: "Und plötzlich sind die Blätter weg..."

Weltmeister Sebastian Vettel vor dem Saisonfinale in Brasilien: Frühlingsgefühle in Südamerika und eine wichtige Pause in Aussicht

Frage: "Sebastian, die Saison geht an diesem Wochenende zu Ende. Wie fällt das Fazit aus?"
Sebastian Vettel: "Die Saison ist noch nicht ganz vorbei. Es gibt noch ein Rennen, darauf konzentrieren wir uns. Es war insgesamt ein besonderes, sehr spezielles Jahr. Ich finde es immer schwierig, am Saisonende die ganzen Fragen nach Highlights oder vielleicht auch unglücklichen Momenten zu beantworten. Alles in allem können wir uns nicht beschweren. Es hat alles sehr gut funktioniert. Vor zwei Wochen hatten wir leider unseren ersten Ausfall, aber auch so etwas gehört dazu. Vom Timing her war es natürlich besser, solch einen Ausfall jetzt zu haben, anstatt zu Beginn der Saison."

Frage: "Welches waren denn nun die drei wichtigsten Siege des Jahres?"
Vettel: "Das erste Rennen war wichtig. Das war das Fundament. Es war wichtig zu sehen, dass wir von Anfang an gut dabei sind und einen guten Rhythmus haben. Außerdem gab es natürlich ein paar Highlights. Monaco und für mich ganz speziell Monza waren besondere Rennen. Wir hatten in diesem Jahr ein paar mehr Siege. Es wäre nicht ganz fair, den einen Sieg höher zu bewerten als den anderen."

Frage: "War es dort vorn so einsam an der Spitze auch etwas langweilig?"
Vettel: "Nein, überhaupt nicht. Auch wenn es manchmal vielleicht leicht aussah, so muss man dennoch immer wachsam sein. Man muss versuchen, immer alles zu kontrollieren. Und man darf sich keinen Fehler erlauben."

Frage: "Wie empfindet du dieses Jahr im Vergleich zu 2010? In beiden Jahren hast du die WM gewonnen, aber was war anders?"
Vettel: "Die beiden Saisons waren von Grund auf völlig unterschiedlich. Letztes Jahr haben wir die Meisterschaft nur ein einziges Mal angeführt - ganz am Ende, als es am meisten zählte."

"Dieses Jahr waren wir von Anfang an vorn. Die Jahre waren sehr unterschiedlich. Wir haben aus 2010 viel gelernt und haben nun vieles Dinge besser gemacht. Wir hatten fast keinen Ausfall, bis vor zwei Wochen. Die Zuverlässigkeit war in diesem Jahr hervorragend. Wir waren mit die Besten im gesamten Feld. Der Speed war immer da. Auch wenn es manchmal nicht ganz zum Sieg reichte, so waren wir dennoch immer ganz vorne dabei. Das hat den großen Unterschied gemacht."

Frage: "Noch einmal zu deinem Ausfall in Abu Dhabi. Pirelli meint, es sei kein struktureller Schaden am Reifen gewesen. Was war es denn dann?"
Vettel: "Man kann sich das immer wieder anschauen, aber man muss es letztlich einfach abhaken. Zu hundert Prozent werden wir es nie verstehen. Ich selbst habe nichts falsch gemacht, es war auch mit Sicherheit kein Teil dort, über das ich gefahren bin - oder zu stark über den Randstein, oder was auch immer. So etwas hätte niemals zu einem solch raschen Druckverlust geführt. Der Reifen war schon 50 oder 100 Meter später komplett leer, beim Einlenken war das Thema schon durch. Ein Plattfuß hat sich eingeschlichen. Warum? Das werden wir niemals zu hundert Prozent sagen können."

Frage: "Worauf freust du dich an diesem Wochenende am meisten?"
Vettel: "Schauen wir mal. Jetzt müssen wir erst einmal zusehen, dass wir unser Auto morgen gut abstimmen und am Samstag weit vorne platzieren. Erst dann können wir über Strategie und Taktik für Sonntag reden. Die Strecke hier ist immer etwas Besonderes. Ich freue mich auf das Rennen. Die Strecke ist relativ kurz, daher gibt es viele Runden. Im Regelfall passiert hier sehr viel, also wird es wohl ein spannendes Rennen."

Frage: "Ein Sieg hier zum Abschluss wäre..."
Vettel: "...schön!"

Frage: "Hat sich Nigel Mansell wegen des Rekords schon bei dir gemeldet?"
Vettel: "Nein, bisher noch nicht. Das vergangene Rennen war in der Hinsicht auch nicht erfolgreich. Na gut, der Samstag schon. Aber ich selbst denke da wirklich nicht so sonderlich viel drüber nach. Es ist besser, wenn ich mich auf das Fahren konzentriere und nicht so auf die Zahlen."

Frage: "Bist du froh, dass die Saison vorbei ist, oder eher traurig?"
Vettel: "Schwierig zu sagen. Einerseits so etwas wie traurig. Wenn ein Jahr, wo alles läuft, man einen richtigen Rhythmus gefunden hat, dann zu Ende geht, dann ist es immer schade. Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass diese Saison sehr lang war. Wir sind im Grunde seit Mitte Januar dabei. Im Februar die ersten Tests, ab März die Rennen. Jetzt ist schon fast der erste Advent. Es war wirklich lang. Man braucht die paar Wochen, die man im Winter kriegen kann, um die Batterien wieder aufzuladen."

Frage: "Erster Advent und wir schwitzen hier in Brasilien..."
Vettel: "Ja, aber daheim ist es auch deutlich kälter als hier. Hier beginnt der Sommer gerade erst. An so etwas gewöhnt man sich. Man bekommt in unserem Umfeld den Frühling, den Herbst und den Winteranfang nicht so richtig mit. Man ist mal zwei oder drei Wochen weg, kommt wieder nach Hause und plötzlich sind alle Blätter auf den Bäumen. Am Ende des Jahres ist es umgekehrt wieder so. Man ist ein paar Wochen weg und plötzlich sind alle Blätter wieder weg, ohne dass man den Herbst wirklich mitbekommen hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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