Niemand war zum Auftakt in Sao Paulo so schnell wie Lewis Hamilton

Formel 1 2011

— 25.11.2011

Bestzeit am Freitag: Hamilton weiter in Topform

Der Freitag beim Saisonfinale in Sao Paulo: Acht Fahrer innerhalb von einer halben Sekunde, Bestzeit für Lewis Hamilton, Mercedes schneller als erwartet

Ob es der Sieg in Abu Dhabi war, der ihn psychologisch aufgerichtet hat, oder auch der Besuch bei seiner Ex-Freundin Nicole Scherzinger in Los Angeles, das sei dahingestellt, aber Lewis Hamilton zählt auch beim Grand Prix von Brasilien zu den Topfavoriten. Das unterstrich er heute mit der Bestzeit im Freitagstraining.

Der McLaren-Pilot schrammte zwar deutlich an Sebastian Vettels Freitagsbestzeit von 2010 (1:11.968 Minuten) vorbei, umrundete den 4,309 Kilometer kurzen Kurs im Autodromo Jose Carlos Pace in Sao Paulo aber in 1:13.392 Minuten und stellte damit eine souveräne Bestmarke auf. Denn der zweitplatzierte Vorjahressieger Vettel (Red Bull) hatte bereits 0,167 Sekunden Rückstand, was aufgrund der relativ kurzen Strecke mehr ist, als es auf den ersten Blick aussieht.

Red Bull in den Kurven überragend

Dabei traten wieder die alten Muster auf, denn Hamilton holte seine Zeit im ersten und dritten Sektor raus, also den schnellsten Passagen, während Vettels 37,4 Sekunden im kurvenreichen Mittelabschnitt unerreicht blieben. Doch im Gegensatz zu heute Morgen trugen diesmal nicht nur McLaren und Red Bull den Kampf um die Spitze aus, sondern es mischten gleich vier Teams innerhalb einer halben Sekunde mit.

Auf den Positionen drei bis acht landeten Mark Webber (Red Bull/+0,195), Fernando Alonso (Ferrari/+0,206), Michael Schumacher (Mercedes/+0,331), Felipe Massa (Ferrari/+0,358), Jenson Button (McLaren/+0,395) und Nico Rosberg (Mercedes/+0,480). Interessant: Obwohl Alonso mit der Balance seines Ferrari sichtlich zu kämpfen hatte und Massa in der Heimat normalerweise immer um eine Klasse stärker ist als sonst, hatte Alonso die Nase vorne.

Die vielleicht größte Überraschung des Tages waren aber die extrem starken Mercedes-Zeiten auf weichen Reifen - Schumacher lag kurzzeitig sogar in Führung. Aber: "Es ist nur Freitag", relativiert Experte Marc Surer. "Ich hoffe natürlich, dass Mercedes einen Schritt vorwärts gemacht hat, allein mir fehlt der Glaube." Auffällig war, dass die Silberpfeile beim Wechsel von harte auf weiche Pirelli-Pneus am meisten zulegen konnten.

Wieder starke Leistung von Sutil

Adrian Sutil, heute Morgen noch zum Zuschauen verdammt, lieferte mit nur einer Freitagssession wieder eine starke Leistung ab und war trotz des Erfahrungsrückstands auf seinen Force-India-Stallkollegen Paul di Resta um fast sieben Zehntelsekunden schneller. Das bedeutete Platz neun für den Deutschen - und für den indischen Rennstall, das eindeutig fünfte Kraft zu sein scheint, beste Karten, Platz sechs in der Konstrukteurs-WM zu behaupten.

Einer der Gegner heißt übrigens Sauber, doch für die Schweizer verlief der Freitag nicht nach Wunsch. Sergio Perez wurde mit eineinhalb Sekunden Rückstand 13. und rollte gut zehn Minuten vor Schluss im letzten Sektor aus ("Ich habe keine Gänge mehr"), während Kamui Kobayashi 14. wurde. Vor den beiden sicherten sich die Renault-Piloten Witali Petrow (1,464) und Lokalmatador Bruno Senna (+1,539) die Plätze elf und zwölf.

Senna und Barrichello unter ferner liefen

Obwohl der Russe und der Brasilianer unterm Strich fast die gleiche Zeit fuhren, klagten sie heute über völlig konträre Probleme: Petrow ärgerte sich über Übersteuern und tüftelte verbissen an der Feinabstimmung von KERS, während Senna eher mit Untersteuern in der Kurvenmitte Schwierigkeiten hatte. Ähnlich erging es übrigens auch Rubens Barrichello (18./+2,511), der seinen Williams nie hundertprozentig in den Griff bekam.

Toro Rosso setzte mit den Positionen 15 (Sebastien Buemi) und 16 (Jaime Alguersuari) kein Glanzzeichen, dafür war jedoch auf den Geraden niemand schneller als die Ferrari-Power im Heck der "Jungbullen": 318 km/h Spitze! Im ersten Training hatte Alguersuari sogar 320 km/h erreicht, was einen "Vorsprung" von fünf km/h auf den Rest der Welt bedeutet - und sich am Sonntag beim Überholen als hilfreich herausstellen könnte.

Im hinteren Feld gab es diesmal zwei kleine Überraschungen: Jarno Trulli setzte sich im Lotus-Duell gegen Heikki Kovalainen durch, Timo Glock war ausnahmsweise langsamer als Marussia-Virgin-Rookie Jerome D'Ambrosio. Die (virtuelle) 107-Prozent-Hürde nahmen diesmal alle - auch die beiden HRT-Piloten, von denen Daniel Ricciardo die Nase vorne hatte. Abstand des Red-Bull-Junioren zur Spitze: knapp fünf Sekunden.

Fotoquelle: xpb.cc

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