Valtteri Bottas' beste Chance für 2012 wäre ein Vertrag als Freitagstester

Formel 1 2011

— 30.11.2011

Williams: 2012 noch zu früh für Bottas?

Williams kann sich mit der Fahrerentscheidung Zeit lassen, vieles deutet aber darauf hin, dass Valtteri Bottas bestenfalls an den Freitagen zum Einsatz kommen wird

Obwohl sich das Williams-Team ursprünglich bis zum Saisonfinale in Sao Paulo entscheiden wollte, was die Fahrerwahl für 2012 angeht, steht nach wie vor nicht fest, wer nächstes Jahr Stallgefährte von Pastor Maldonado wird. Allerdings ist der Kreis der Kandidaten geschrumpft, seit Kimi Räikkönen bei Renault (künftig Lotus) unterschrieben hat.

Damit stehen nur noch drei Namen auf der Liste: Rubens Barrichello, Valtteri Bottas und Adrian Sutil. Letzterer hat ein starkes Saisonfinale hingelegt und sich damit für 2012 empfohlen, bringt außerdem eine Mitgift in der Höhe von kolportierten fünf Millionen Euro mit - abzüglich seiner eigenen Gage. Doch solange niemand mit deutlich höheren Beträgen daherkommt, spielt das Geld nur eine untergeordnete Rolle.

Kein Interesse an Petrow

So behauptet zum Beispiel Witali Petrows Managerin Oksana Kossatschenko, dass sie neben Renault noch einen Plan B und einen Plan C hat. Der russische Pilot hat angeblich zehn bis 15 Millionen Argumente auf seiner Seite, doch bei Williams zeigt man kein Interesse: "Keine Chance", heißt es auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com'. Und auch die Chancen von Bottas sind trotz der starken Leistung bei den Young-Driver-Days nicht allzu groß.

"Das Team wollte dort sehen, wozu ich auf der Strecke imstande bin", wird der junge Finne von 'Turun Sanomat' zitiert. "Ich habe keine Ahnung, ob sie sich mich für nächstes Jahr angeschaut haben oder erst für das Jahr danach. Es war aber sehr interessant, das Auto kennenzulernen, und es war auch wichtig für mich selbst, weil ich jetzt weiß, dass ich gut fahren kann. Aber ob der Anruf kommt oder nicht, das kann ich nicht sagen."

Die Entscheidungsträger bei Williams tendieren dazu, Bottas ein weiteres Jahr lang aufzubauen und ihn erst 2013 für ein Stammcockpit in Betracht zu ziehen. Denn selbst Talente wie Sebastian Vettel oder Nico Hülkenberg, die in den Nachwuchsserien voll überzeugt hatten, benötigten in der Formel 1 eine gewisse Anlaufzeit, ehe sie ihr Potenzial entfalten konnten. Daher wäre es naheliegend, Bottas 2012 zunächst nur in den Freitagstrainings einzusetzen.

So würde er den Formel-1-Alltag kennenlernen und gleichzeitig auch Kenntnisse über die Strecken sammeln. Allerdings würde ein solches Engagement einen Aufstieg von der GP3 in die GP2 unmöglich machen, die ja auch an den Formel-1-Wochenenden stattfindet. Alternative dazu wäre ein Rennprogramm in der Renault-World-Series. Die geschätzten 800.000 Euro Kosten für eine Saison dort würden finnische Sponsoren übernehmen.

Barrichello sammelt in Brasilien

Auf Geldgeber aus dem eigenen Land hofft auch Barrichello, der sich eigeninitiativ auf die Suche gemacht hat, um Williams die Entscheidung leichter zu machen. Gerüchten zufolge soll der 39-Jährige schon die eine oder andere Million beisammen haben. "Ein Rubens Barrichello braucht kein Geld, um Formel 1 zu fahren", stellt Williams-Aktionär Toto Wolff gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar, "aber wir wissen es natürlich zu schätzen, dass er trotzdem alles unternimmt."

Realistisch betrachtet ist Williams die einzige Chance auf eine Fortsetzung von Barrichellos Karriere in der Königsklasse des Motorsports, denn Renault-Teamchef Eric Boullier hat ihm einen Korb gegeben und HRT wird sich ein Grand-Prix-Sieger eher nicht antun. Bliebe theoretisch noch Lotus (künftig Caterham), wo der Platz von Jarno Trulli frei werden könnte. Das Räikkönen-Comeback hat für Barrichello jedenfalls nichts geändert.

"Ich lese diese Woche nichts, denn es gibt so viele Gerüchte", wird der Williams-Routinier von 'Globo' zitiert. "Meine Frau hat mich nur angerufen und mir gesagt: 'Nur damit du es weißt, Kimi hat jetzt bei Renault unterschrieben.' Das hat viele Leute überrascht, ehrlich gesagt mich auch, aber ich habe ohnehin immer gesagt, dass ich meine besten Chancen bei Williams sehe. Daher hat sich an meiner Situation nichts geändert."

Sicher ist nur eines: Weil weder Barrichello noch Sutil wirklich attraktive Alternativen haben (Bottas sowieso nicht), kann man sich in Grove mit der Fahrerentscheidung Zeit lassen. Allerdings hört man, dass man trotzdem eine Bekanntgabe noch in diesem Jahr anstrebt, um die Fahrer nicht zu lange im Ungewissen zu lassen. Auch für die Vorbereitungen des Teams wäre es nicht unwichtig, die Fahrerbesetzung bald zu kennen.

Fotoquelle: Williams

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