Helmut Marko beobachtet, dass Red Bull von der Konkurrenz kopiert wird

Formel 1 2011

— 01.12.2011

Marko: "Je länger Saison dauerte, desto mehr RB7 gab es"

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko stichelt gegen die Konkurrenz und erklärt, warum sein Team bei der Entwicklung überlegen ist

2008 musste sich Red Bull mit Platz sieben in der Konstrukteurs-WM begnügen - im Jahr darauf war man schon Zweiter. Und seit 2010 dominiert das österreichische Team mit Sitz in Milton Keynes die Formel 1: In beiden Jahren wurden beide Titel eingefahren. Red Bulls Motorsport-Konsulent Helmut Marko, der beim Rennstall die Fäden zieht, sieht die "Kontinuität" als größten Erfolgsfaktor.

"Bei den wichtigsten Entscheidungsträgern, aber auch in der Ebene direkt darunter, hat es in den vergangenen drei Jahren keinen Wechsel gegeben", verrät der Österreicher gegenüber 'Formula1.com'. "Und wenn es Wechsel gab, dann nur innerhalb des Teams. Die Leute wechseln von einer Abteilung in die andere, wenn sie dementsprechende Talente besitzen, aber es bleibt alles in der Familie!"

Genau das ist es, was das Team laut Marko so sehr zusammenschweißt: "Die Harmonie entsteht durch das Wissen, dass dein Talent erkannt wird und du die Gelegenheit bekommst, zu wachsen. Und das übertragt sich auf den Erfolg."

Weiterentwicklung: Warum Red Bull selten danebengreift

Im Gegensatz zu anderen Teams greift Red Bull bei technischen Entwicklungen selten daneben - fast jedes neue Teil erfüllt die hohen Erwartungen. Bloß im Sommer sorgte ein Umbau des Autos dafür, dass man die Reifen nur mühevoll auf Temperatur brachte - dies war allerdings auf das ungewöhnlich schlechte Wetter in Europa zurückzuführen, das sogar Red Bull überraschte.

Marko hat eine Erklärung, warum man sich nicht mit riskanten Entwicklungen wie dem seitlichen Auspuff von Renault in eine Sackgasse manövriert. "Erstens und vor allem haben wir Adrian Newey", lobt er das Technikgenie. "Zweitens arbeiten unsere Werkzeuge - CFD, der Windkanal und der Simulator - perfekt zusammen. Das bedeutet, dass wir sicherstellen, dass ein Teil funktioniert, bevor es in Produktion geht. Dadurch haben wir die Gefahr eines Fehlers bereits gegen Null reduziert, bevor die Produktion beginnt."

Auch der Fokus spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle: "Die Fahrbarkeit spielt bei unserem Auto die wichtigste Rolle. Es bringt nichts, wenn man ein Auto hat, das schneller als alle anderen ist, aber nur auf gewissen Strecken. Wenn wir uns die Updates anschauen, die wir diese Saison gebracht haben, dann haben sie alle funktioniert. Wir kamen nie in Verlegenheit, zurückbauen zu müssen."

Konkurrenz kopiert Red Bull

Marko kann sich einen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen: "Wenn man sich all die anderen Autos im Laufe der Saison ansieht, dann wurden sie alle immer mehr zu Kopien des RB7. Sie sind nur anders bemalt! Je länger die Saison dauerte, desto mehr RB7 waren auf der Strecke."

Tatsächlich übernahm McLaren schon nach den misslungenen Testfahrten das Konzept des abgasangeblasenen Diffusors von Red Bull. Ferrari brachte kurz vor Saisonende einen beweglichen Frontflügel, der dem des Red-Bull-Boliden nachempfunden ist und teilweise sogar den Boden berührt.

Da die extremen Auspufflösungen in der kommenden Saison verboten sind, wird sich Newey wieder etwas Neues einfallen lassen müssen, will man die Konkurrenz weiterhin an der Nase herumführen. Marko gibt schon jetzt die Ziele vor: "Wir wollen beide Titel verteidigen. Uns ist aber auch bewusst, dass es sogar noch schwieriger wird. Die wichtigsten Zutaten sind an der richtigen Stelle, warum sollte das 2012 anders sein?" Worauf es ankommen wird? "Man benötigt ein schnelles Auto, Konstanz und zwei Fahrer, die Leistung abliefern."

Fotoquelle: Red Bull

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