Trotz der Erfolge erhält Red Bull weniger Preisgeld als Ferrari

Formel 1 2011

— 01.12.2011

Preisgeld: Ferrari hat die Nase vor Red Bull

Kaum zu glauben, aber wahr: Ferrari kassiert diese Saison mehr Preisgeld als Dominator Red Bull - In Milton Keynes akzeptiert man die Privilegien der "Scuderia"

Red Bull hat 2011 zwlf Rennen gewonnen, Ferrari verbuchte hingegen blo einen Grand-Prix-Sieg. Und dennoch muss das sterreichische Weltmeisterteam mit Sitz in Milton Keynes eine empfindliche Niederlage einstecken: Bei den Preisgeldern haben die Roten aus Maranello nach wie vor die Nase vorne. Das ergeben die Recherchen der Kollegen von 'Autosport'.

Obwohl es eines der am strengsten gehteten Geheimnisse ist, wie die Preisgelder in der Formel 1 verteilt werden, beruft man sich dabei auf Insider-Information sowie Dokumente, die die Einnahmen der Teams preisgeben. 2010 verzeichnete die Formel 1 Gesamteinnahmen in Hhe von einer Milliarde Dollar (742 Millionen Euro). Davon werden 658 Millionen Dollar (488 Millionen Euro) an die Teams als Preisgelder ausgeschttet. Man geht davon aus, dass die Einnahmen 2011 hher sind - die Teams drften daher in den Genuss von 691 Millionen Dollar (513 Millionen Euro) Preisgeld kommen.

Da fr viele eine Formel 1 ohne Ferrari nicht vorstellbar wre und die italienische Truppe eine Sonderstellung geniet, erhlt man laut 'Autosport' automatisch die ersten 2,5 Prozent der Preisgelder, dazu kommen die sogenannten Kategorie-B-Ansprche, die auf gewonnene WM-Titel zurckgehen und somit Ferrari, McLaren, Williams, Renault, Red Bull und Mercedes zu Gute kommen. Ferrari verdient in dieser Disziplin aber durch die Erfolge der Vergangenheit mit 16,5 Millionen Dollar (12,2 Millionen Euro) ganz klar am meisten. Somit hat Ferrari bereits 33,3 Millionen Dollar (24,7 Millionen Euro) verdient, ohne 2011 einen Finger gerhrt zu haben.

Wie die Formel-1-Einnahmen verteilt werden

Fr die Platzierung in der Konstrukteurs-WM gibt es zwei separate Preisgeld-Tpfe im Verhltnis 50 zu 50. Die erste Sule geht an alle Teams, die in den vergangenen drei Jahren zwei Mal unter den Top-10 der Konstrukteurs-WM platziert waren: Jeder Rennstall erhlt zehn Prozent. Die zweite Sule bezieht sich auf die Platzierung der Teams in der Konstrukteurs-WM des Vorjahres. Die Verteilung sieht folgendermaen aus: 1. 19 Prozent, 2. 16 Prozent, 3. 13 Prozent, 4. 11 Prozent, 5. 10 Prozent, 6. 9 Prozent, 7. 7 Prozent, 8. 6 Prozent, 9. 5 Prozent, 10. 4 Prozent.

Die zwei Sulen stehen im Verhltnis 50:50 zueinander. Ausgeschttet wird, was brig bleibt, nachdem die Kategorie-B-Gelder und die 2,5 Prozent an Ferrari bezahlt wurden. Aus der ersten Sule werden somit 31 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) an jedes Team berwiesen. Aus der zweiten Sule erhlt Ferrari fr Platz drei in der Konstrukteurs-WM 13 Prozent der 310 Millionen Dollar (230 Millionen Euro). Das ergibt 40,3 Millionen Dollar (29,9 Millionen Euro). Insgesamt kommt Ferrari damit 2011 auf Einnahmen in Hhe von 104,6 Millionen Dollar (77,6 Millionen Euro).

Nach dem gleichen Schlssel erhlt McLaren aus Kategorie B 4,2 Millionen (3,1 Millionen Euro), aus Sule 1 31 Millionen (23 Millionen Euro) und aus Sule 2 49,6 Millionen Dollar (36,8 Millionen Euro). Das ergibt Jahreseinnahmen von 84,8 Millionen Dollar (62,9 Millionen Euro).

Red Bull: Kein Problem mit Ferrari-Sonderstatus

Red Bull reiht sich immerhin vor dem Team aus Woking ein. Aus Kategorie B nimmt man 3,2 Millionen (2,4 Millionen Euro), aus Sule 1 31 Millionen (23 Millionen Euro) und aus Sule 2 58,9 Millionen Dollar (43,7 Millionen Euro) ein. Insgesamt kommt man damit auf 93,1 Millionen Dollar (69,1 Millionen Euro). McLaren liegt also nur etwas mehr als sechs Millionen Euro hinter Red Bull, Ferrari mit einem Vorsprung von 8,5 Millionen Euro vor der Weltmeister-Truppe.

Dennoch geht man bei Red Bull mit der Situation gelassen um. Teamchef Christian Horner ist bewusst, dass sich Ferrari in der Formel 1 in einer privilegierten Situation befindet und mchte dies auch nicht anfechten. Der Grund: Durch den Mythos Ferrari steigt der Wert der Knigsklasse des Motorsports und damit auch der Wert der Erfolge von Red Bull.

"Es ist besser, wenn Ferrari hier ist, als wenn dies nicht der Fall wre", stellt der Brite gegenber 'Autosport' klar. "Ferrari und die Formel 1 sind unzertrennlich und fr uns ist das Prestige unzhlbar hher, in der Formel 1 zu gewinnen, wenn Ferrari dabei ist. Historisch gesehen sind sie das wichtigste Team und es ist verstndlich, dass ihre kommerziellen Bedingungen etwas anders als die der anderen Teams sind. Sie haben natrlich einen guten Vertrag, aber so ist es nun mal."

Fotoquelle: xpb.cc

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