Eric Boullier möchte Kimi Räikkönen das Formel-1-Comeback erleichtern

Formel 1 2011

— 01.12.2011

Boulliers Plan: Räikkönen bald im 2009er-Renault

Eric Boullier möchte Kimi Räikkönen in einem alten Renault zusätzliche Tests bieten und glaubt nicht, dass der Finne ein "Schumi"-Schicksal erleiden wird

Kimi Räikkönen hat nicht viel Zeit, um sich auf sein Formel-1-Comeback vorzubereiten. Obwohl es noch mehr als drei Monate dauert, bis der Saisonauftakt in Melbourne Ende März über die Bühne geht, verhindern die enormen Testbeschränkungen, dass sich der Weltmeister 2007 ordentlich auf die Formel 1 einschießen kann. Die Teams haben bis dahin bloß elf Testtage, die sich beide Fahrer teilen müssen. Das bedeutet, dass der Finne höchstens in den Genuss von sechs Tagen kommen wird.

Räikkönen weiß, dass die Rückkehr nach zwei Jahren in der Rallye-WM vor allem seine Nackenmuskulatur auf die Probe stellen wird. Darauf kann er sich im Fitnessraum vorbereiten - um die Abläufe im Formel-1-Boliden wieder zu automatisieren, hilft ihm allerdings bestenfalls ein Rennsimulator.

Räikkönen benötigt dringend Kilometer

Doch sein Renault-Rennstall, der künftig Lotus heißen wird, hat nun einen speziellen Plan entwickelt: Man möchte dem 32-Jährigen die Möglichkeit geben, sich in einem 2009er-Renault-Boliden auf die Formel 1 einzuschießen. Das liegt daran, dass die Testbeschränkungen bloß für die drei aktuellsten Boliden-Generationen gelten. 'Autosport' berichtet, dass Räikkönen morgen in Enstone weilt, um diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen.

"Wir haben ein paar Möglichkeiten besprochen, aber noch nichts fixiert", sagt Boullier gegenüber 'Autosport'. "Es wäre aber logisch, ihn fahren zu lassen. Wir könnten ihm ein paar Testtage geben, damit er auf Kilometer kommt und sein Gefühl wieder findet. Es wird ihm auch helfen, den neuen Simulator zu nützen."

Neuer Renault-Simulator wird genau rechtzeitig fertig

Tatsächlich arbeitet Renault derzeit an einem High-tech-Rennsimulator, wie ihn bereits Spitzenteams wie McLaren oder Red Bull seit Jahren einsetzen. Die Maschine soll 2012 fertig sein - ein perfekter Zeitpunkt, um Räikkönen den Einstieg zu erleichtern. Zumal der Finne aus seiner McLaren-Zeit bereits über Erfahrung mit dem in Insider-Kreisen hochgeschätzten Simulator in Woking verfügt.

"Ein Fahrer könnte ihn benutzen, um das Layout einer Strecke kennen zu lernen oder diverse Aspekte des Fahrens zu erlernen - die Startprozedur beispielsweise", erklärt Renault-Technikchef James Allison, inwiefern der neue Simulator Räikkönen zu Gute kommen könnte.

Im Vorjahr wurde spekuliert, dass Michael Schumacher bei seinem Comeback Probleme hatte, weil er unter der sogenannten Simulator-Krankheit leidet und nach einer Weile im virtuellen Boliden über Unwohlsein klagt. Das scheint beim Finnen nicht der Fall zu sein.

Erleidet Räikkönen ein "Schumi"-Schicksal?

Renault-Teamchef Eric Boullier sieht auch noch andere Faktoren, die garantieren sollen, dass Räikkönen bei seinem Comeback schneller in Schuss kommt als der Rekord-Weltmeister. "Der Unterschied zwischen Michael und Kimi ist die Zeit, die sie pausiert haben", spielt er darauf an, dass Räikkönen im Gegensatz zu Schumacher nur zwei statt drei Jahre lang keinen Grand Prix fuhr.

"Und er ist nicht im gleichen Alter", verweist Boullier darauf, dass Räikkönen um neun Jahre jünger ist. "Kimi wird nicht so lange brauchen, um wieder da zu sein. Ich glaube, er wird rasch wieder bei 100 Prozent sein."

Boullier: Räikkönen kann Team führen

Ein Kritikpunkt, mit dem sich Räikkönen schon lange konfrontiert sieht, ist mangelnde Kompetenz als Teamleader. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali warf ihm sogar vor, "auf einem anderen Planeten zu leben." Der Ex-Ferrari-Pilot wirkte in seinem letzten Ferrari-Jahr zuweilen unmotiviert, Kommunikation war auch in seinen besten Zeiten nicht seine Stärke.

Doch Boullier zweifelt nicht an Räikkönens Potenzial, ein Team zu führen. "Wir benötigen Erfahrung", sagt er. "Die Tatsache, dass er viele Rennen gewonnen hat und bei einem Team wie McLaren war, zeigt mir, dass er sich definitiv als Teamleader positionieren kann. Das ist offensichtlich und logisch." Auch fehlende Motivation ortet er nicht, obwohl dies teamintern eines der Bedenken war. "Beide Parteien waren gleich interessiert und Kimi hat ganz klar seine Motivation gezeigt."

Fotoquelle: xpb.cc

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