Ferrari hat den Ausstieg aus der Teamvereinigung FOTA bestätigt

Formel 1 2011

— 02.12.2011

Ferrari bestätigt FOTA-Ausstieg

Ferrari hat den Ausstieg aus der Teamvereinigung FOTA bestätigt - Der Traditionsrennstall fordert Veränderungen des Sports

Am 29. Juli 2008 hatten sich die Rennställe geeinigt, sich in der Teamvereinigung FOTA zusammenzuschließen, um bei Fragen des Reglements und wirtschaftlichen Hintergründen zusammenzuarbeiten. Formal wurde die FOTA am 11. September 2008 gegründet. Zum ersten Präsidenten wurde Luca di Montezemolo gewählt. Seit 2010 hat dieses Amt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh inne. Nun hat Ferrari den Briten informiert, dass man aus der Organisation aussteigen wird.

In einer Stellungnahme der Scuderia heißt es: "Es war eine schwierige Entscheidung und es wurde viel darüber nachgedacht. Die Entscheidung wurde nach gründlicher Analyse der gegenwärtigen Situation und dem Stillstand bei einigen Themenbereichen, weswegen die Teamvereinigung gegründet worden war, getroffen. Ferrari und Luca di Montezemolo zählten zu den ursprünglichen Initiatoren der FOTA und haben die Ideen gefördert."

In den vergangenen Jahren hat die FOTA gemeinsam einiges erreicht, doch bereits früh in der abgelaufenen Saison hat sich abgezeichnet, dass das Ressourcen-Restriktionsabkommen (RRA) ein großer Streitpunkt ist. "Einige große Errungenschaften wurden in diesen Jahren erreicht, auch in Zusammenarbeit mit der FIA. Es ging um die Kostenreduktion, von der alle profitiert haben, die großen und die kleinen Teams. Ferrari hat sich dafür immer stark gemacht, auch schon vor der Gründung der FOTA", heißt es in der Stellungnahme weiter.

Ferrari will weiter am RRA arbeiten

"Ferrari will diesen Weg auch weiter verfolgen, um langfristig die Zukunft des Sports zu sichern." Wie dieser Weg genau aussehen wird, lässt der Traditionsrennstall zu diesem Zeitpunkt aber noch offen. "Jetzt ist es wichtig neuen Elan zu finden, weil der Weg der FOTA vorbei ist, obwohl der aktuelle Präsident Martin Whitmarsh großartige Arbeit geleistet hat, um Vereinbarungen zwischen den verschiedenen Positionen für die Allgemeinheit zu treffen."

"Ferrari wird weiterhin mit den anderen Teams am gegenwärtigen RRA weiterarbeiten. Das Ziel ist die Kostenkontrolle und es soll effektiver und effizienter sein. Es muss so modifiziert werden, damit es in Schlüsselbereichen, wie die Aerodynamik, bindender ist. Einige Aspekte wie die Testfahrten müssen besser balanciert werden, und außerdem andere Bereiche, wie die Motoren, aufgenommen werden."

Montezemolo hat schon oft die Veränderung des Sports gefordert. Anders als beispielsweise für Red Bull ist die Formel 1 für Ferrari nicht nur eine Marketingspielwiese. "Die Formel 1 erlebt wie der Rest der Welt derzeit eine schwierige Periode. Ferrari will mit allen Partnern an der Zukunft des Sports arbeiten, der das höchste Level der Motorsport-Technologie ausdrückt."

Ferrari fordert mehr Testfahrten

"Wir müssen zu einer Situation zurückkehren, in der die Formel 1 wieder ein Testfeld für neue Technologie ist. Diese Resultate müssen dann auf Sportwagen übertragen werden können." Die aktuellen Formel-1-Autos haben mit dem Serienbau wenig zu tun. Montezemolo selbst hat einmal in Anspielung auf die hochgestochene Aerodynamik gesagt, dass Ferrari keine Flugzeuge, sondern Autos baut. Das Energierückgewinnungssystem KERS hat auch wenig mit jenen des Straßenverkehrs zu tun. Von den künstlich verschleißenden Pirelli-Reifen ganz zu schweigen.

Deshalb fordert der berühmteste Rennstall der Welt auch Veränderungen: "Wir dürfen nicht vergessen, dass der Sport für die Öffentlichkeit offener werden muss. Außerdem kann es nicht der einzige professionelle Sport sein, in dem man kaum testen kann. Die Zahl der Testfahrten muss erhöht werden, damit die Fahrer, speziell der Nachwuchs ohne Erfahrung, und die Teams sich gut vorbereiten können. Es muss auch mehr Möglichkeiten geben, in Kontakt mit den Zuschauern und den Sponsoren zu treten."

Die Testfahrten wurden extrem beschränkt, um Kosten zu sparen. Dieser Effekt ist aber nicht eingetreten, denn nun wird unermüdlich in der Fabrik mit Simulatoren gearbeitet. Bei den Diskussionen um das RRA ging es auch stark um den Punkt, wie intensiv und in welcher Art man die verschiedenen Werkzeuge, wie Simulatoren, Windkanäle, CFD und so weiter, verwenden darf.

Neben Ferrari hat auch Red Bull den Ausstieg aus der FOTA bestätigt.

Fotoquelle: xpb.cc

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