Die Team-Verantwortlichen arbeiten das ganze Jahr praktisch rund um die Uhr

Formel 1 2011

— 03.12.2011

Als Teamchef muss man "Sinn für Humor" haben

Die Teamchefs in der Formel 1 sind verschiedene Charaktere und haben unterschiedliche Vergangenheiten - Sie eint das Streben nach Erfolg

An vorderster Front jedes Rennstalls steht der Teamchef. Für diese Funktion gibt es kein Handbuch, sondern die jeweiligen Personen haben sich über die Jahre viel Erfahrung angeeignet. Wenn man sich die aktuellen Teamchefs ansieht, dann haben sie ganz unterschiedliche Hintergründe. Christian Horner (Red Bull) war beispielsweise selbst Rennfahrer und hat es bis in die Formel 3000 geschafft. Martin Whitmarsh (McLaren) dagegen wurde über ein Jahrzehnt lang von Ron Dennis an die Aufgaben herangeführt.

Ross Brawn (Mercedes) war Techniker und war Anfang der Achtzigerjahre direkt in den Bau der Autos involviert. Trotz der Unterschiede haben die Teamchefs eines gemeinsam. Sie haben die Verantwortung über mehrere hundert Angestellte und Sonntagnachmittag muss im Idealfall ein Sieg her. Einfach sind die Aufgaben nicht. "Manchmal glaubt man, dass man in der Formel 1 die größten Probleme der Welt zu bewältigen hat", sagt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali der 'BBC':

Horner findet seinen Job extrem spannend, denn "es ist eine große Herausforderung, weil man nie weiß, was als nächstes kommt." Der Brite ist in der glücklichen Lage, dass Red Bull in den vergangenen beiden Jahren praktisch alles gewonnen hat. Anders sieht es dagegen bei Brawn aus, der aus Mercedes noch eine Siegermannschaft formen muss. "Es gibt ständig konstanten Druck. Das war aber schon bei allen Sachen so, die ich getan habe. Man macht sich aber auch selbst Druck, weil man konkurrenzfähig sein will."

"Ich komme von der technischen Seite. Jeder Teamchef ist anders. Christian ist zum Beispiel ein Ex-Rennfahrer", vergleicht der Weltmeistermacher von 2009. Horner hatte als Jugendlicher den Traum, selbst in der Königsklasse zu fahren. Er erkannte aber bald, dass er als Manager mehr Talent besitzt und gründete Arden. "Ich bin im Motorsport aufgewachsen. Dietrich (Mateschitz; Anm. d. Red.) hat mich gleich am Anfang zu Red Bull geholt. Davor hatte ich drei Titel in Serie in der Formel 3000 gewonnen. Das Wichtigste ist, dass man respektiert wird. Man kann nichts tun, damit einen die Leute mögen."

Während Brawn alleine in den vergangenen zehn Jahren bei Ferrari, Honda, seinem eigenen Team BrawnGP und schließlich bei Mercedes gearbeitet hat, ist Martin Whitmarsh ein McLaren-Mann durch und durch. Der Brite kam 1989 zu McLaren und kennt das Team bis ins kleinste Detail. Dennis baute ihn jahrelang als seinen Nachfolger auf. Deshalb ist die Mentalität in manchen Dingen sehr ähnlich.

"Siege sind ganz wichtig. Wenn man gewinnt, wird man respektiert. Ich glaube man muss respektiert werden, aber die Leute müssen einen nicht mögen", findet Whitmarsh. "Es gibt sehr viele Herausforderungen - technischer Natur, die Organisation, sportliche Änderungen und die Politik", beschreibt er seinen Job. Der dienstälteste aktuelle Teamchef ist Frank Williams.

"Man darf in der Formel 1 niemals aufgeben, weil es ein steiniger Weg ist", sagt der Brite, der die Höhen und Tiefen der Königsklasse genau kennt. "Ich finde, man muss respektiert und gemocht werden. Was die Qualität betrifft, so muss man sehr entschlossen und bereit sein, viele Stunden zu arbeiten. Außerdem braucht man Sinn für Humor, denn deine Geduld wird sehr oft auf die Probe gestellt."

Im Vergleich zu Williams ist Renault-Teamchef Eric Boullier noch ein Jungspund. "Man muss einen klaren Kopf haben, denn man muss wissen, was man tut und es genießen. Man muss Leidenschaft haben", beschreibt der Franzose. "Das Team ist wie eine Familie für mich, denn ich verbringe hier mehr Zeit als mit meiner richtigen Familie. Egal was man tut, man bekommt die Schuld dafür. Man kann nur zufrieden sein, wenn die Mitarbeiter glücklich sind und man Rennen gewinnt."

Fotoquelle: xpb.cc

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