Bis Kameras am Helm zur Tagesordnung gehören, wird es noch einige Zeit dauern

Formel 1 2011

— 05.12.2011

Helmkamera: Weitere Einsätze 2012 geplant

Mit einer Helmkamera soll den TV-Zuschauern die Sicht des Fahrer noch realistischer präsentiert werden, der Einsatz ist jedoch problematisch

Die am Fahrzeug montierten On-Board-Kameras geben die subjektive Sicht des Fahrers nur unzureichend wieder. Seit Jahren wird daher immer wieder der Einsatz einer Helmkamera erprobt. So auch im Freien Training zum Grand Prix in Sao Paulo, wo Sebastian Vettel mit einem solchen Modell fuhr. Er selbst war von dem Ergebnis jedoch nicht gerade begeistert: "Ich weiß es nicht. Es sieht ziemlich verwackelt aus. So sieht man aber einmal, wie sehr man durchgeschüttelt wird"

Der Einsatz einer Helmkamera stellt jedoch alle Beteiligten vor einige Herausforderungen, wie Peter Burger vom Helmhersteller Arai erklärt: "Man darf nicht vernachlässigen, dass die Kamera auch die Aerodynamik beeinflusst. Sie ist ein weiteres Teil, das im Luftstrom steht. Wir haben nach der bestmöglichen Position gesucht. An der Stelle, wo sie am Freitag montiert war, hat sie für ein wenig Auftrieb gesorgt. Das war nicht dramatisch, aber spürbar."

Probeläufe schon seit 2008

Daher kam die Kamera bei Vettel auch nur im Training, nicht aber im Rennen zum Einsatz. Burger erklärte, dass der leichte Auftrieb über die gesamte Renndistanz gesehen zu Problemen führen könnte: "Das kann etwas ermüdend sein." Und noch ein Argument sprach gegen den Renneinsatz der Helmkamera bei Vettel: "Je prominenter der Fahrer ist und je weiter vorne er fährt, umso uninteressanter werden die Bilder." Daher wäre sie aus seiner Sicht bei einem Fahrer, der im Mittelfeld fährt, besser angebracht.

Arai tüftelt bereits seit Jahren an der Helmkamera: "Wir sind bereits ein paar Mal damit gefahren. Vor drei Jahren haben wir hier in Sao Paulo in einem Porsche damit begonnen." 2011 fuhr Giedo van der Garde im Sprintrennen der GP2 in Monza mit einer solchen Kamera, und auch in der Königsklasse war schon ein Fahrer damit unterwegs: "David Coulthard hat sie zum ersten Mal in der Formel 1 eingesetzt, da befand sie sich am unteren Rand des Visiers", sagt Burger.

Bis die Helmkamera im Rennbetrieb eingesetzt werden konnte, war zunächst eine Menge Schriftverkehr zu erledigen, wir Burger berichtet: "Das ist ein schwieriger Prozess, wir mussten sie vollständig homologieren lassen. Dann musste auch noch Charlie (Whiting, Rennleiter Anm. d. Red.) zustimmen, damit wir sie im Auto und im Rennen einsetzen können. Der Papierkram ist erledigt, unsere Helme entsprechen damit letztendlich vollständig den Regeln."

Einfache Montage

Die Kamera selbst, die nur etwa 10 Gramm wiegt, ist lediglich mit einem doppelseitigen Klebeband am Helm befestigt, über ein dünnes Kabel werden die Signale an den Sender übertragen. "Falls sie den Fahrer also während des Rennens stören sollte, kann man sie im schlimmsten Fall einfach abreißen. Das wäre kein großes Problem", zerstreut Burger etwaige Sicherheitsbedenken.

Für das kommende Jahr sind weitere Einsätze geplant, ob und wie oft diese stattfinden werden, hängt jedoch letzten Endes von den Fahrern selbst ab. "Der Helm ist ein sehr persönlicher Gegenstand, und wenn sich jemand durch die Kamera gestört fühlt, dann können wir ihn nicht dazu zwingen, sie zu tragen. Das ist vielleicht das größte Problem", räumt Burger ein.

Fotoquelle: Red Bull

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