Marussia-Virgin blickt einem Grand Prix in Russland gespannt entgegen

Formel 1 2011

— 12.12.2011

Marussia-Virgin macht 41 Millionen Euro Verlust

Durch das gescheiterte CFD-Experiment von Nick Wirth musste Marussia-Virgin Schulden machen - Zukunft scheint dennoch sicher

Das Marussia-Virgin-Team hat laut dem aktuellsten Bericht des Mutterfirma Manor HoldCo in den 14 Monaten bis zum 31. Dezember 2010 einen vorsteuerlichen Verlust von 35,3 Millionen Pfund (41,3 Millionen Euro) gemacht. Der Verlust entstand durch eine verheerende Investition von 17,6 Millionen Pfund (20,6 Millionen Euro) fr einen Computational-Fluid-Dynamic-Simulator (CFD), der einem Windkanal vorgezogen wurde.

Im Gegensatz zu allen anderen Formel-1-Teams hat Marussia-Virgin sich einzig und allein auf das CFD-Verfahren konzentriert, anstatt im Windkanal zu testen. Diese Strategie zahlte sich nicht aus. Marussia-Virgin gelang es seit dem vergangenen Jahr nicht, Punkte zu holen. Das Team beendete die Meisterschaften 2010 und 2011 als Schlusslicht der Rangliste.

Manor HoldCos Konten waren vier Monate im Verzug, als sie Ende November eingereicht wurden. Wenige Tage zuvor drohte das UK Business Authority Companies House mit einer Klage, sollten die Unterlagen nicht vorliegen. Betroffen waren auch Darryl Eales, der Geschftsfhrer der englischen Lloyds-Bank, die eine Minderheitsbeteiligung an Marussia-Virgin hat und Andrei Cheglakow, ein Investor des russischen Sportwagenherstellers Marussia, der die Kontrolle ber das Team hat.

Die Konten malen ein dsteres Bild ber die Finanzen des Teams. Der Umsatz, der vorrangig durch Sponsorings und Preisgelder zustand kam, betrgt 30,1 Millionen Pfund (35,2 Millionen Euro) - etwa fnf Mal weniger als der Umsatz eines Topteams wie McLaren.

Die Ausgaben lagen bei 63 Millionen Pfund (73,7 Millionen Euro). Der grte Einzelposten ist eine Zahlung fr CFD-Arbeiten an WR Technology, ein Unternehmen, das dem ehemaligen Technischen Direktor Nick Wirth gehrt. Marussia-Virgin feuerte Wirth im Juni. Im Bericht steht, dass "es die Absicht der Gruppe ist, die eigenen Forschungen und Entwicklungen in Zukunft anzutreiben".

Das Team verschuldete sich, um die Vorgnge zu finanzieren. Ein Groteil stammt vermutlich von Lloyds. Die Darlehen betragen 39,2 Millionen Pfund (40,8 Millionen Euro). Bis zum Jahresende sind noch zweieinhalb Millionen Pfund (2,9 Millionen Euro) offen. Das trgt dazu bei, dass die reinen Schulden 34,9 Millionen Pfund (40,8 Millionen Euro) betragen. Doch die Konten zeigen auch, dass es ein laufendes Unternehmen ist, weil Marussia fr die kommenden zwlf Monate finanziell abgesichert ist. Das Ziel ist klar. In dem Bericht ist vermerkt, dass ein Podestplatz bei der Premiere des Russland Grand Prix 2014 angestrebt wird.

Fotoquelle: xpb.cc

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