Sebastien Buemi wird es schwierig haben, für 2012 ein Cockpit zu finden

Formel 1 2011

— 16.12.2011

Buemi ohne Groll: "Muss auch dankbar sein"

Sebastien Buemi bedauert seine Vertragsauflösung mit Toro Rosso, gibt aber nicht auf und will nun Landsmann Peter Sauber um Hilfe bitten

Wie erwartet muss sich der Schweizer Sebastien Buemi für die Formel-1-Saison 2012 einen neuen Arbeitgeber suchen. Sein bisheriges Team Toro Rosso hat Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne verpflichtet und Buemi und Jaime Alguersuari vor die Tür gesetzt. Trotzdem hegt Buemi keinen Groll, denn "ich hatte eine wunderbare Zeit, die mir viel im Leben und im Sport gebracht hat", erklärt er im Interview mit dem 'Blick'.

Weniger schön war der Mittwoch, den er im Red-Bull-Simulator in Milton Keynes verbrachte. Als der 23-Jährige ausstieg, hatte er zwei unbeantwortete Anrufe auf seinem Handy: "Von Dr. Helmut Marko und von Teamchef Franz Tost. Sie baten um einen schnellen Rückruf", erinnert er sich. Anschließend bekam er die Begründung geliefert: "Toro Rosso ist ein Juniorenteam - und wir sind nach drei Jahren eben keine Junioren mehr."

"Das muss ich akzeptieren, auch wenn das Ganze natürlich sehr schwer nachvollziehbar ist. Doch die sieben Jahre im Förderungsprogramm von Red Bull waren sensationell", gibt sich Buemi beim Abschied versöhnlich - im Wissen, dass er es ohne Red Bull ganz schwer gehabt hätte, überhaupt in die Formel 1 zu kommen. "Man muss auch dankbar sein", gibt er zu Protokoll.

"Natürlich wurde ich vom schnellen Ende überrascht. Das hatte ich nicht erwartet, weil wir zusammen doch schon Pläne für 2012 schmiedeten", so der Schweizer. Der Rausschmiss nach drei Jahren tut weh, weil er überzeugt ist: "Ich habe gute Arbeit abgeliefert." Aber: "Ich werde weiterkämpfen, wie ich das immer getan habe." Und gleich mal Landsmann Peter Sauber anrufen...

Ähnlich gelassen sieht Teamkollege Alguersuari, dass er sich ein neues Cockpit suchen muss. Der Spanier hat recht gute Chancen, beim spanischen Nationalteam HRT unterzukommen, solange Red Bull wie bisher für Ricciardo einen Stammvertrag finanziell subventioniert. Doch diesbezüglich ist laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' noch keine Entscheidung gefallen.

Alguersuari betrachtet seine Situation aber auch aus einem ganz anderen Blickwinkel: "Als ich die Schlagzeilen gelesen habe, realisierte ich, dass in Spanien rund fünf Millionen Leute arbeitslos sind", wird er vom 'Blick' zitiert. "Wir können unserem Land nur Vertrauen und Optimismus entgegenbringen, wenn wir kämpfen und uns jeden Tag verbessern. Genau das werde ich tun. Das verspreche ich allen, die mich schätzen."

Fotoquelle: Red Bull

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