In der Saison 2012 will sich Williams nicht mehr im hinteren Mittelfeld aufhalten

Formel 1 2011

— 16.12.2011

Williams: Alle Zutaten für Comeback vorhanden?

Williams-Technikchef Mike Coughlan sieht das Traditionsteam auf dem Weg zurück an die Spitze - Neuer Bolide Anfang Februar erstmals auf der Strecke

Williams musste in der Saison 2011 eine empfindliche Schlappe hinnehmen. Mit gerade einmal fünf WM-Punkten - vier durch Routinier Rubens Barrichello und einen durch Rookie Pastor Maldonado - belegte das Traditionsteam aus dem englischen Grove abgeschlagen Platz neun der Konstrukteurs-WM. Nur die drei Teams im zweiten Jahr - Lotus, HRT und Marussia-Virgin - schnitten punktemäßig schlechter ab als der neunfache Konstrukteursweltmeister.

Mike Coughlan, der bei Williams den Posten des vormaligen Technikchefs Sam Michael übernommen hat, ist dennoch überzeugt, für die Saison 2012 die richtigen Zutaten beisammen zu haben, um ein erfolgreiches Comeback in die Wege zu leiten. "Die technischen Möglichkeiten sind erstklassig. Alles woran es bisher fehlte war, diese richtig zu nutzen", so der Brite, der seinerseits in der Vergangenheit für McLaren tätig war, wo er im Jahr 2007 durch die berühmte "Spygate"-Affäre Schlagzeilen machte.

Laut Coughlan sei man im Zuge der Neuausrichtung innerhalb des Teams zu dem Schluss gekommen, dass "in der Vergangenheit einige strategische Fehler begangen wurden", wie er es formuliert. "Inzwischen haben wir die Schlüsselelemente identifiziert, die es uns nicht nur im kommenden Jahr, sondern auch darüber hinaus erlauben sollten, ein erfolgreiches Auto zu bauen." Für die Saison 2012 wurde bisher nur Maldonado als Stammfahrer bestätigt. Das zweite Cockpit ist noch zu vergeben.

Hinsichtlich einer Verbesserung der Leistung auf der Strecke macht der Technikchef "ein Zusammenspiel zwischen Performance und Zuverlässigkeit" aus, da diese beiden Faktoren in Kombination den Gewinn von Rennen und Weltmeisterschaften sicherstellen würden. "Ich habe das Gefühl, dass wir uns nun in die richtige Richtung bewegen", urteilt Coughlan.

Neuer Williams bis Testbeginn fertig

Was den Boliden für 2012 betrifft, so geht Coughlan davon aus, dass dieser rechtzeitig zu den ersten Testfahrten (Anfang Februar in Jerez) fertig sein wird: "Das Auto wird voraussichtlich Mitte Januar in der Fabrik zusammengesetzt werden. Anfang Februar sollten wir damit auf die Strecke gehen können. Unser Ziel ist es, dass wir Ende Januar alle Teile soweit fertig haben, dass die Zeit auf der Strecke gewissermaßen eine Nachprüfung der Arbeit in der Fabrik darstellt."

Für den letzten Vorsaisontest in der ersten März-Woche plant Williams bereits mit einer überarbeiteten Version des neuen Fahrzeugs. "Bis dahin sollten wir auf alle Teilen genügend Kilometer gebracht haben, sodass ein Stehenbleiben des Autos auf der Strecke mit einem schwerwiegenden Defekt eine Überraschung darstellen sollte. Gegenwärtig laufen sowohl unser Getriebe- als auch unser Motorenprogramm auf dem Prüfstand".

Die Einheit der hinteren Radaufhängung sei ebenfalls bereit, getestet zu werden. Bis Weihnachten sollen weitere Prüfstandtests folgen, sodass die Gesamtlaufleistung der Basiselemente des neuen Wagens bis Ende des Jahres laut Coughlan 6.000 Kilometer betragen wird.

Falsche Strategie 2011

Auch in puncto Fortschritt beim Chassis gibt Coughlan Auskunft: "Das erste Chassis ist fertig. Das zweite braucht nicht mehr lang. Wir werden in Kürze mit den FIA-Crashtests beginnen." All diese Tests seien im Rahmen erster Probeläufe in der Fabrik bereits erfolgreich bestanden worden.

Beim ersten Test erwartet der Williams-Technikchef daher ein "voll funktionsfähiges Auto, das für Systemchecks herangezogen wird". Abgesehen davon will sich das Team während der Tests vor allem dem Aerodynamik-Aspekt widmen. Laut Coughlan wird der neue Wagen über deutlich mehr Abtrieb verfügen als sein Vorgänger.

Rückblickend auf die Saison 2011 glaubt Coughlan, dass bei der Entwicklung des heiß angeblasenen Diffusors zu viel Zeit verschenkt wurde, was sich letztlich in einem größer und größer werdenden Rückstand auf der Strecke niederschlug. "Wir haben viel Zeit im Windkanal verbracht, haben den angeblasenen Diffusor aber nie richtig zum Funktionieren bringen können. Rückblickend wäre es besser gewesen, mit einem nicht angeblasenen zu arbeiten."

Fotoquelle: Williams

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