Alex Wurz und Pedro de la Rosa sind bei der Karriereplanung anderer Meinung

Formel 1 2011

— 20.12.2011

De la Rosa: "Formel 1 ist physisch nicht so fordernd"

Pedro de la Rosa erklärt, warum er sich als Formel-1-Oldie auf das große Risiko HRT einlässt und sieht sich als 40-Jähriger nicht zu alt

Als das Comeback von Pedro de la Rosa bei HRT vor dem Grand Prix von Brasilien bekanntgegeben wurden, glaubten manche zunächst an einen Scherz. Der Spanier hatte zuletzt im Jahr 2002 eine volle Formel-1-Saison bestritten und ist inzwischen 40 Jahre alt. Zudem war er erst wenige Monate davor zu seinem langjährigen Dienstgeber McLaren als Ersatzpilot zurückgekehrt. Ein achtbares Gehalt und ein sanfter, abgesicherter Karriereausklang wären also gewährleistet gewesen.

In Anbetracht der aktuellen Lage von HRT ist der Start des Teams in Melbourne noch lange nicht in trockenen Tüchern: Nach dem Bruch mit Teamchef Colin Kolles fehlen dem spanischen Rennstall Manpower und Infrastruktur. Doch an einem unspektakulären, aber gemütlichen Karriereherbst scheint de la Rosa kein Interesse zu haben.

"Ich liebe den Rennsport und man kann es aus unterschiedlichen Perspektiven sehen, aber unterm Strich ist es für mich sehr schwierig, an der Boxenmauer zu sitzen und jedes Wochenende den Autos zuzusehen", erklärt de la Rosa gegenüber 'Autosport'. "Das ist der entscheidende Faktor."

Warum sich de la Rosa an die Formel 1 klammert

Auch sein Alter spielt diesbezüglich eine Rolle. "Ich weiß, dass ich nur mehr sehr wenige Jahre als Formel-1-Fahrer habe", möchte er sich nichts vormachen. "Wenn ich diese Chance nicht ergriffen hätte, dann wäre ich als Ersatzfahrer abgetreten - und das wollte ich vermeiden."

Sein Engagement bei HRT sieht er als Zweijahres-Projekt. "Abhängig davon, wie gut ich am Ende bin, wie schnell oder langsam ich bin, werde ich eine Entscheidung treffen", sagt der Mann aus Barcelona. "Ich schaue aber nur auf die kommenden zwei Jahre. Ich werde alles tun, um in der Formel 1 zu bleiben, denn ich glaube, dass man nie zu alt ist, um woanders hinzugehen. Wenn aber Fahrer sagen, dass sie GT-, Sportwagen-Rennen oder DTM fahren, dann kommen sie nie zurück."

Er weiß aber, dass er diesbezüglich sturer als andere Piloten ist, und verweist auf Gespräche mit seinem Kumpel Alex Wurz, der Ende 2007 seinen Formel-1-Rücktritt erklärt hatte und seitdem Langstrecken-Rennen fährt. "Meine Philosophie, wie ich meine Karriere bestreite, unterscheidet sich grundlegende von der von Alex zum Beispiel, den ich liebe. Aber wir haben immer unterschiedliche Ansichten."

De la Rosa fühlt sich nicht zu alt

Obwohl Michael Schumacher nach seinem späten Comeback nicht mehr an frühere Erfolge anschließen konnte, sieht de la Rosa sein Alter nicht als Problem. "Das Alter ist für mich nicht wichtig", bestätigt der 40-Jährige. "Ich geht darum, wie alt ich mich fühle. Die aktuelle Fahrergeneration fängt mit 20 an. Mit 30 sind sie ausgebrannt. Ich habe mit 28 begonnen, ich bin also mental nicht so alt."

Zudem fühlt er sich auch physisch topfit: "Wenn man sein gesamtes Leben lang auf sich geschaut hat, dann ist die Formel 1 physisch nicht so fordernd. Man benötigt keine explosive Muskelkraft, sondern Ausdauer. Marathonläufer oder Radfahrer bringen ihre besten Leistungen, wenn sie 35 sind. Wir sollten nicht vergessen, dass es sich hier um kein 100-Meter-Sprintrennen, sondern um die Langstrecke handelt."

Fotoquelle: xpb.cc

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