In den USA hält sich die Formel-1-Begeisterung derzeit noch in Grenzen

Formel 1 2011

— 22.12.2011

Cheever: "Ein US-Pilot reicht nicht aus"

Eddie Cheever ist davon überzeugt, dass nur mehrere US-Piloten der Formel 1 in den USA zum Erfolg verhelfen können und fordert die Unterstützung der Wirtschaft

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist bewusst, dass die Formel 1 in den USA noch viel Aufbau-Arbeit benötigt, um den Sport im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zu einem Erfolg zu machen. Alle bisherigen Versuche scheiterten, zuletzt verärgerte man die US-Zuseher in Indinanapolis mit einem Farce-Rennen, an dem wegen Reifenproblemen bei Michelin 2005 nur sechs Autos teilnahmen.

Doch die Formel 1 wird nicht müde, es wieder und wieder in den Vereinigten Staaten zu probieren. Nächster Schauplatz: der Circuit of The Americas in der Nähe von Austin in Texas. Mit viel Bauchweh gelang es im letzten Moment, das Rennen für die kommende Saison zu fixieren - vertragliche Probleme hatten das USA-Comeback ins Wanken gebracht. Ein Jahr später soll dann ein Grand Prix vor der Skyline New Yorks in New Jersey stattfinden.

Was aber immer noch fehlt, ist ein US-amerikanischer Lokalmatador. Scott Speed hatte zwar einen prädestinierten Namen, um ein Formel-1-Held zu werden, doch seine Karriere scheiterte 2007 am Nürburgring nach einem Handgemenge mit Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost. Sein damaliger Ersatzmann ist heute zweifacher Formel-1-Weltmeister: Sebastian Vettel.

Führt der Weg nur über einen Lokalmatador?

Vor Speed scheiterte bereits Michael Andretti, der einen ebenso klingenden Namen trägt. Er fuhr 1993 an der Seite von Ayrton Senna bei McLaren, kam aber mit den Formel-1-Boliden überhaupt nicht zurecht. Durchaus beachtliche Leistungen zeigte Eddie Cheever. Der Mann aus Phoenix in Arizona fuhr 132 Rennen und stand zwischen 1978 und 1989 neun Mal auf dem Podest.

Auch er ist der Meinung, dass der Erfolg nur über einen Lokalmatador führt. "Ohne amerikanischen Fahrer kann die Formel 1 in den USA nicht erfolgreich werden", stellt er gegenüber 'CNN' klar. "Es gibt viele Ferrari-Fans, die den Sport überall verfolgen - und es gibt amerikanische Formel-1-Fans. Der Erfolg wäre viel größer, gäbe es amerikanische Fahrer."

Rossi ist größte Formel-1-Hoffnung

Je mehr, desto besser, meint Cheever: "Nur ein Fahrer wird nicht ausreichen. Vielleicht würde ein Fahrer die Amerikaner wachrütteln und andere Fahrer würden sich zu interessieren beginnen. Dieser Prozess wird lange dauern - man würde einen Fünfjahres-Plan benötigen, der von einem Konzern oder von einem Automobil-Hersteller unterstützt wird, um Talente zu fördern. Fast alle jungen Fahrer in den USA wollen in die NASCAR. Wir brauchen mehr Fahrer, die in die Formel 1 wollen."

Derzeit sieht es diesbezüglich aber eher dürftig aus: Der 23-jährige Jonathan Summerton setzte sich in der Formel-3-Euroserie 2006 sogar gegen seinen Teamkollegen Sebastien Buemi durch und war für 2010 bei US F1 im Gespräch. Das Team kam aber nie zustande, Summerton ging das Geld aus und er wechselte wieder zurück in die USA.

Der vielversprechendste Pilot ist der 20-Jährige Alexander Rossi. Er ist Teil des FIA-Nachwuchsprogramm und triumphierte dieses Jahr bei zwei Rennen zur Renault-World-Series. Zudem sammelte er beim Young-Driver-Test für Caterham erste Formel-1-Kilometer. Gelingt ihm 2012 eine starke Saison, dann könnte auch der Sprung in die Königsklasse des Motorsports glücken.

Fotoquelle: IMS / Ron McQueeney

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