Luca di Montezemolo ist in der Formel 1 für seine polemischen Reden bekannt

Formel 1 2011

— 22.12.2011

Montezemolo: "Abu Dhabi 2010 war 2011 unser Problem"

Warum Ferrari laut Boss Luca di Montezemolo 2011 nicht in Schuss kam, wieso er mit einem stärkeren Massa rechnet und was er an Vettel schätzt

Ferrari-Boss Luca di Montezemolo nützte die diesjährige Ferrari-Weihnachtsfeier in Maranello wie jedes Jahr, um der Formel-1-Welt seine Ansichten mitzuteilen. Dass er mit der aktuellen Lage seines Rennstalls unzufrieden ist, darf niemanden verwundern. Die einstigen Rekordsieger laufen seit 2007 einem WM-Triumph nach - 2011 gelang gar nur ein einziger Sieg durch Fernando Alonso in Silverstone. Felipe Massa war ein Schatten seiner selbst und kam nicht über einen fünften Rang hinaus.

"Ich glaube, dass diese Saison von letzten Rennen des Vorjahres in Abu Dhabi beeinflusst war", überrascht der Italiener mit einer ungewöhnlichen Theorie. "Hätten wir den Titel gewonnen, dann hätte das die Moral im Team deutlich gehoben." Dennoch ist Montezemolo mit der Saison verständlicherweise "unzufrieden."

Ferrari: Vorteil durch neues Auspuff-Reglement

Diese Unzufriedenheut ist aber schon wieder der Hoffnung gewichen. "Ich habe Dinge gesehen, die mich zuversichtlich stimmen", spielt Montezemolo auf die Aufbruchsstimmung in seinem Team an. Schließlich hat man die Saison 2011 zu einschneidenden internen Veränderungen genutzt: "Wir haben jetzt eine viel klarere Vision, haben die Organisation, die Simulationen, den Windkanal verbessert. Wir sind allgemein besser vorbereitet, deshalb bin ich zuversichtlich."

Dazu kommt das neue technische Reglement, das Montezemolo als Fortschritt sieht: "Beim Auspuff gibt es Veränderungen. In diesem Bereich hatten wir Schwierigkeiten und waren dadurch weniger konkurrenzfähig."

Alonso der Beste, Massa 2012 stärker?

Zudem hat man laut eigenen Angaben mit Alonso den besten Fahrer der Formel 1 in den eigenen Reihen, sagt Montezemolo: "Ich bin schon lange in der Formel 1 und ich bin der Meinung, dass Alonso der beste Mann im Feld ist, vor allem im Rennen - ganz egal, ob in Bezug auf Speed, Erfahrung, Konstanz, Coolness im Rennen, Beziehung zum Team und so weiter. Seit Michael hat es keinen Piloten mehr gegeben, der 70 Qualifying-Runden am Stück fahren konnte."

Tadel gibt es hingegen für Teamkollegen Massa, der gegen Alonso auch dieses Jahr kein Land sah. "Wir sind mit ihm nicht glücklich, aber er ist es auch nicht", erklärt der Ferrari-Boss die kritische Lage des Brasilianers. "Ich bin aber zuversichtlich, dass er mit einem Auto, das die Reifen schneller auf Temperatur bringt, wieder konkurrenzfähig sein wird."

Montezemolo von Vettels Umgang angetan

Doch hat Massa eine Perspektive in Maranello? "Vielleicht machen wir weiter", will sich Montezemolo, der seit 20 Jahren Ferrari-Boss ist, nicht festlegen. "Wir sehen uns aber auch um." Eine Fahrerpaarung aus Alonso und Hamilton schließt er grundsätzlich aus - Weltmeister Sebastian Vettel wäre aber eine denkbare Variante.

"Er ist kluger Kerl", streut er dem Red-Bull-Piloten Rosen. "Ich mag es, wie er sich verhält. Wenn ich zwischen Fahrern mit ebenbürtigen Fähigkeiten entscheiden müsste, dann würde ich immer den mit mehr Hirn nehmen." Dennoch sieht er Vettel noch nicht auf Augenhöhe mit Alonso: "Ich würde ihn gegen niemanden eintauschen."

Verhinderte Neweys Ex-Frau Ferrari-Engagement?

Auch Jenson Button hat sich laut Montezemolo ein Kompliment verdient: "Er hatte eine außergewöhnliche Saison und war gemeinsam mit Hamilton Teil der stärksten Fahrerpaarung der Saison." Während Mark Webber "immer seine Arbeit macht", zeigt sich der Ferrari-Boss auch von Nico Rosberg beeindruckt: "Er hatte zwei gute Saison, ohne ein konkurrenzfähiges Auto zu haben."

Und dann wäre da noch ein Stardesigner, der Ferrari vor vielen Jahren einen Korb gegeben hat: Adrian Newey. Der Brite, der die letzten beiden Weltmeister-Boliden von Red Bull konstruierte, zog einen Umzug nach Italien nicht in Betracht. Eine Begebenheit, die Montezemolo immer noch schmerzt. Dennoch öffnet er ihm symbolisch die Tür: "1997 hielt seine Frau Italien für ein Dritte-Welt-Land. Aber wenn er seine Meinung ändert und verfügbar ist..."

Fotoquelle: Ferrari

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