Gerhard Berger betrachtet das Comeback von Kimi Räikkönen eher skeptisch

Formel 1 2011

— 25.12.2011

Berger hätte Räikkönen nicht zurückgeholt

Gerhard Berger glaubt, dass es für "Iceman" Kimi Räikkönen schwierig wird, 2012 auf Lotus an frühere Formel-1-Erfolge anzuknüpfen

Für viele Fans ist das Comeback von Kimi Räikkönen in der Formel 1 eine höchst erfreuliche Nachricht, doch Gerhard Berger betrachtet die Rückkehr des "Iceman" aus rein sportlicher Sicht skeptisch. Denn für den zehnfachen Grand-Prix-Sieger steht nicht fest, dass der Weltmeister von 2007 im Lotus-Cockpit Erfolg haben wird.

"Kimi ist ein guter Typ, ein schräger Vogel, der immer sehr viel Farbe mit sich bringt. Für die Formel 1 ist es gut, dass er zurück ist", betont Berger im Interview mit dem 'ORF'. Aber: "Ob er es wieder schafft, an die Spitze zu kommen? Ich würde sagen 50:50." Mit einem Grinsen im Gesicht fügt der Österreicher an: "Vielleicht muss er seinen Wodka ein bisschen reduzieren und wieder ein bisschen diszipliniert werden..."

Hat der Ausflug in die Rallye-WM geschadet?

Räikkönen erlangte während seiner Formel-1-Jahre bei Sauber, McLaren und Ferrari die Reputation, seine Motivation schnell zu verlieren, wenn es mal nicht nach Wunsch läuft. Außerdem wird ihm nachgesagt, gerne mal das eine oder andere Gläschen zu viel zu trinken. Hinzu kommt laut Berger: "Ich halte nicht wahnsinnig viel davon, so wie er es macht, aufzuhören, ein bisschen Rallye zu fahren und dann zu sagen: 'Okay, jetzt fahre ich wieder Formel 1.'"

Daher zweifelt der 52-Jährige an den Chancen des fahrerisch zweifellos begabten Finnen: "Mich würde es wundern, wenn er die Kraft, die Disziplin und den Ehrgeiz aufbringen würde, um wieder ganz nach vorne zu kommen", sagt Berger, schränkt aber ein: "Man darf ihn nicht unterschätzen - können tut er's, überhaupt keine Frage. Schnell ist der Bursche und vergönnen würde ich es ihm auch. Für die Formel 1 wäre es gut, also hoffen wir es für ihn und halten wir ihm die Daumen."

Im Rahmen der Sondersendung von 'Sport am Sonntag' zugunsten der Charity-Aktion "Licht ins Dunkel" gibt Berger auch zu, dass er im Gegensatz zu Lotus-Teamchef Eric Boullier nicht um die Dienste Räikkönens gekämpft hätte: "Ganz klar nein, ich hätte ihn nicht genommen - weil ich einfach nichts davon halte, weg, Rallye fahren, wieder zurück", unterstreicht der ehemalige Toro-Rosso-Teamchef.

Berger sieht Parallele zu Schumacher

"Die Formel 1 ist so speziell. Wenn man damit nicht Tag und Nacht richtig lebt und ständig im Einsatz ist, ständig feilt und schraubt und sich verbessert, dann wird es schwierig", begründet er. "Man muss ja nur schauen: Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher - der ja wieder sehr, sehr gut ist - hat lange gebraucht, um auf Touren zu kommen. Ich glaube, es ist ein Experiment, aber es wird für Kimi sehr schwierig."

Im Fall von Schumacher waren die ungewohnten Fahreigenschaften der Pirelli-Reifen eine der größten Hürden auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur. Auch Räikkönen hat all seine 156 Grands Prix auf Bridgestone- oder Michelin-Reifen bestritten. Doch das sieht Berger nicht als größtes Problem: "Die Umstellung auf die Reifen sehe ich nicht so tragisch. Jeder findet irgendwo den Fehler", traut er dem 18-fachen Grand-Prix-Sieger zu, diese Herausforderung zu meisten.

Aber: "Bei Kimi sehe ich es wirklich so, dass er wieder Tag und Nacht für die Formel 1 leben muss, und ich weiß nicht, ob er noch den Ehrgeiz hat, den er hatte, als er jung war. Er wird sich riesig umstellen müssen. Natürlich hat er Spaß daran und natürlich sagt er, wenn man ihn fragt, dass er wieder alles geben wird. Aber das ist harte Knochenarbeit. Ob er noch die Bereitschaft hat, diese harte Knochenarbeit zu machen, werden wir sehen", meint Berger.

Fotoquelle: xpb.cc

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