Laut Adam Parr ist das Williams-Team für 2012 bestens aufgestellt

Formel 1 2011

— 29.12.2011

Williams-Vorstand: "Sind einfach nicht konkurrenzfähig"

Adam Parr, Vorstandsvorsitzender bei Williams, glaubt, dass sich der Personalumbau im Team bald auf der Rennstrecke auszahlen wird

Williams hat eine äußerst ereignisreiche Formel-1-Saison hinter sich. Rein sportlich liegt hinter dem Team aus Grove das erfolgloseste Jahr seit dem Grand-Prix-Debüt 1977. Als direkte Folge kam es in der sportlichen Leitung der ehemaligen Weltmeister-Mannschaft zu größeren Personalrochaden, an deren Ende unter anderem der langjährige Technische Direktor Sam Michael durch den früheren McLaren-Mann Mike Coughlan ersetzt wurde. Chefingenieur und Anteilseigner Patrick Head zog sich aus dem Formel-1-Tagesgeschäft weitestgehend zurück.

2012 soll für Williams ein Jahr des Aufbruchs werden, das unter dem Motto "Zurück in die Zukunft" stehen könnte. In Renault wurde ein neuer Motorenlieferant gewonnen, mit dem das Team bereits zwischen 1989 und 1997 sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Zudem tritt Williams bereits seit diesem Jahr mit einer Lackierung an, die trotz anderer Sponsoren optisch sehr stark an die Jahre 1994 bis 1997 erinnert.

Adam Parr, Vorstandsvorsitzender bei Williams, ist sich sicher, dass der Wechsel von Cosworth- zu Renault-Motoren "einen großen Schritt" für das Team darstellt. "Ich sage nicht, dass es der alleinige Grund für unsere Unzulänglichkeiten in diesem Jahr war, aber mit dem Cosworth-Motor konnten wir nie das so genannte 'Hot-Blowing' machen, also die hohe Abgasenergie nutzen - besonders in der Qualifikation und in einer begrenzten Rundenanzahl im Rennen", sagt Parr gegenüber 'Autosport'.

Das Fehlen dieser Möglichkeit sei ein Mangel des Cosworth-Aggregats gewesen, dessen absolute Leistung allerdings "ziemlich gut" sei. Doch Dank der Renault-Motoren, mit denen Sebastian Vettel und Red Bull in den vergangenen beiden Jahren Weltmeister wurden, sei Williams künftig besser aufgestellt. "Das gesamte Paket ist technisch ausgereifter, was die Ressourcen dahinter widerspiegelt", meint Parr.

Dank Renault "zurück in die Zukunft"?

Neben dem Motor offenbarte Williams 2011, wie schon in den vorangegangenen Jahren, allerdings auch weitere Schwächen. Parr spricht Klartext: "Ehrlich gesagt, das zieht sich quer durch das Team. Es ist der aerodynamische Teil des Autos und die Art und Weise, wie wir ihn entwickelt haben. Es sind einige mechanische Aspekte des Autos. Es ist die Integration des Motors und von Systemen wie KERS und dem angeblasenen Diffusor. Und, ganz ehrlich: Es hat auch ein paar betriebliche Schwächen gegeben. Wenn man sich unsere Boxenstopp-Zeiten ansieht, sind wir einfach nicht konkurrenzfähig."

Immerhin wisse das Team dadurch genau, was falsch gelaufen sei und wo man künftig ansetzen müsse, um sich zu verbessern. "Die nächste Frage lautet: Verfügen wir über die Leute und die Ressourcen, um Veränderungen herbeizuführen? Und die Antwort lautet: Ja, absolut", sagt Parr. Williams habe einfach frisches Blut benötigt, um die eingeschliffenen Abläufe aufzubrechen. "Ich bin jetzt seit fünf Jahren hier und man passt sich an die Umgebung und die Abläufe an, man akzeptiert es. Wir haben in diesem Jahr gelernt, dass wir gewisse Dinge nicht akzeptieren können."

Michael war überlastet

Vor allem der Technische Direktor Michael sei überlastet gewesen. "Wir haben eine breitere Struktur gebraucht", stellt Parr fest. Als Konsequenz trennte man sich von Michael, der nach dem schwachen Saisonstart die Verantwortung für die sportliche Misere übernommen und seinen Rücktritt angeboten hatte. Nach über zehn Jahren bei Williams wechselt der Australier zu McLaren.

Die schrittweise Trennung von Michael sei anständig abgelaufen. Der 40-Jährige war offenbar sogar in den Prozess eingebunden, als es darum ging, neue Leute für die Technik-Abteilung zu gewinnen. "Ironischerweise waren es im Falle eines Bewerbers Sam und ich, die das Bewerbungsgespräch geführt haben", erzählt Parr. Nun verfüge man über eine neue technische Führung. "Diese Leute erfüllen die die Schlüsselqualifikationen, nach denen wir gesucht hatten. Das waren sehr große Erfahrung, eine gute Art mit Menschen zusammenzuarbeiten sowie eine intellektuelle Wissbegierde, um Dinge zu verstehen."

Gemeinsam mit dem Personal, das Motorenlieferant Renault ins Team einbringe, sei man nun sehr stark aufgestellt. "Wir haben, was wir brauchen", findet Parr. "Ich habe das Gefühl, auch wenn es wehtut, dass wir die Zukunft sehen können." So könne man trotz eines vergleichsweise geringen Budgets wieder sportliche Erfolge feiern. "Wie lange ist es her, dass wir Red Bull besiegt haben? Drei oder vier Jahre? Die Antwort lautet, dass im Sport alles möglich ist."

Fotoquelle: WilliamsF1

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