Eric Boullier musste 2011 einige unbequeme Entscheidungen treffen

Formel 1 2011

— 29.12.2011

Boullier: Senna motivierte das Team

Eric Boullier gibt zu, dass er 2011 Probleme hatte, sein Team zu motivieren - Fahrerwechsel war die Lösung gegen einen stetigen Abwärtstrend

Für Renault (ab 2012 Lotus) war 2011 keine einfache Saison. Im Winter präsentierte sich die Mannschaft um Eric Boullier als Geheimtipp. Mit einem revolutionären Auspuffsystem schockte man erst die Ingenieure der Konkurrenz und wenig später untermauerte Robert Kubica mit Fabelzeiten das Potenzial des Autos. Zu diesem Zeitpunkt traute man Renault durchaus Siege zu.

Die Ernüchterung machte sich aber schnell breit. Anfang Februar verunglückte der polnische Hoffnungsträger bei einer Rallye und verletzte sich dabei schwer. Er wurde durch Nick Heidfeld ersetzt. Zum gleichen Zeitpunkt erkannte man bei Renault, dass es Probleme bei der Entwicklung des Autos gab. Die Weiterentwicklungen funktionierten nicht, wie erhofft.

Durch den famosen Saisonstart mit zwei Podestplätzen in Australien und Malaysia konnte man die internen Probleme nicht erahnen. "Durch den Start der Saison kamen wir über Roberts Abwesenheit hinweg. Aber unglücklicherweise hatten wir Bauchschmerzen mit den Zahlen aus dem Windkanal", wird Boullier von 'Autosport' zitiert.

Abwärtsspirale

"Dann begann das Chaos mit den Motoren-Mappings. Wir verschoben unsere Ressourcen zum Heckauspuff, um in Silverstone zu erfahren, dass wir doch so weitermachen. Das sind keine Ausreden. Das sind Fakten", erinnert sich der Teamchef und bilanziert: "All das machte uns schwächer. Im Vergleich zu unseren Konkurrenten haben wir Boden verloren."

War man Anfang der Saison noch vierte Kraft hinter den drei Top-Teams, musste man sich später Mercedes beugen. Podestplätze waren nicht mehr zu erreichen. "Mitte der Saison hatten wir einen Punkt erreicht, an dem die Performance unseres Autos gerade einmal ausreichte, um in die Top 10 zu fahren. Dann machten wir einige strategische Fehler und unsere Fahrer machten Fahrfehler. Das kostete uns viele Punkte", erklärt Boullier.

"Wenn man diese Abwärtsspirale nicht stoppt, wird es problematisch. Man ist sich bewusst, dass jeder sein Bestes gibt und hart arbeitet. Das betrifft die Mechaniker, die Fertigung und die Kreativität der Ingenieure", schildert er. "Alles steht und fällt mit der Moral. Die Moral ist in der Formel 1 sehr wichtig."

"Wenn man schlechte Ergebnisse hat, fallen die Moral und die Motivation. Dann arbeiten die Leute - und das ist ein normaler Instinkt - nicht mehr so hart und leisten nicht mehr ihr Bestes. Dadurch verliert man an Effizienz. Diese Abwärtsspirale geht immer weiter", berichtet der Renault-Teamchef.

Frischer Wind durch Senna

Die Lösung für das Problem deutete sich bereits in Ungarn an. Im Freien Training durfte Bruno Senna ins Auto steigen und machte Stammfahrer Heidfeld zum Zuschauer. Zu diesem Zeitpunkt lag der Deutsche in der WM-Wertung vor Witali Petrow. In der Sommerpause verkündete Boullier dann überraschend, dass sich das Team von Heidfeld trennen werde und Senna ab dem Rennen in Belgien fahren wird. Begründet wurde dieser Wechsel damit, dass man mit Heidfelds Führungsqualitäten unzufrieden war.

Senna brachte hingegen frischen Wind in das Team. In seinem ersten Qualifying für Renault fuhr er auf einen starken siebten Startplatz. Die Truppe aus Enstone wirkte von da an deutlich motivierter. "Ja, es wurde besser", gibt auch Boullier zu. "Aber der Fakt, dass wir danach nicht weitere Resultate abliefern konnten, warf uns zurück."

Im folgenden Saisonverlauf gelang es Senna nur in Monza, in die Punkte zu fahren. Damit beendete der Brasilianer die Saison auf einem nüchternen 18. Platz. Nick Heidfeld hingegen fehlten auf Petrow am Ende nur drei Punkte, obwohl er die finalen acht Rennen nicht bestreiten konnte. Damit rangiert der Deutsche auf Platz elf direkt hinter seinem russischen Kollegen. Im kommenden Jahr wird keiner der drei Piloten für Boulliers Team fahren.

Fotoquelle: xpb.cc

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