Formel 1 (2011): GP Singapur

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Formel 1 (2011): GP Singapur

— 26.09.2011

Ein Punkt fehlt noch

Sebastian Vettel fuhr in Singapur einen ungefährdeten Sieg nach Hause. Die WM-Party musste das Red Bull-Team trotzdem vertagen: Zur Titelverteidigung fehlt dem Deutschen noch ein einziger Punkt.

(dpa) Die WM-Party ist vertagt, für die Krönung zum jüngsten Doppel-Weltmeister der Formel 1 fehlt Sebastian Vettel aber nur noch ein Pünktchen. Die vorzeitige Titelsause verdarb dem überlegenen Sieger des Nachtrennens von Singapur Jenson Button, der am 25. September 2011 mit Platz zwei vor Mark Webber als einziger der Verfolger seine rechnerische Minimalchance im WM-Rennen bewahrte. Schon beim nächsten Grand Prix in Japan kann Vettel dann aber aus eigener Kraft seinen zweiten WM-Triumph perfekt machen. "Für uns ist es ein unglaubliches Jahr", urteilte Vettel nach einem Kuss in die Kamera und dem Absingen der deutschen Hymne freudestrahlend.

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In der Gesamtwertung könnte den 24-Jährigen nach seinem neunten Saisonsieg in den verbleibenden fünf Läufen nur McLaren-Fahrer Button noch überholen. "Ein fantastisches Ergebnis. Der Sieg bedeutet mir sehr viel", sagte Vettel. "Es gab nicht viel, das wir besser hätten machen können." Er hat nun 309 Punkte auf dem Konto und damit satte 124 Zähler Vorsprung auf Button. 125 Punkte sind noch zu vergeben. "Man kann maximal noch Zweiter werden", bekannte Button. Der Brite müsste alle verbleibenden Rennen gewinnen und Vettel stets punktlos bleiben, um noch die Wende zu schaffen.

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"Wir müssen den Job zu Ende bringen", forderte Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Wir werden noch nicht aufgeben", beteuerte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh tapfer. Definitiv raus aus dem Titelkampf sind neben dem Australier Webber auch der spanische Ferrari-Pilot Fernando Alonso, der in Singapur Vierter wurde, und McLaren-Heißsporn Lewis Hamilton nach Rang fünf. Zweitbester Deutscher hinter Vettel wurde Mercedes-Fahrer Nico Rosberg als Siebter. "Ich habe richtig Probleme gehabt mit dem Auto", räumte der Wiesbadener ein. Adrian Sutil schaffte es im Force India auf Rang acht.

Für Michael Schumacher war das Rennen nach einem kapitalen Auffahrunfall mit Sauber-Pilot Sergio Perez bereits nach der Hälfte gelaufen. "Er ist ein bisschen früh vom Gas gegangen, damit habe ich nicht gerechnet", erklärte der Rekordweltmeister, ehe er von den Rennkommissaren für sein Manöver verwarnt wurde. Der Wersauer Timo Glock schied schon in der 12. Runde aus. Er krachte mit seinem Marussia-Virgin in die Streckenbegrenzung und musste kurz darauf aufgeben. Zuvor hatte er sein Auto bei einer Kollision mit dem HRT von Daniel Ricciardo beschädigt.

Aber es drehte sich ohnehin alles um Vettel. Schon mit seinem Sturm zur elften Pole Position im 14. Saisonrennen bewies der Hesse einmal mehr seine Dominanz. Und unter Singapurs Nachthimmel erwischte er auch einen glänzenden Start und raste seinen Rivalen sofort davon. Nach der ersten Runde hatte der Titelverteidiger schon 2,5 Sekunden Vorsprung. Dahinter verdrängten Button und Alonso den von Platz zwei gestarteten Webber auf Rang vier. Völlig daneben ging der Auftakt für Hamilton, der von vier auf acht zurückrutschte und auch das Mercedes-Duo Rosberg und Schumacher passieren lassen musste. Nach fünf Runden hatte der Brite jedoch die beiden Deutschen wieder kassiert.

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Doch einmal mehr übertrieb es der Weltmeister von 2008 bei seiner Aufholjagd. Bei einer überharten Attacke gegen Ferrari-Fahrer Felipe Massa zersplitterte der Frontflügel an Hamiltons McLaren. Auch Massa musste wegen eines aufgeschlitzten Hinterreifens zurück an die Box. "Er hat mir das Rennen kaputtgemacht. Er hört nicht, er versteht es nicht", schimpfte der Brasilianer. Für die Aktion verurteilten die Rennkommissare Hamilton zu einer Durchfahrtstrafe, auch die letzte Mini-Chance in der WM war damit dahin. An der Spitze zog Vettel unwiderstehlich seine Kreise. Bis zur Halbzeit wuchs sein Polster auf Button auf knapp 20 Sekunden. Platz drei eroberte Webber, weil Alonso mit Bremsproblemen kämpfte.

Dann wurde der bis dahin eher langweilige Grand Prix kurz wieder spannend. Schumacher krachte nach einem Zweikampf ins Heck von Perez' Sauber und rauschte danach in die Streckenbegrenzung. Wegen der umherliegenden Trümmerteile musste das Safety-Car auf den 5,073 Kilometer langen Kurs. Doch Vettel ließ sich auch davon nicht beirren und ließ der Konkurrenz beim Neustart keine Chance. Webber musste zunächst Alonso passieren lassen, holte sich Rang drei aber gleich wieder zurück. Im Schlussdrittel entbrannte noch einmal der Taktikkampf hinter Vettel. Webber wechselte aggressiv auf die superweichen Reifen, um Button noch einmal attackieren zu können. Doch alle Spitzenfahrer konterten die Strategie prompt, so dass sich nichts mehr am Resultat änderte. Nach 61 Runden auf dem Stadtkurs raste Dominator Vettel als Erster über den Zielstrich und kann nun schon die Titelfete in Suzuka planen.

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