Formel 1 2011: GP von Ungarn

Formel 1 2011: GP von Ungarn

— 01.08.2011

Button siegt in Ungarn

Sebastian Vettel hat den Sieg beim Grand Prix von Ungarn verpasst. Der Weltmeister musste sich in einem turbulenten Regenrennen dem McLaren-Piloten Jenson Button geschlagen geben. Fernando Alonso wurde Dritter.

(dpa) Sebastian Vettel hat beim packenden Reifen-Poker von Budapest die Nerven behalten und mit Platz zwei einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Titelverteidigung gemacht. Der Weltmeister musste sich beim unbersichtlichen Groen Preis von Ungarn nur Jubilar Jenson Button geschlagen geben. Der McLaren-Pilot feierte in seinem 200. Rennen nach ebenfalls abgezockter Boxenstrategie seinen insgesamt elften Formel 1-Sieg und wahrte dadurch seine minimalen WM-Mglichkeiten. "Ein Perfekter Start in die Sommerpause. Lasst uns danach zurckkommen und alle Rennen gewinnen", jubelte Button ber Boxenfunk.

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Auch wenn Vettel bei nass-kalten, ungemtlichen 17 Grad und stndig wechselnden Witterungs- und Streckenbedingungen auf dem Hungaroring den erhofften Sieg verpasste, durfte er sich als heimlicher Sieger fhlen. Durch seinen zehnten Podestplatz im elften Saisonrennen konnte der Red-Bull-Pilot seinen groen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter ausbauen. Vor der nun dreieinhalbwchigen Sommerpause liegt Vettel (234 Punkte) nun 85 Zhler vor seinem Teamkollegen Mark Webber. Der Australier wurde in Ungarn Fnfter. Lewis Hamilton, den eine falsche Reifenstrategie, ein Dreher und eine Durchfahrtsstrafe den greifbar nahen Sieg kostete, verteidigte als Vierter seinen dritten WM-Rang mit 146 Punkten. Fernando Alonso bleibt nach seinem dritten Platz in Ungarn WM-Vierter (145). Jubilar Rosberg musste sich in seinem 100. Grand Prix mit Platz neun begngen. Zwischendurch hatte der Mercedes-Pilot sogar an einem Podestplatz geschnuppert.

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Heie Kiste: Nick Heidfelds Lotus Renault fing nach einem Boxenstopp Feuer und stand lichterloh in Flammen.

Fr seinen Teamkollegen Michael Schumacher gab es die nchste herbe Enttuschung: Der Ungarn-Rekordsieger musste seinen Mercedes in der 28. von 70 Runden abstellen. "Der sechste Gang ist letzten Endes ausgefallen", wies der 42-Jhrige auf einen Getriebeschaden hin. Adrian Sutil belegte im Force India Rang 14. Timo Glock wurde im Virgin 17. Nick Heidfeld war nach einem unaufflligen Rennen als erster Deutscher in der 25. Runde ausgefallen. Gerade noch rechtzeitig konnte der Mnchengladbacher nach einem Stopp seinen brennenden Lotus-Renault in der Auslaufzone hinter der Boxengasse abstellen und herausspringen. "Es hat noch extremer gebrannt als in Barcelona", berichtete Heidfeld nach seinem zweiten Feuerunfall. "Die Flammen kamen mir etwas nher. Zum Glck ist nichts passiert."

Vettel startete anders als zuletzt am Nrburgring glnzend und verteidigte auf der glitschigen Piste seine Pole-Position vor dem McLaren-Duo Hamilton und Button. Hamilton attackierte jedoch trotz des Regens wild und brachte den Weltmeister stndig in Bedrngnis. Im fnften Umlauf hatte der Brite dann Erfolg: Vettel bremste in einer Kurve etwas zu spt, geriet auf den rutschigen Rand und Hamilton zog vorbei. Hervorragend fuhren auch Schumacher und Rosberg los. Der als Neunter gestartete Rekord-Weltmeister aus Kerpen machte vier Positionen gut, ehe er im Verlauf der ersten Runden wieder auf Rang acht zurckfiel. Jubilar Rosberg preschte vom siebten auf den vierten Platz vor und konnte diesen auch zunchst verteidigen.

Die widrigen Streckenbedingungen bereiteten beinahe allen Piloten einige Probleme, obwohl sie mit Intermediate-Regenreifen unterwegs waren. Reihenweise rutschten sie teilweise auch ins Gras. Nachdem die Strecke langsam abtrocknete, riskierten die ersten nach elf Runden einen Wechsel auf Slicks. Der fhrende Hamilton und sein engster Verfolger Vettel lieen zwei Umlufe spter Trockenreifen vom Typ "Supersoft" aufziehen. Kurz danach kassierte Button den Red-Bull-Rivalen, der damit nur noch Dritter war. Und Hamilton zog vorne auf und davon. Der zweite Boxenstopp nderte nichts an dieser Reihenfolge.

Dramatik dann in der 47. Runde, nachdem wieder Regen eingesetzt hatte. Hamilton drehte sich und musste Button passieren lassen und Vettel war wieder dichter dran. Wie schon zu Beginn rutschten die Piloten wild hin und her. Hamilton und Button lieferten sich packende Rad-an-Rad-Duelle um die Spitze: Mal war der eine vorn, mal der andere. Weil die Bedingungen auf der nassen Strecke immer schwieriger wurde, lieen Hamilton und einige Kollegen sich erneut Intermediates aufziehen. Ein Fehler, wie sich bald herausstellte. Aber im Reifenpoker verloren auch die Chefstrategen den berblick. Nachdem Hamilton eine Durchfahrtsstrafe kassiert hatte, war seine Siegchance vorbei. Nach spannenden 306,630 Kilometern siegte Button in 1:46:42,337  Stunden. Vettel lag 3,588 Sekunden zurck. Alonso wies bereits knapp 19,819 Sekunden Rckstand auf.

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