Formel 1 2011: Hintergrund

Bilder: Ferrari in der Formel 1 unter Druck Bilder: Ferrari in der Formel 1 unter Druck

Formel 1 2011: Hintergrund

— 22.06.2011

Alonso mit dem Rücken zur Wand

Fernando Alonso ist neben Sebastian Vettel der beste Fahrer in der Formel 1. Bis 2016 hat er sich vertraglich an Ferrari gebunden. Ob das so gut war? Denn bei Ferrari geht es drunter und drüber.

Der Mann hat zwei Gesichter. Privat ist Ferrari-Star Fernando Alonso (28) ein Engel, der wie ein frisch verliebter Teenager bei jedem Rennen in irgendwelchen Shops Stofftiere für seine Ehefrau Raquel als Liebesbeweis kauft. Die Mutation findet mit dem Eintritt ins Fahrerlager statt. Seine sonst eher weichen Gesichtszüge werden dann hart, wie die eines Soldaten, der töten würde. "Nett im Alltag, unbarmherzig auf der Rennstrecke", stellt Ex-Formel 1-Pilot Gerhard Berger fest, "er weiß sich im Team und bei den Gegnern durchzusetzen. Er ist neben Sebastian Vettel (23) der beste Pilot im Feld." Ob sich der Weltmeister von 2005 und 2006 allerdings einen Gefallen getan hat, seinen Vertrag mit Ferrari bis 2016 zu verlängern?

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Frustriert: Nach sieben Rennen hat Ferrari-Pilot Fernando Alonso einen fast uneinholbaren Rückstand auf Sebastian Vettel.

Daran zweifeln die Experten. Ex-Ferrari-Star Berger sagt: "Bei Ferrari scheinen die italienischen Momente wieder über den Sport zu bestimmen. Sie haben weder ein Genie wie Red-Bull-Designer Adrian Newey, der das schnellste Auto bauen kann, noch die ordnende Hand eines Ross Brawn, der Energien konstruktiv bündeln kann." Berger bezieht sich darauf, dass bei Ferrari wieder willkürlich Sündenböcke geopfert werden. So musste vor drei Wochen Technikchef Aldo Costa gehen. Das Ziel, das Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo vor der Saison ausgegeben hatte, wurde bei weitem verfehlt. Er hatte gefordert, dass Ferrari von Anfang an ein konkurrenzfähiges Auto haben müsste.

Die Realität: Nach sieben Rennen hat der WM-Kandidat schon fast einen uneinholbaren Rückstand auf Weltmeister Sebastian Vettel. Doch Ferrari hat nur auf Strecken wie in Montreal echte Siegchancen. Also nur da, wo Aerodynamik keine große Rolle spielt. "So kann man vielleicht mal ein Rennen gewinnen, aber keine Meisterschaft", sagt Ex-Teambesitzer Eddie Jordan. Alonso redet sich mit dem Mythos über die bittere Wahrheit weg: "Du kannst die Geschichte von Ferrari fühlen, wenn du in diesem roten Autos sitzt." Das Problem: Mythos alleine reicht nicht zum Titelgewinn.

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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