Stefano Domenicali und Pat Fry wollen Ferrari in die Erfolgspur zurückführen

Formel 1 2012

— 02.01.2012

Ferrari ist überzeugt: 2012 wird besser

Durch die Veränderungen in der Team-Struktur ist Ferrari zuversichtlich, in diesem Jahr wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen - Ingenieure arbeiten kreativer

Dem Jahreswechsel dürfte Ferrari voller Freude entgegengeblickt haben. Das Jahr 2011 wird der italienische Rennstall nur zu gerne zu den Akten gelegt haben, war es doch, an den eigenen Maßstäben gemessen, ein schwaches Jahr. In der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft landete die Scuderia abgeschlagen hinter Red Bull und McLaren auf dem dritten Platz, während der gesamten Saison gelang dem Team nur ein Sieg durch Fernando Alonso in Silverstone. Noch ein Jahr zuvor war Alonso im Kampf um den WM-Titel nur hauchdünn von Sebastian Vettel besiegt worden.

Die Gründe für den Abfall Ferraris lagen zum einen im Bereich des auspuffangeströmten Diffusors, wo die Italiener einen klaren Rückstand gegenüber der Konkurrenz hatten. Nicht zufällig gelang der einzige Saisonsieg in Silverstone, als das Anströmen des Diffusors durch die Abgase stark eingeschränkt wurde. Hier spielt Ferrari in diesem Jahr die Regeländerung in die Karten, wie Teamchef Stefano Domenicali gegenüber 'Autosport' zugibt: "In diesem Jahr wurden die Regeln so geändert, dass der Auspuff-Effekt wegfällt, ein Bereich, in dem wir weniger stark waren."

Mit neuen Leuten zu alten Erfolgen

Doch in Maranello verließ man sich nicht alleine auf die Regelhüter, sondern machte auch die eigenen Hausaufgaben. Personell gab es einige Veränderungen. Aldo Costa musste den Rennstall verlassen. Er musste sich Fehler bei der Entwicklung des F150 Italia ankreiden lassen. Das Auto war nach Ansicht vieler Beobachter im Vergleich zum Red Bull und McLaren zu konservativ ausgelegt. In seiner Funktion als Technikchef wurde Costa durch den ehemaligen McLaren-Mitarbeiter Pat Fry abgelöst.

Diese Veränderungen sollen Ferrari 2012 wieder in die Erfolgsspur zurückführen. "Wir möchten ein konkurrenzfähiges Auto haben", sagt Luca di Montezemolo. "Ich glaube, das Domenicali, ohne eine komplette Umwälzung durchzuführen, die Organisation verbessert hat. Die verantwortlichen Leute berichten jetzt direkt an ihn. Luca Marmorini, zuständig für die Motoren, ist bei Ferrari groß geworden, hat dann acht Jahre lang bei Toyota Erfahrungen gesammelt, und kam zurück. Auch Pat Fry arbeitet hervorragend. Er hilft uns in Bereichen, in denen Ferrari weniger Erfahrung hat."

Auf den neuen Technikchef warteten gleich mehrere Aufgaben. Zum einem galt es die Simulationsabteilung bei Ferrari zu verbessern. Hier hatte das Team im Vergleich zur Konkurrenz einen Rückstand aufzuholen, da man sich jahrelang mehr auf die Testarbeit auf der hauseigenen Strecke in Fiorano als auf Computersimulationen verlassen hatte. Darüber hinaus musste Fry die Bezugswerte des Windkanals neu justieren, die in der Vergangenheit nicht immer mit den Werten auf der Rennstrecke übereingestimmt hatten.

Frys Einfluss bereits spürbar

Hier sei man laut Fry schon einen Schritt weiter: "Du wirst nie eine hundertprozentige Übereinstimmung erhaltet", sagt der Brite. "Das ist eine fortschreitende Entwicklung. Wir haben jedoch eine Menge gelernt und optimiert. Wir werden besser. Du möchtest natürlich eine Bestätigung auf der Teststrecke, aber durch die Anwendung mathematischer Modelle, kann man das Auto analysieren und herausarbeiten, was es schneller macht. Das erlaubt uns, bessere Entscheidungen zu treffen."

In der Design-Abteilung seien die Veränderungen ebenfalls spürbar: "Die Ingenieure werden kreativer sein. Sie arbeiten viel besser. Vor allem die Aerodynamik-Abteilung war viel kreativer", sagt Fry. Und auch Domenicali bestätigt diesen Eindruck: "Im Bezug auf die Ideen und Zusammenarbeit im Technikbüro sowie die Arbeit im Windkanal und mit den Simulatoren sind wir besser vorbereitet. Daher bin ich optimistisch."

Wo genau das Team im Vergleich zur Konkurrenz steht, kann der Teamchef derzeit natürlich noch nicht einschätzen. Eine erste Standortbestimmung werden die Wintertests liefern, die am 7. Februar in Jerez beginnen. Endgültig aufgedeckt werden die Karten jedoch erst beim Saisonauftakt im Melbourne. "Wenn wir beim Qualifying für das erste Rennen auf die Stoppuhr schauen, kennen wir die Antwort", sagt Domenicali. "Aber ich sehe einige Dinge, die mich zuversichtlich stimmen, dass wir vernünftige Arbeit abliefern. Wir arbeiten in die richtige Richtung."

Fotoquelle: xpb.cc

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