Sebastian Vettel hat aus den Erfahrungen des Jahres 2010 eine Menge gelernt

Formel 1 2012

— 03.01.2012

Vettel: "Du musst dir einfach immer treu bleiben"

Wie Sebastian Vettel aus den Fehlern von 2010 gelernt hat, was er in seiner Kart-Zeit gelernt hat und warum Facebook und Twitter nicht sein Ding sind

Vergleicht man die beiden Weltmeister-Jahre 2010 und 2011 von Sebastian Vettel miteinander, so war der wesentliche Unterschied zwischen beiden Saisons vor allem die Zuverlässigkeit. Sowohl die des Autos, welches 2011 wesentlich standfester war, als auch die des Fahrers. Während Vettel 2011 kaum noch grobe Fahrfehler unterliefen, sorgten im Jahr zuvor vor allem die Kollisionen mit Mark Webber in Istanbul und Jenson Button in Spa-Francorchamps bei vielen Beobachtern für Kopfschütteln.

Rückblickend betrachtet bedauert Vettel diese Fehler zwar nicht, gibt aber zu, daraus gelernt zu haben. "Es gibt sicher Situationen, wo ich heute zurückstecken würde", sagt der 24-Jährige im Interview auf seiner offiziellen Website. "Du machst nichts, wo du dir schon von vornherein denken könntest, dass das schiefgeht." Im Falle der Kollision mit Button bedauert Vettel zwar die Folgen, sieht dies jedoch nicht als groben Fehler seinerseits an. Und auch zum Crash mit Webber sagt er: "Auch da habe ich nicht versucht, etwas zu machen, das unerreichbar war."

Nach den Unfällen überwog 2010 in der Öffentlichkeit und in den Medien phasenweise die Kritik an Vettel. Das habe ihn jedoch nicht beeinflusst, er habe einfach weitergemacht wie vorher auch. "Das klingt einfach, ist es aber nicht. Natürlich ärgert es einen, wenn viel Mist geschrieben wird und einem Sachen angehängt werden, die so nicht stimmen." Es sei jedoch unmöglich, die Leute zu bekehren, man dürfe sich nicht verbiegen, um es anderen Recht zu machen. "Wichtig ist, dass man sich selbst im Spiegel anschauen kann. Du musst dir einfach immer treu bleiben."

Auch Glück gehört dazu

Nicht nur die fahrerische Konstanz, sondern auch die richtigen Entscheidungen im Rennen trugen 2011 ihren Teil zu Vettels Dominanz in der Formel 1 bei. Der Deutsche gibt jedoch zu, dass dabei auch die nötige Portion Glück im Spiel war: "Wir sind schon in einigen Fällen ein gewisses Risiko eigegangen. Es wäre im Nachhinein einfach, sich hinzustellen und zu sagen, wir haben von vornherein gewusst, dass es klappt."

So sei beispielsweise die Einstopp-Strategie bei Grand Prix von Monte Carlo ein solches Vabanque-Spiel gewesen. "Davon war nie die Rede, noch nicht mal für Teams im Mittelfeld, obwohl die mehr riskieren können als die vorne. Trotzdem bin ich draußen geblieben." Nach dem verpatzten ersten Boxenstopp sei dies jedoch seine einzige Chance gewesen, an der Spitze zu bleiben. "In dem Fall war ich der Held. Ich hätte aber auch der Depp sein können.

Im Laufe seiner Karriere stand Vettel nicht immer ein solch konkurrenzfähiges Auto wie der Red Bull RB7 zur Verfügung. Während seiner Anfänge im Kart war er mit unterlegenem Material teilweise chancenlos gegen seine Konkurrenten. Für den ehrgeizigen Deutschen war das schon damals nicht leicht zu akzeptieren. "Da wurde ich dann schon mal richtig sauer mit meinem Vater, der ja mein Mechaniker war, und dann flog auch mal das Kart durchs Zelt."

Datenanalyse ist nicht alles

Sein Vater Norbert, der seinen Sohn noch heute zu den meisten Rennen begleitet, holte ihn jedoch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und machte ihm klar, dass er das Beste aus der Situation machen müsse. "Entweder du probierst noch was anderes, oder wir hören auf damit. Das wollte ich natürlich auch nicht. In so einer Situation entwickelt man zwangsläufig seine Sinne dafür, was man besser machen könnte."

Später in der Formel BMW und Formel 3 habe ihm dann die Datenauswertungen bei der Abstimmung des Fahrzeugs sehr geholfen. "So etwas hatten die Fahrer von früher nicht. Ich bin also auch irgendwie in dieses Analysieren und Nachdenken hineingewachsen", erkennt Vettel an. Allerdings verlässt er sich auch heute nicht nur auf die Daten, sondern auch auf seine Sinneseindrücke. "Es hilft auch mal, auf der Strecke oder im Fernseher die Kollegen zu beobachten und zu analysieren, was die anders machen. Nehmen die in der Kurve mehr oder weniger den Randstein mit, fahren sie spitzer auf den Scheitpunkt zu oder schneller."

Zwar ist Vettel ein Fahrer, der viel Kontakt zu seinen Fans sucht, für die sozialen Netzwerke im Internet gilt die jedoch nicht. Während Rubens Barrichello via Twitter über 1,3 Millionen Fans auf dem Laufenden hält, tritt Vettel auf diesen Plattformen nicht in Erscheinung: "Für mich ist das keine echte Kommunikation. Facebook und Twitter sind nicht mein Ding. Das ist eine sehr indirekte und unpersönliche Art mit anderen Leuten in Kontakt zu treten. Ich bevorzuge das persönliche Gespräch, Angesicht zu Angesicht."

Fotoquelle: xpb.cc

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