Stefano Domenicali sieht sein Team an der Motorenfront unter Druck

Formel 1 2012

— 11.01.2012

Doppelbelastung: Leidet Ferrari unter Wechsel auf Turbos?

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sieht Ferrari durch das ab 2014 gültige Motorenreglement derzeit im Nachteil und legt viel Wert auf den Motorensound

Ab 2014 tritt in der Formel 1 ein neues Motoren-Reglement in Kraft. Die 2,4-Liter-Saugmotoren mit acht Zylindern werden Ende nächsten Jahres eingemottet und von den kleinen 1,6-Liter-Turboaggregaten ersetzt, die nur noch sechs Zylinder umfassen. Damit feiern die Turbos nach 25 Jahren ein Comeback.

Ferrari sieht sich diesbezüglich unter größerem Druck als die meisten Konkurrenz-Teams, denn neben Mercedes ist man der einzige Hersteller in der Formel 1, der Chassis und Motor selbst herstellt. "Aus wirtschaftlicher Sicht eines Herstellers werden diese zwei Jahre die härtesten Jahre", bestätigt Luca di Montezemolo im Zuge des Wrooom-Events in Madonna di Campiglio. "Die anderen Teams zahlen nur den Preis für den Motor. Wir müssen uns einer anderen Herausforderung stellen."

Luca Marmorini ist der Projektleiter der Entwicklung des neuen Aggregats. Mercedes dürfte diesbezüglich etwas weiter als Ferrari sein, denn bei den Silberpfeilen kündigte man an, das neue Aggregat in Kürze erstmals zu zünden. Dies ist bei den Roten in Maranello für den frühen Sommer vorgesehen. Gleichzeitig muss aber auch der aktuelle Motor optimiert werden, weshalb die Italiener eine Doppelbelastung bewältigen müssen.

Hohe Kosten durch neues Motoren-Reglement

"Dieses Jahr und nächstes Jahr haben wir zwei Projekte, die parallel laufen", sagt Domenicali. "Wir pushen beim neuen Motor, denn wir wissen, dass uns nicht viel Zeit bleibt. Wir hoffen, dass wir den Motor vor dem Sommer dieses Jahres zünden können."

Der Wechsel auf das neue Motorenformat hinterlässt auch wirtschaftlich seine Spuren. "Wir wissen, dass uns das viel Geld kostet, das wir investieren müssen, um die Prüfstände und die Strukturen auf den neuesten Stand zu bringen", erklärt der Ferrari-Teamchef. "Wir haben in diesem Bereich auch neue Leute mit anderen Erfahrungswerten, die wir nicht in der Fabrik hatten, hinzugezogen. Es handelt sich schließlich um eine neue Philosophie, die Überscheidungen mit den Serienmotoren der Zukunft haben könnte. Das werden wir aber noch sehen."

Sound liegt Domenicali am Herzen

Dem Italiener ist es ein großes Anliegen, dass trotz des neuen Motorenformats der Charakter der Formel 1 erhalten bleibt. Vielen Fans ist der elektrisierende Lärm der hochdrehenden "Sauger" ans Herz gewachsen, doch der Wechsel auf kleine Turbomotoren löste zunächst Bedenken aus. Domenicali ist dies bewusst. "Ein sehr wichtiger Aspekt dieses neuen Motors ist der Lärm, den er macht", so Domenicali. "Ich möchte mich davon vergewissern und es mit meinen eigenen Ohren hören, wenn er gezündet wird."

Er sieht die Geräuschkulisse in der Formel 1 als entscheidend an: "Unserer Meinung nach bestimmt das den Wert der Formel 1. Die Leute kommen an die Rennstrecke, um diese Schwingungen zu spüren. Wir haben mit unseren Unterstützern Marktforschung betrieben und wir wissen, dass wir das nicht verlieren dürfen."

Daher möchte er diesem Aspekt seine Aufmerksamkeit widmen: "Wenn wir in diesem Bereich etwas tun müssen, dann müssen wir es jetzt tun. Wir dürfen uns nicht nur auf die technische Seite, auf die Effizienz und diese Dinge konzentrieren, sondern dürfen nicht vergessen, dass es in der Formel 1 um Leidenschaft geht. Es geht darum, diese besondere Atmosphäre zu garantieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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