Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali will zunächst den Testauftakt abwarten

Formel 1 2012

— 11.01.2012

Ferrari will "Ruhe bewahren"

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali warnt im Vorfeld der Saison 2012 vor übergroßen Erwartungen - Präsentation des neuen Ferrari am 3. Februar in Maranello

Die Erwartungen seitens der Tifosi an die Scuderia Ferrari im Hinblick auf die Saison 2012 sind hoch. Nach vier Jahren ohne WM-Titel soll in der neuen Saison möglichst wieder einer der "Roten" auf den WM-Thron klettern. Dessen ist sich Teamchef Stefano Domenicali voll bewusst, entsprechend versucht der Italiener im Vorfeld der Saison übergroße Erwartungen im Rahmen zu halten.

"Es macht keinen Sinn, ängstlich in die Saison zu gehen, das sorgt nur für Druck. Uns ist aber sehr wohl klar, dass uns in vielerlei Hinsicht eine wichtige Saison bevorsteht", hält Domenicali in Madonna di Campiglio fest. "So ist der Rennsport, aber Ferrari ist lange in diesem Geschäft dabei. Es war immer so. Speziell für ein Team wie Ferrari ist es wichtig, mit den Erwartungen und den Emotionen richtig umzugehen."

Domenicali selbst habe "seit jeher den Anspruch, ruhig und entschlossen an die Sache heranzugehen", wie er betont. "Vor allem aber geht es darum, nicht in ein Motivationsloch zu fallen, sollten die Dinge nicht von Beginn an wie geplant laufen." Eine zu positive Einstellung sei jedoch ebenfalls nicht zielführend, weshalb man zunächst die ersten Testfahrten mit dem neuen Boliden abwarten müsse.

Präsentation am 3. Februar in Maranello

In diesem Zusammenhang bestätigt der Italiener, dass der neue Ferrari "am 3. Februar in Maranello präsentiert wird". "Es wird wie üblich eine Präsentation an der Rennstrecke in Fiorano geben. Anschließend werden wir sehen, ob wir den Shakedown noch am selben Tag oder am darauffolgenden Tag durchführen werden. Das hängt ein wenig von den Wetterbedingungen ab." Der erste ernsthafte Test des neuen Boliden ist für den Testauftakt am 7. Februar in Jerez vorgesehen.

In Bezug auf den neuen Ferrari lässt Domenicali durchblicken: "Aus mechanischer Sicht wird es ein anderes Auto sein. Das Wichtigste wird sein, dass es auch wettbewerbsfähig ist. Das Auto verkörpert einige neue Konzepte, die in unseren bisherigen Fahrzeugen noch nie zuvor zum Einsatz kamen. Diese wird man sehen können."

In den ersten unter der Leitung von Technikchef Pat Fry konstruierten Ferrari setzt man in Maranello große Hoffnungen. "Wir trafen die Entscheidung, auf ihn zu setzen, fast bei Saisonmitte", blickt Domenicali auf den Wechsel an der Technikspitze von Aldo Costa zu Fry zurück. "Er sollte die Struktur nach unseren Vorlieben umbauen. In den vergangenen Monaten haben wir diesbezüglich entscheidende Fortschritte erzielt, aber wir sind noch nicht fertig."

Red Bulls Vorsprung künftig kleiner?

Durch das Verbot des heiß angeblasenen Diffusors erwartet der Ferrari-Teamchef eine engere Spitze als in der vergangenen Saison, die klar im Zeichen von Red Bull stand. "Der Auspuff das einzig wirklich neue Thema hinsichtlich der technischen Regularien - abgesehen vom Frontflügel, der etwas steifer gemacht werden musste, wie am Ende der vergangenen Saison vereinbart wurde", hält Domenicali fest.

"Wie in einem solchen Fall üblich wird es beim Auspuff darum gehen, die Vorgaben der FIA bis zum Limit zu interpretieren. In Bezug auf die Neupositionierung des Auspuffs und des von der FIA vorgegebenen Motormappings werden alle Teams versuchen, die bestmögliche Performance herauszuholen. Diesbezüglich gibt es keinen Informationsaustausch zwischen den Teams, weshalb es im Moment sehr ruhig zugeht. Das ist ein Teil unseres Geschäfts. Ich bin überzeugt, dass jedes Team bemüht ist, im Windkanal herauszufinden, wo im Bereich des Auspuffs zusätzliche Leistung herauszuholen ist. In der Formel 1 kommt es auf jede Hundertstelsekunde an."

"Durch die Veränderungen bei unserem Projekt haben wir einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht", ist sich der Ferrari-Teamchef sicher. "Durch die Reglementänderungen beim Auspuff wird der Leistungsvorteil von denen, die diesen Bereich im Vorjahr am besten genutzt haben, kleiner sein. Dennoch müssen wir wie immer abwarten, was die Teams genau tun. Deswegen verhalte ich mich diesbezüglich auch sehr pragmatisch und schreie nicht hinaus, wo wir stehen."

Perfektion in allen Bereichen als Zielvorgabe

Geht es nach den Tifosi, dann soll in diesem Jahr nichts anderes als der WM-Titel her. "Wir wissen, dass dies die Erwartung ist. Daher muss das natürlich unser Ziel sein", sagt Domenicali. "Uns ist aber klar, dass die anderen Teams sehr stark sein werden. Wir müssen realistisch bleiben. Es macht keinen Sinn, etwas hinauszuposaunen, bevor wir überhaupt auf der Strecke waren."

Wie im Vorjahr glaubt der Italiener auch in diesem Jahr, "dass wir das wirkliche Szenario erst beim Qualifying in Melbourne sehen werden". Durch die Testfahrten im Februar könne man allenfalls ein Gefühl bekommen, "aber die Realität werden wir erst am Samstag in Melbourne kennen".

Um den WM-Titel tatsächlich einfahren zu können, gelte es in sämtlichen Bereichen auf der Höhe zu sein. "Wir müssen beim Start vor den anderen sein, wir müssen unsere Abläufe bei den Boxenstopps massiv verbessern und wir müssen hinsichtlich der Zuverlässigkeit immer top sein, denn wir können es uns nicht leisten, Punkte liegenzulassen", fordert Domenicali. "In Bezug auf die Rennstrategie haben wir im vergangenen Jahr einen großen Schritt getan. Unterm Strich müssen alle diese Bereiche bis zum Limit ausgereizt werden, um zu gewinnen. Das ist das Ziel innerhalb unseres Teams."

Fotoquelle: Ferrari

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