Felipe Massa wetzt die Messer: Kann er gegen Alonso zurückschlagen?

Formel 1 2012

— 12.01.2012

Massas Kampfansage: "Kann 2012 Alonso schlagen"

Wie Felipe Massa seinen Teamkollegen Fernando Alonso 2012 schlagen möchte und wovon das teaminterne Duell abhängen wird

Felipe Massa gibt sich vor seiner entscheidenden Ferrari-Saison kämpferisch. Dem Brasilianer ist bewusst, dass er sich dieses Jahr deutlich steigern muss, will er seinen Platz im für viele attraktivsten Team der Formel 1 verteidigen. Eine weitere Saison, in der das beste Resultat ein fünfter Platz ist, wird in Maranello sicher nicht geduldet.

Massa glaubt nicht nur, dass er 2012 um den Titel fahren kann, er gibt sich auch zuversichtlich, seinen Teamkollegen Fernando Alonso übertrumpfen zu können. "Ja, auf jeden Fall. Ich bin absolut überzeugt davon, dass ich das schaffe", sagt der Brasilianer beim Wrooom-Event in Madonna di Campiglio.

Begründet sich Massas Aussage auf echter Überzeugung oder handelt es sich bloß um Zweckoptimismus? Welche Gründe hat er, tatsächlich zu glauben, dass er den zweifachen Weltmeister dieses Jahr nach zwei enttäuschenden Saisons an seiner Seite besiegen kann ? Der Mann aus Sao Paulo verweist auf die Reifen.

Massa hofft auf Ende der Reifenprobleme

Ferrari hatte im Vorjahr große Probleme, die härteren Pirelli-Mischungen auf die richtige Temperatur zu bringen. Genau diese Tatsache sieht der 30-Jährige, der seit seinem schweren Crash in Ungarn 2009 kein Rennen mehr gewonnen hat, als Chance. "Wir hatten 2011 kein gutes Jahr", sagt er. "Speziell mit den harten Reifen hatten wir große Probleme. Aufgrund meines Fahrstils habe ich darunter wahrscheinlich noch etwas mehr gelitten als Fernando, aber auch er hatte in diesem Bereich Probleme."

Massa geht ins Detail: "Wie wir gesehen haben, hatten wir ein Auto, das vor allem im Qualifying nicht so konkurrenzfähig wie im Rennen war. Ich spreche nicht nur über die letzte Saison, sondern auch über 2010. Wir hatten einen enormen Reifenverschleiß und das wirkte sich vor allem in Kombination mit meinem Fahrstil negativ aus."

Warum Massa darunter mehr leidet als Alonso? "Mein Fahrstil ist weniger aggressiv, vor allem für die Vorderreifen, die man schwer auf Temperatur bringt. Es ist dann in den ersten Runden schwierig, Grip aufzubauen. Das war mein Problem und das Auto war daran beteiligt. Das gilt aber nicht nur für mich, sondern auch für Fernando."

Alonsos Reaktion auf Massas Kampfansage

Jetzt hofft der Brasilianer, dass Neo-Technikchef Pat Fry dem Ferrari-Boliden das alte Reifenleiden endlich ausgetrieben hat. "Wenn wir ein Auto haben, das auf jeder einzelnen Rennstrecke konkurrenzfähig ist, dann gibt es diesen Abstand zu meinem Teamkollegen nicht mehr. Ich bin sicher, dass ich dann gegen Fernando kämpfen kann und nicht nur seine Zeiten egalisieren kann, sondern sogar besser sein kann. Ich kann sogar schneller als er sein."

Doch wie reagiert der Spanier auf die Kampfansage Massas? Mit Gelassenheit. "Hoffentlich sind wir beide sehr konkurrenzfähig", ist der Ferrari-Star bemüht, kein Öl ins Feuer zu gießen. "Hoffentlich gewinnt er die eine Hälfte, ich die andere Hälfte aller Rennen", scherzt er.

Auch Alonso hofft, dass der neue Ferrari mit den Pirelli-Reifen besser harmoniert als sein Vorgänger. "Wir hatten im Vorjahr mit einigen Reifenmischungen Probleme und ich denke, dass wir dieses Jahr unsere Probleme in den Griff kriegen werden und so mit den neuen Mischungen stärker werden", blickt er in die Zukunft. "Das wäre sehr willkommen. Wenn das nicht der Fall ist, dann müssen wir hart arbeiten, denn einige andere Teams haben mit einigen Mischungen keine Probleme, also liegt es an uns."

Massa sieht Neuzugang Hamashima als persönlichen Vorteil

Funktioniert der neue Ferrari nicht auf Anhieb, dann hat man seit kurzem einen Joker in den eigenen Reihen: Ex-Bridgestone-Reifenchef Hirohide Hamashima verstärkt ab sofort die Roten aus Maranello - sein Know-how soll dabei helfen, Ferrari wieder in die Spur zu bringen. "Hamashima ist ein sehr guter Ingenieur", ist Massa überzeugt. "Er weiß alles über die Reifen, er hat enorme Erfahrung, seine Präsenz kann für das Team allgemein von Vorteil sein, aber auch für mich, denn er versteht Dinge, die für das Auto wichtig sind."

Trotz seiner Kampfansage an den Teamkollegen ist Massa davon überzeugt, dass er und Alonso am gleichen Strang ziehen. "Ich denke, dass wir beim neuen Auto in die gleiche Richtung gehen wollen", bestätigt er. "Wir werden das Team sehr hart pushen, um alles zu bekommen, was wir wollen."

Was er Alonso 2012 zutraut? "Er ist ein sehr guter Fahrer, was er in seiner Karriere schon sehr oft gezeigt hat", streut er dem spanischen Superstar Rosen. "Jetzt müssen wir einmal auf das Auto warten, aber wenn es gut ist, dann kann es für ihn eine gute Weltmeisterschaft werden." Nachsatz: "Aber sicher auch für mich."

Fotoquelle: xpb.cc

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