Welcher Pilot macht das Rennen um Rubens Barrichellos Williams-Cockpit?

Formel 1 2012

— 13.01.2012

Williams-Cockpit-Poker: Entscheidung in Sicht?

Viele sehen Bruno Senna bereits als Williams-Piloten für die Saison 2012, doch die Truppe aus Grove möchte Adrian Sutils Prozessstart abwarten

Nach wie vor ist unklar, wer bei Williams das zweite Cockpit neben Pastor Maldonado erhalten wird. Zuletzt spitzte sich alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem bisherigen Stammpiloten Rubens Barrichello, Ex-Force-India-Fahrer Adrian Sutil und Ex-Renault-Mann Bruno Senna zu. Der Deutsche, der im Vorjahr mit einer starken Saison aufhorchen ließ, musste im Vertrags-Poker aber nun einen Dämpfer hinnehmen: Er muss sich Ende Januar wegen eines Zwischenfalls in einer Diskothek in Schanghai Mitte April 2011 vor Gericht gegen den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung verteidigen.

Die Stimmen mehren sich derzeit, dass der Gräfelfinger damit aus dem Rennen ist. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist dies aber nicht der Fall. Williams möchte nun den Prozessstart abwarten und erst Anfang Februar eine Entscheidung treffen. Die Testfahrten beginnen am 7. Februar in Jerez.

Sponsor vermeldete Senna-Verpflichtung

Die beste Ausgangsposition hat aber derzeit Senna. Kürzlich vermeldete Eike Batista - einer der reichsten brasilianischen Geschäftsleute - auf 'Twitter': "Es ist einfach - Senna wird diese Saison für Williams fahren." Batista ist Chef der Dachfirma von Sennas Mineralöl-Sponsor OGX. Der Neffe der Formel-1-Legende Ayrton Senna war daraufhin darum bemüht, das Strohfeuer einzudämmen und stellte richtig, dass er von Williams nicht bestätigt wurde und weiter um das Cockpit kämpft.

Sein bestes Argument heißt Embratel. Das in Rio de Janeiro sitzende Telekommunikations-Unternehmen würde deutlich mehr als die Sponsoren von Sutil und Barrichello in die nach dem Absprung von Hauptsponsor AT&T leere Teamkasse des Rennstalls aus Grove einzahlen.

Barrichello glaubt an seine Chance

Damit könnte ausgerechnet ein Landsmann Barrichello daran hindern, seine 20. Formel-1-Saison in Angriff zu nehmen. Doch der 39-Jährige übt sich weiterhin in Zweckoptimismus. "Es dauert länger, als ich es mir wünschen würde", spielt er gegenüber 'The Flying Lap' auf die nervenzehrende Geduldsprobe an. "Ich denke aber positiv. Ich hatte immer schon die Herangehensweise, dass man an Dinge glauben muss, auch wenn sie noch nicht passiert sind, aber sie passieren in deinem Geist. Ich kämpfe um meine Position."

Barrichello ist bewusst, dass Senna und Sutil seine Rivalen um den Williams-Sitz sind: "Es gibt zwei andere Fahrer, die das Potenzial haben, bei Williams zu fahren, aber ich habe das Gefühl, dass ich ein recht guter Kandidat bin. Ich finde, dass ich dort fahren sollte."

Erfahrung als Trumpf

Er verweist auf seine enorme Erfahrung, die ein Team wie Williams, das sich im Umbruch befindet, brauchen könnte. "Es gibt viele Änderungen für das Team - der Motor, es gibt neue Leute", bestätigt er. "Ich sage den Leuten bei Williams, dass sie meine Erfahrung auf eine gewisse Art und Weise gratis dazubekommen."

Seiner Meinung ist er der Pilot mit dem besten Gesamtpaket. Barrichello ist für seine technischen Kenntnisse bekannt, gegen Saisonende präsentierte er sich zudem topmotiviert und glänzte im Qualifying in Brasilien mit einer Top-Runde. "Wo findet man jemanden mit so viel Erfahrung und so einem Willen, gut abzuschneiden?", fragt er.

Barrichello hofft auf Märchen wie 2009

"Ich habe nach wie vor so ein Gefühl für das Auto, ich möchte so schnell wie möglich sein", gibt er sich alles andere als rennmüde. "Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich in meinen 20ern war, da dachte ich, dass ich bis in meine 30er-Jahre fahren werde. Jetzt bin ich 39 und möchte immer noch weitermachen. Daher wäre das Cockpit das Beste, was mir passieren könnte, und ich hoffe, dass ich dieses Jahr fahren werde."

Hoffnung schöpft er auch aus der Tatsache, dass er ein ähnliches Szenario bereits 2009 erlebt hat - und trotz der Zitterpartie um das Brawn-Cockpit daraufhin eines seiner besten Formel-1-Jahre erlebte: " Damals dauerte es sogar länger, denn es war schon Mitte Februar, als ich in meinem Landhaus in Brasilien war und das Telefon läutete. Es dauerte so lang. Honda hatte aufgehört, für Brawn gab es kein Geld, viele Dinge spielten sich ab. Es war ein ständiges Auf und Ab."

Doch am Ende saß er in einem Siegerauto und reanimierte seine Formel-1-Karriere: "Glücklicherweise hatte die Sache für mich ein gutes Ende und ich durfte eines der besten Autos fahren, die ich je in der Formel 1 gefahren habe. Wer weiß? Jetzt hoffe ich, dass sich die Geschichte wiederholt."

Fotoquelle: xpb.cc

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