Felipe Massa steht unter Zugzwang: Die Saison 2012 muss besser werden als 2011

Formel 1 2012

— 15.01.2012

Massa: "Natürlich stehe ich unter Druck"

Felipe Massa weiß, dass die Formel-1-Saison 2012 für ihn entscheidend sein wird und ist fest entschlossen, wieder an alte Erfolge anzuknüpfen

Eine entspannte Saisonvorbereitung sieht anders aus: Schon bevor die ersten Meter des Formel-1-Jahres 2012 gefahren sind, steht Felipe Massa unter besonderer Beobachtung. In den vergangenen Wochen und Monaten mussten die Ferrari-Verantwortlichen ein ums andere Mal Gerüchte über eine vorzeitige Ablösung des Brasilianers dementieren. Zugleich haben seine Vorgesetzten jedoch hohe Erwartungen an den 30-Jährigen. So sprach Teamchef Stefano Domenicali von einem wichtigen Jahr für Massa, für Ferrari-Boss Luca di Montezemolo ist es gar das entschiedene Jahr.

Unumstritten ist, dass Massas Karriere seit seinem Unfall in Ungarn 2009 einen Knick gemacht hat. Fuhr er 2008 noch buchstäblich bis zur letzten Sekunde um die Weltmeisterschaft, konnte er in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen und stand klar im Schatten seines Teamkollegen Fernando Alonso. 2011 blieb Massa dann vor allem wegen mehrerer Kollisionen mit Lewis Hamilton in Erinnerung, in den Rennen kam er nicht über einen fünften Platz hinaus - zu wenig für ein Team wie Ferrari, welches im vergangenen Jahr allerdings auch nur selten siegfähig war.

Team und Fahrer müssen sich steigern

Der Brasilianer ist sich daher der Tatsache bewusst, dass sich alle Beteiligten 2012 steigern müssen - er selbst eingeschlossen: "Natürlich wird das ein sehr wichtiges Jahr. Das gilt nicht nur für mich, sondern für das gesamte Team, denn wir wollen in diesem Jahr mehr erreichen als im vergangenen", sagt Massa in dieser Woche im Rahmen des Wrooom-Events in Madonna di Campiglio. "Was mich betrifft, so will ich ebenfalls mehr herausholen als in den Jahren 2011 und 2010. Ich will wettbewerbsfähig sein."

Dazu gehört laut Massa auch das nötige Rennglück, welches ihm seiner Ansicht nach im vergangenen Jahr nicht immer hold war. "Ich hoffe auf eine Saison, in der die Zeichen nicht wieder ständig gegen mich stehen. Im vergangenen Jahr startete ich oft gut in die Rennen und stand am Schluss mit deutlich weniger Punkten, da als ich verdient gehabt hätte", beklagt der Brasilianer. Dennoch ist er weit davon entfernt, zu resignieren: "Ich bin sehr zuversichtlich und habe jede Menge Motivation und Antrieb."

Unter Druck zu stehen, sei bei einem Team mit den Ansprüchen von Ferrari jedoch normal, allerdings ist dieser Druck für Massa eine positiver: "Der Druck, um die Weltmeisterschaft zu fahren, ist aber immer besser als der Druck, zur Spitze vordringen zu müssen. Mein Ziel ist es, so wettbewerbsfähig wie möglich zu sein, so viele Rennen wie möglich zu gewinnen und um die Weltmeisterschaft zu kämpfen, so wie ich es in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen habe."

Rennsiege sind das Ziel

Eine konkrete Vorgabe, welche Ergebnisse er liefern müsse, hat ihm Ferrari angeblich nicht gemacht: "Nein, niemand hat irgendetwas verlangt", stellt Massa klar. Allerdings würden für ein Team wie Ferrari nur Siege zählen, daher lautet sein persönliches Ziel: "Das Wichtigste ist, wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren. Ich möchte Rennen gewinnen, vom Anfang bis zum Ende der Saison eine perfekte Leistung bringen. Das will ich - für mich. Aber auch für das Team."

Der Brasilianer erinnert zugleich daran, dass er dafür auch das passende Arbeitsgerät braucht: "Wir benötigen alles - ein perfektes Auto, das im Qualifying funktioniert, dann gibt es die Aerodynamik, das Reifen-Problem, der Abtrieb muss perfekt passen. Und dann gibt es für jeden einzelnen Fahrer die persönliche Komponente. Wir alle müssen zusammenarbeiten, um perfekt zu sein - in jedem Bereich. Jedes Detail muss passen. Wir leben in einer Welt, in der Details extrem wichtig sind. Details geben den Ausschlag über Zehntelsekunden, die im Rennen entscheidend sind."

Neben den technischen Voraussetzungen sei jedoch auch die mentale Komponente wichtig für den Erfolg: "Es ist entscheidend, was im Kopf eines Fahrers abläuft. Nur wenn der Kopf funktioniert, kann auch alles andere funktionieren. Es ist wahr, dass man mentale Stärke benötigt", sagt Massa. Allerdings sei die aktuelle Drucksituation für ihn nicht völlig neu: "Wir alle kennen das und wissen, wie es läuft. Ich weiß, dass ich diese Saison mental stärker sein muss. Das Auto wird anders sein und auch das wird im Vergleich zum Vorjahr einen Unterschied machen. Ich möchte dorthin zurückfinden, wo ich in der Vergangenheit war: Fahren, um Rennen zu gewinnen."

Erste Saisonhälfte ist entscheidend

Entscheidend ist für Massa, gut in die Saison zu starten, und von Beginn an um gute Ergebnisse fahren zu können. Eine Durststrecke könne man sich in der Weltmeisterschaft nicht erlauben: "Wenn man fünf oder sechs Rennen lang nicht die erwünschten Ergebnisse bringt und viele Punkte verliert, dann wird es natürlich schwierig, sich davon bis zum Ende der Weltmeisterschaft zu erholen." Daher will er vor allem in den ersten Rennen durch gute Leistungen überzeugen und so den auf ihm lastenden Druck abbauen.

"Was mich und meine Zukunft angeht, ist die erste Hälfte der Weltmeisterschaft bis zirka Saisonmitte mit Sicherheit wichtiger als der zweite Teil. Das ist wahr. Das ist nichts Neues. Der erste Teil ist wichtiger, das ist ganz klar der Fall. Es gibt Teams, die bis zum letzten Tag vor dem Saisonstart auf Geld warten und ein Cockpit frei haben, aber die konkurrenzfähigen Teams entscheiden schon früher, was sie für die kommende Saison planen. Daher ist die erste Hälfte wichtig", sagt Massa.

Gedanken über das, was nach dem Jahr 2012 kommen könnte, hat sich der Brasilianer bisher noch nicht gemacht. Sein Fokus liegt voll auf dieser Saison: "Zuerst möchte ich wieder zurückkommen und Rennen gewinnen. Ich möchte wieder so konkurrenzfähig sein wie früher. Das ist am wichtigsten. Wenn man sich im Team wohl fühlt und das Team mit einem zufrieden ist, dann sehe ich keine Veranlassung, etwas zu ändern. Ich habe meine Ziele für diese Saison, dann sehen wir weiter."

Fotoquelle: Ferrari

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