Nico Rosberg arbeitet intensiver als viele andere mit seinen Technikern

Formel 1 2012

— 17.01.2012

Rosberg: "Setup-Arbeit ist meine Stärke"

Mercedes-Star Nico Rosberg spricht über die Herausforderungen, das perfekte Setup zu finden und wie ihm sein technisches Verständnis dabei hilft

Nico Rosberg gilt als Technikfuchs. Der Deutsche, der ursprünglich Aerodynamik studieren wollte, besitzt ein enormes Verständnis für die Zusammenhänge, wie ein Formel-1-Auto funktioniert. "Das Auto zu optimieren", bestätigt der Mercedes-Star gegenüber 'auto motor und sport', sei eine seiner Stärken.

Und dabei handelt es sich um eine äußerst komplexe Angelegenheit. Während die Formel-1-Piloten der Vergangenheit den größten Unterschied mit dem Gasfuß machten, hat die Bedeutung des Setups deutlich zugenommen. "Manchmal habe ich das Gefühl, es geht nur um Meetings und Technik", sagt Rosberg. Seinen Ingenieur sieht er nach eigenen Angaben an einem Renn-Wochenende "vier Stunden pro Tag": "Wir sitzen ständig zusammen, um das Auto mechanisch, elektronisch und aerodynamisch zu optimieren."

Ein Problem, viele Ansätze

Das Erarbeiten eines Setups ist ein enormer Balanceakt: Jede Veränderung kann sich auf einen anderen Bereich des Boliden auswirken und für jedes Problem gibt es unterschiedliche Lösungsansätze. "Wenn du Untersteuern hast, dann gibt es unendlich viele Eingriffs-Möglichkeiten", erklärt Rosberg. "Vom Fahrgefühl sind das nur ganz feine Unterschiede. Liegst du falsch, verrennst du dich."

Ein weiteres Problem ist, dass man beim Fahren kaum Zeit hat, die Eindrücke zu verarbeiten, da Erkenntnisse nur am Limit möglich sind: "Du fährst 100 Prozent und musst gleichzeitig alles verstehen." Obwohl sich Rosberg auf seine Sinne verlassen muss und mit seinem Renningenieur zusammenarbeitet, um das optimale Setup herauszufinden, hilft ihm sein technisches Know-how.

Er gibt ein Beispiel: "Ich fahre in eine Kurve, für die eigentlich der dritte Gang bestimmt ist. Wenn ich es irgendwie schaffe, dort im zweiten durchzufahren, dann habe ich megamäßig mehr Grip. Weil der Gang niedriger ist, die Drehzahl höher, und weil der Auspuff da stärker bläst. Das merkst du, wenn du am Kurvenausgang früh hochschaltest."

Rosberg, der Reifenprofi

Zudem gilt der Teamkollege von Michael Schumacher als wahrer Reifenspezialist. Kaum ein Pilot versteht es wie er, den Reifen ans Limit zu bringen, ohne ihn zu überfahren. Dennoch habe auch er "bis zum letzten Rennen dazugelernt", um die Pirelli-Pneus zu verstehen. "Es ist eine Kunst rauszufinden, wie viel du dem Reifen zumuten kannst, damit er nicht überhitzt und möglichst lange hält. Andererseits musst du lernen, wie du den Reifen schonst ohne allzu viel Zeit zu verlieren."

Der Mercedes-Bolide galt dieses Jahr als "Reifenfresser", was die Aufgabe nicht unbedingt erleichterte. Um schnell zu sein, ist es daher notwenig, den Reifen perfekt zu nutzen. "Ich frage mich nur, ob die Red Bull-Fahrer das auch in dem Maße machen mussten, oder ob die so viel Abtrieb hatten, dass es viel weniger schwierig war, die Reifen zu schonen", wundert er sich.

Fotoquelle: xpb.cc

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