Bruno Senna ist der lachende Gewinner im Williams-Cockpit-Krimi

Formel 1 2012

— 17.01.2012

Williams bestätigt: Senna schnappt Sutil Cockpit weg!

Der Brasilianer Bruno Senna macht das Rennen um das verbleibende Cockpit bei Williams und setzt sich damit gegen Adrian Sutil und Rubens Barrichello durch

Das Rätselraten hat ein Ende: Bruno Senna macht das Rennen um das Williams-Cockpit an der Seite von Pastor Maldonado. Das bestätigt der Rennstall aus Grove in einer Pressemitteilung. Senna wurde zuletzt vermehrt mit dem Cockpit in Verbindung gebracht. Den Ausschlag dürften vor allem seine zahlkräftigen Sponsoren, darunter der brasilianische Telekommunikations-Gigant Embratel und der Mineralöl-Konzern OGX gegeben haben. Angeblich zahlen sie rund doppelt so viel Geld in die nach dem Absprung von Hauptsponsor AT&T leere Teamkasse ein wie es den Geldgebern seiner Konkurrenten möglich gewesen wäre.

Damit setzt sich Senna gegen seinen Landsmann Rubens Barrichello und den Deutschen Adrian Sutil durch. Die beiden waren die härtesten Rivalen um das beste noch verfügbare Cockpit für die Saison 2012. Barrichello wird dadurch ausgerechnet von einem Landsmann um die Chance gebracht, in sein 20. Formel-1-Jahr zu gehen. 2009 war übrigens Senna kurz vor einer Unterschrift beim Top-Rennstall Brawn, doch der Barrichello hatte ihm damals das Cockpit weggeschnappt.

Sutil als großer Verlierer

Besonders bitter ist die Entscheidung für Sutil. Der 29-Jährige fuhr 2011 bei Force India seine bisher beste Formel-1-Saison, wurde aber beim Team von Vijay Mallya durch Ersatzmann Nico Hülkenberg ersetzt. Auch die Verhandlungen mit Williams zogen sich zuletzt in die Länge. Sutil hätte zwar Talent und Sponsoren mitgebracht, doch ein Zwischenfall in einer Diskothek in Schanghai 2011 dürfte sich für ihn als Stolperstein herausgestellt haben.

Ende Januar muss er sich gegen den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung durch Eric Lux vor Gericht verteidigen - er soll den Genii-Mitbesitzer mit einem Glas am Hals verletzt haben. Laut dem Bericht in der 'FAZ' fordert die Staatsanwaltschaft als Strafmaß ein Jahr Gefängnis zur Bewährung. Er ist damit zunächst aus dem Rennen um ein Cockpit für die Saison 2012.

Die Rückkehr des glorreichen Namens

"Ich fühle mich privilegiert, dass mich Williams als einer seiner Rennfahrer ausgewählt hat", freut sich der Mann aus Sao Paulo. "Das Team hat ein großes Erbe und ich hoffe, dass ich dabei helfen kann, ein gutes Kapitel in der Teamgeschichte zu schreiben. Der Evaluierungsprozess war intensiv und methodisch, aber die Zeit, die ich in der Fabrik verbracht habe, hat mir gezeigt, dass das Team großartiges Personal und alle Ressourcen besitzt, um dieses Jahr mehr zu erreichen."

Mit Sennas Verpflichtung kehrt ein klingender Name zum Williams-Team zurück. Bruno Sennas legendärer Onkel Ayrton Senna absolvierte seinen ersten Formel-1-Test Anfang der 1980er-Jahre im Team des "Rollstuhl-Generals", 1994 kehrte er als dreifacher Weltmeister zurück und verunglückte beim Horror-Wochenende in Imola tödlich.

Damit ist er nach wie vor das letzte Todesopfer in der Königsklasse des Motorsports. Beim darauffolgenden Prozess in Bologna saßen auch Williams-Teammitglieder auf der Anklagebank. In Gedenken an den Superstar ziert seit dem schwarzen Wochenende das Senna-S die Boliden aus Grove.

"Es wird sehr interessant, für ein Team zu fahren, für das schon mein Onkel fuhr", kommentiert Senna. "Vor allem, weil einige hier mit Ayrton zusammengearbeitet haben. Hoffentlich können wir einige alte Erinnerungen wieder aufleben lassen und neue kreieren. Ich möchte mich auch mit guten Resultaten für die Unterstützung aus meinem Land bedanken, das mich dorthin gebracht hat, wo ich heute stehe. Ich bin sehr stolz darauf, Brasilianer zu sein, und bin motivierter denn je, zu zeigen, was ich kann. Seit ich Kart fuhr, wollte ich nie etwas anderes tun."

Teamchef gibt sich optimistisch

Teamchef Williams verweist darauf, dass auch Bruno Senna bereits eine Williams-Vergangenheit besitzt, da er 2008 mit dem GP2-Team seines Sohnes Jonathan Vizemeister wurde. "Bruno hat mit dem Rennfahren erst begonnen, als er 20 Jahre alt war, aber er hat sein Talent in der Formel 3 und der GP2 bewiesen", sagt Williams.

"In der hart umkämpften GP2-Saison 2008 wurde er Zweiter in der Meisterschaft, mit bemerkenswerten Siegen in Monaco und Silverstone, in Silverstone im Regen. Die Rahmenbedingungen seiner beiden Saisons in der Formel 1 waren nicht ideal, sodass er nicht Gelegenheit hatte, konstant Leistung abzuliefern."

"Umso mehr war es notwendig, viel Zeit mit ihm zu verbringen, um sein Potenzial zu verstehen und ihn als Fahrer evaluieren zu können. Das taten wir sowohl auf der Strecke als auch in unserem Simulator. Dabei hat er sich als schnell, technisch versiert und vor allem lernfähig herausgestellt - er lernt sehr schnell und konstant. Jetzt freuen wir uns schon darauf, dieses Talent in unserem Rennauto zu sehen."

Fotoquelle: Williams

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