David Coulthard erkennt heute große Unterschiede zu seiner Motorsport-Karriere

Formel 1 2012

— 18.01.2012

Coulthard: Druck durch Nachwuchs-Programm zu groß

David Coulthard findet, dass Förderungs-Programme zu viel Druck auf junge Rennfahrer ausüben und vermisst heute in den Nachwuchs-Serien den Spaß

Sebastian Vettel lässt die Rekorde purzeln. Nie war ein Pilot mit 24 Jahren zweifacher Weltmeister, zudem ist er auch noch der jüngste Weltmeister, Sieger, Pole-Setter und Punktesammler in der Geschichte der Formel 1. In seinem Alter hatten Stars der Vergangenheit wie John Surtees oder John Watson nicht einmal Rennerfahrung.

Vettel gilt als Musterbeispiel, wie man ein Nachwuchs-System nutzt, um in der Formel 1 eine Weltkarriere hinzulegen. Der Heppenheimer wurde schon früh von Red Bull gefördert und musste das Budget somit nicht mehr selbst aufbringen. Dennoch stand er schon in jungen Jahren unter enormem Druck, schließlich fordert Juniorteam-Chef Helmut Marko Leistung von seinen Schützlingen.

Druck für Youngsters zu groß?

"Die jungen Fahrer haben schon im Kart professionelle Verträge", fällt David Coulthard, der als Red-Bull-Berater fungiert, bei der 'Autosport'-Show in Birmingham auf. Eine Entwicklung, die er nicht unbedingt positiv sieht. "Das macht mich persönlich etwas nervös, weil der Druck bereits in den Aufbau-Jahren so groß ist."

Coulthard hasst laut eigenen Angaben den Gedanken, dass Nachwuchsfahrer heutzutage so sehr unter Druck stehen, "dass sie mit 16 beinahe ausgebrannt sind. Sie müssen gewinnen, sonst erfüllen sie nicht die Kriterien für einen Vertrag und erhalten keine weitere Gelegenheit."

Er vermisst die Unbefangenheit der Vergangenheit im Nachwuchs-Motorsport: "Auf diesem Niveau sollte der Motorsport meiner Meinung nach zwar Konkurrenz bieten, aber zu 100 Prozent Spaß machen. Wenn das nicht der Fall ist, dann fehlt etwas."

Coulthard erkennt große Veränderungen zur Vergangenheit


Coulthard erinnert sich an seine eiene Jugend als Rennfahrer: "Ich wollte immer Formel 1 fahren und ich habe es genossen, als junger Fahrer diesen Fokus zu haben. Es gab aber keinen anderen Druck, als den, den ich mir selber machte, an den Kart-Wochenenden das Beste herauszuholen."

Er ist der Meinung, dass die Entwicklung des Motorsports in den letzten Jahren mit der Entwicklung unserer Gesellschaft einher geht: "Die Welt ist ein Ort, der sich ständig verändert. In der Wirtschaft gibt es Internet-Millionäre, die noch Teenager sind, weil sie ein Konzept getroffen haben, das wirklich funktioniert. Die jungen Menschen der Vergangenheit hätten dazu nie einen Zugang gehabt. Heute erarbeitet man sich seine Qualifikationen und klettert dann die Leiter nach oben oder man gründet seine eigene Firma. Es gibt einfach viel mehr Möglichkeiten."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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