Mark Gillan stieß im September 2011 als Chefingenieur zum Williams-Team

Formel 1 2012

— 21.01.2012

Gillan: "Konkurrenzanalyse ist das A und O"

Für Williams-Chefingenieur Mark Gillan besteht die Aufgabe im Zuge des Neustarts der Truppe aus Grove darin, Gutes noch besser zu machen

Seit September bekleidet Mark Gillan bei Williams die Rolle des Chefingenieurs. Die Verpflichtung des Briten war nur eines von mehreren Puzzle-Teilen, die im Zusammenspiel dafür sorgen sollen, dass der traditionsreiche Rennstall nach der enttäuschenden Saison 2011 wieder in die Erfolgsspur findet.

Nachdem Williams bereits im Juli bekannt gab, dass die in der Vergangenheit überaus erfolgreiche Partnerschaft mit Motorenhersteller Renault zur Saison 2012 wieder aufgenommen wird, folgte vor wenigen Tagen die endgültige Bekanntgabe der Cockpitbesetzung: Formel-1-Rekordstarter Rubens Barrichello erhielt keinen neuen Vertrag. Stattdessen greifen Pastor Maldonado und Bruno Senna in diesem Jahr als Stammfahrer ins Lenkrad eines Williams-Renault FW34. Darüber hinaus steht Valtteri Bottas dem Team als Ersatzfahrer zur Verfügung.

Chefingenieur Gillan beschreibt die Atmosphäre im Team angesichts des Neustarts mit der vergleichsweise unerfahrenen Fahrerpaarung Maldonado/Senna als "sehr aufregend". Gegenwärtig wird der FW34, der den obligatorischen Crashtest als eines der ersten Fahrzeuge im Feld bereits im Dezember bestand, für den ersten Test ab dem 7. Februar in Jerez vorbereitet.

Gillan verteidigt Fahrerwahl

"In puncto Weiterentwicklung des Fahrzeugs während der Saison ist Erfahrung natürlich ein sehr wichtiges Element. Talent und Potenzial sind aber mindestens genauso wichtig", begründet Gillan in der Internet-TV-Sendung 'The Flying Lap' die Williams-Entscheidung, in Person von Maldonado und Senna auf zwei Piloten zu setzen, die es bis dato gemeinsam auf gerade einmal 45 Grand-Prix-Starts - weniger als ein Siebtel der Rennen, die Barrichello allein bestritt - gebracht haben.

In Zeiten des Testverbots erhofft sich Gillan vor allem durch intensive Simulator-Arbeit der Piloten, den Erfahrungsnachteil im Hause Williams so schnell wie möglich wettmachen zu können. Als Gillan selbst im September zum Team stieß, befand sich der Bolide für 2012 bereits im fortgeschrittenen Stadium der Konzeption. Die Aufgabe des Chefingenieurs war es daher zunächst "die Probleme der vergangenen Saison zu analysieren und diese beim FW34 zu vermeiden", wie er sagt.

Auf zu neuen Ufern

Als Knackpunkte für die mangelnde Performance des letztjährigen Modells FW33 macht Gillan vor allem den Umgang mit den Pirelli-Reifen aus: "Wir konnten die Reifen bis zum Ende der Saison nicht optimal nutzen, da der Verschleiß mit unserem Auto deutlich zu hoch war." Zudem war das Team in aerodynamischer Hinsicht gehandicapt, da man anders als die Konkurrenz den heiß angeblasenen Diffusor nie richtig zum Funktionieren brachte. "Diese Faktoren führten in Kombination mit einer mangelnden Flexibilität im Zuge der Umstrukturierung zu einem Rückstand", erklärt der Chefingenieur.

Das eine oder andere Zuverlässigkeitsproblem im Verlauf der Saison sowie ein generell vergleichsweise hohes Gewicht des Boliden taten laut Gillan ein Übriges, weshalb man gegen die Konkurrenz äußert selten Land sah. Unterm Strich beendete Williams die Saison 2011 mit lediglich fünf WM-Punkten auf Rang neun der Konstrukteurswertung.

Umso entschlossener ist man in Grove, in der bevorstehenden Saison 2012 zurückzuschlagen. "In der Formel 1 ist die Analyse der Konkurrenz einer der wichtigsten Aspekte überhaupt", weiß Gillan. "Die Regeln lassen nur wenig Spielraum. Es geht darum zu verstehen, was die anderen tun." So bezeichnet der Brite seine neue Aufgabe mit den Worten: "Im Grunde geht es darum, die Lösungen der anderen nachzubauen und gleichzeitig die Grenzen für sich selbst neu zu definieren."

Fotoquelle: Williams

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