Rot und Gelb stehen für die Slick-Mischungen Supersoft und Soft, …

Formel 1 2012

— 25.01.2012

Pirelli: Neues Konzept für die Saison 2012

Formel-1-Reifenhersteller Pirelli plant 2012 gleich viele Boxenstopps, aber geringere Zeitunterschiede zwischen den einzelnen Gummimischungen

Nach der erfolgreichen Comeback-Saison in der Formel 1, in der es mit Sebastian Vettel in Abu Dhabi nur einen schlagzeilenträchtigen Reifenplatzer gab (für den Red Bull offenbar selbst verantwortlich war), plant Pirelli für 2012 eine stark veränderte Herangehensweise. Gleich bleibt nur einer von den sechs Reifentypen der Formel-1-Palette.

Die vielleicht gravierendste Änderung betrifft den anvisierten Zeitunterschied zwischen den an einem Rennwochenende angebotenen Reifentypen: "Im Vorjahr hatten wir uns vorgenommen, dass der Unterschied zwischen zwei Reifentypen an einem Rennwochenende eineinhalb Sekunden betragen soll. Wir haben versucht, das unter eine Sekunde zu reduzieren, auf 0,8 Sekunden", so Sportchef Paul Hembery am Rande eines Pirelli-Medienevents in Abu Dhabi.

Engere Zeitabstände, gleich viele Boxenstopps

Was die Anzahl der Boxenstopps angeht, hat sich Pirelli vorgenommen, den Teams auch 2012 wieder mindestens zwei, "eher drei" (Hembery) Boxenstopps aufzuzwingen. Um diese Ziele zu erreichen, wurden alle Slick-Spezifikationen verändert. Das betrifft einerseits die Gummimischungen, die nur beim Typ Supersoft unangetastet bleiben - die Mischungen der Typen Soft, Medium und Hard werden weicher und rücken damit enger zusammen.

Ebenfalls geändert wurde die Konstruktion der italienischen Pneus, die 2012 "eckiger" sein werden als bisher. Das klingt ungewöhnlich, hat aber zur Folge, dass die Auflagefläche größer wird, was eine gleichmäßigere Temperaturentwicklung mit sich bringt. Konsequenz: weniger Blistering- und Graining-Risiko, mehr Grip. Außerdem verlängert sich auf diese Weise der Zeitraum, in dem ein Reifen maximale Performance abrufen kann. Pirelli zieht damit die Lehren aus der ersten Saison.

"Vor einem Jahr", erinnert sich Hembery, "habt ihr uns gefragt: 'Seid ihr euch sicher, ob ihr das richtig macht? Der Verschleiß ist hoch und die Veränderungen sind dramatisch für den Sport.' Dann kam die Saison. Beim letzten Rennen war Dr. Tronchetti (Pirelli-Konzernchef; Anm. d. Red.) da und ich habe ihn auf Kritik vorbereitet. Er fragte mich: 'Warum?' Und ich antwortete: 'Jetzt werden wir kritisiert, weil wir zu konservativ sind.' Das zeigt mir, dass die Leute verstanden haben, was wir in einer Saison erreicht haben."

Dabei sei die Veränderung der Reifen-Wahrnehmung nicht unbedingt auf eine Veränderung der Reifen an sich zurückzuführen: "Wir sind nicht unbedingt konservativer geworden, sondern die Teams haben sich auf unsere Reifen eingestellt", so der Brite. "Also haben wir für 2012 einige Dinge geändert. Die Ziele dieser Änderungen sind engere Rennen, denn der Unterschied zwischen den einzelnen Mischungen ist nun nicht mehr so groß."

Harte Slicks nur am Rennende verwendet

"Wir hatten Rennen, in denen der härtere Reifen nur am Ende verwendet wurde, weil die Teams die Zeit auf dem schnelleren Reifen maximieren wollten. So gesehen war die zweite Mischung nur selten ein echtes Strategie-Element", erinnert er sich an einen Kritikpunkt. "Das lag daran, dass der Leistungsunterschied zu groß war. Also haben wir am Kreuzungspunkt zwischen Performance und Haltbarkeit gearbeitet."

Dass die geringeren Zeitabstände zwischen den Reifentypen kontraproduktiv sein könnten, was die Show angeht, befürchtet Hembery nicht: "2012 haben wir geringere Zeitabstände zwischen den Reifentypen, aber der langsamere Reifen wird langsamer abbauen als der schnellere. Das bedeutet, dass es nach einer bestimmten Rundenzahl einen Kreuzungspunkt gibt, an dem der langsamere Reifen schneller wird. Dann müssen die Teams eine Entscheidung treffen."

Angepasst wurde übrigens auch die Farbgebung für die sechs Reifenmischungen, denn bei manchen Rennen konnten die TV-Zuschauer Prime (hart) und Option (weich) kaum voneinander unterscheiden. Speziell der silberne Reifen (Hard) ging bei Höchstgeschwindigkeit fast in einen reinen Schwarzton über. Doch Pirelli hat daran gearbeitet - und hat außerdem nicht vor, die sich ähnelnden Farben Silber und Weiß am gleichen Rennwochenende einzusetzen.

Der einzige Reifen, der im Vergleich zu 2011 völlig unverändert bleibt, ist der Intermediate, der bei 300 km/h pro Sekunde 20 Liter Wasser (Regenreifen: 60) verdrängen kann. Die Schlechtwetter-Reifen bekommen allerdings einen neuen Namen und heißen nun Cinturato, während die Slicks unverändert als P Zero bezeichnet werden. Und die Farbgebung? Die Supersofts sind rot, die Softs gelb, die Mediums weiß, die Hards silbern, die Intermediates grün und die Regenreifen blau.

Fotoquelle: Pirelli

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