Steigt Volkswagen in naher Zukunft als Motorenhersteller ein?

Formel 1 2012

— 28.01.2012

Volkswagen vor Formel-1-Einstieg?

Der Volkswagen-Konzern prüft derzeit Pläne für einen Einstieg in die Formel 1 - Engagement in der US-Szene offenbar ebenfalls ein Thema

In Reihen des Volkswagen-Konzerns gibt es nach einer längeren Phase der Bedenkzeit nun offenbar wieder konkrete Pläne, in absehbarer Zeit in die Formel 1 einzusteigen. Demnach werde der Vorstand in Wolfsburg noch vor Ablauf des Jahres ein entsprechendes Konzept erhalten, das neben dem Thema Formel 1 auch die US-Rennserien IndyCar und NASCAR beinhalten soll.

"Ich werde mein Konzept noch in diesem Jahr dem Konzernvorstand vorstellen und Vorschläge einbringen, die nicht nur die Rennserien betreffen, die wir heute bedienen", äußert sich Wolfgang Dürheimer in seiner Funktion als Motorsport-Beauftragter bei Volkswagen gegenüber 'Wirtschaftswoche'.

"Gemessen an den geplanten Verkäufen des Konzerns in Amerika, in Asien und dem Mittleren Osten, sind wir dort im Motorsport noch nicht ausreichend repräsentiert", sagt Dürheimer in Bezug auf die auch seitens der Formel 1 favorisierten Märkte der Zukunft. "Das gilt es aus meiner Sicht zu korrigieren."

Die unter der Leitung von Bernie Ecclestone auftretende Königsklasse trägt in der Saison 2012 nicht weniger als sechs Grands Prix (Malaysia, China, Singapur, Japan, Südkorea, Indien) in Asien aus. Der Mittlere Osten ist in Form der Auftritte in Bahrain und Abu Dhabi ebenfalls vertreten - auch wenn es hinter dem Bahrain-Rennen noch Fragzeichen gibt.

In den USA (Austin) ist für November das erste Formel-1-Rennen seit fünf Jahren angesetzt. Im kommenden Jahr wird in New Jersey vor der Skyline von New York City ein weiteres hinzukommen. Zudem gastiert die Formel 1 dank ihrer Gastspiele in Kanada und Brasilien zwei weitere Male pro Jahr auf dem amerikanischen Kontinent.

Weltweite Bedeutung der Formel 1 als Anreiz

Aufgrund ihrer großen Reichweite habe die Formel 1 laut Dürheimer die "mit Abstand größte Bedeutung". "Sie dominiert die Rennszene in Europa und Asien", weiß der Motorsport-Beauftragte von VW. Auch wenn sich Dürheimer mit Einzelheiten zum angedachten Engagement noch zurückhält, so gilt ein Einstieg als Motorenlieferant als wahrscheinlichste Variante. Beginnend mit der Saison 2014 rüstet die Formel 1 von den aktuellen V8-Saugmotoren auf V6-Turbo-Triebwerke um, was ein künftiges Engagement auch für andere Hersteller zum Thema machen dürfte.

Doch damit nicht genug: Nach Informationen der 'Wirtschaftswoche' sieht das anstehende Konzept offenbar vor, im Anschluss an einen Einstieg als Motorenhersteller früher oder später einen bestehenden Rennstall zu übernehmen und ein VW-Werksteam an den Start zu bringen. Gerüchte, wonach es sich dabei um Toro Rosso handeln soll, wollte Dürheimer ebenso wenig bestätigen wie die Vermutung an sich.

Das Thema Formel-1-Einstieg ist in VW-Kreisen alles andere als neu. Bereits seit nunmehr fast zwei Jahren gibt es in unregelmäßigen Abständen derartige Überlegungen. Der Grund, warum es bis dato kein klares Bekenntnis gab, war nicht zuletzt das Veto von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech.

US-Szene ebenfalls Teil der Überlegungen

Wie Dürheimer offenbart, ist die Formel 1 jedoch nicht die einzige Rennserie, in deren Richtung man bei Volkswagen die Fühler ausstreckt. Auch hinsichtlich der USA gibt es offenbar konkrete Überlegungen, welche ebenfalls Bestandteil des zu erwartenden Konzepts sein werden. Trotz der anberaumten zwei Grands Prix im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" ab 2013, sieht der VW-Motorsport-Beauftragte die Formel 1 in den USA "weit weg von der Wahrnehmbarkeit".

Stattdessen wolle man sich intensiver mit den Themen IndyCar und NASCAR befassen. "Diese Rennserien müssen im Zusammenhang mit einer künftigen Strategie untersucht werden", so Dürheimer, der für seine Vorliebe zum Motorsport generell bekannt ist. Zumindest in Bezug auf die NASCAR wären derartigen Überlegungen im Hause Volkswagen nicht neu. Vor Jahresfrist wurde das Thema ebenfalls intensiv diskutiert, letztlich aber angesichts des Einstiegs in die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) wieder verworfen.

Fotoquelle: Volkswagen AG

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