Rubens Barrichello ist von der Williams-Entscheidung enttäuscht

Formel 1 2012

— 30.01.2012

Barrichello: "Williams brauchte das Geld"

Für Rubens Barrichello liegt der Grund für die Verpflichtung von Bruno Senna auf der Hand - Hoffnung auf Formel-1-Comeback und Spannung vor IndyCar-Test

Mit 323 Starts ist Rubens Barrichello der Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Teilnahmen auf dem Buckel. Für die Saison 2012 steht der Rekordstarter der Formel 1 derzeit ohne Cockpit da, nachdem sein Williams-Vertrag nicht verlängert wurde. Die Chancen auf eine Fortsetzung der Karriere in der Königsklasse sind für den Brasilianer denkbar gering.

Einzig bei HRT ist derzeit offiziell noch ein Cockpit zu haben. Barrichello selbst hat die Hoffnung allerdings noch nicht aufgegeben, wie er betont. "Der Traum, meine 20. Saison zu bestreiten, lebt immer noch in mir", so der Brasilianer gegenüber 'O Estado de S. Paulo'.

"Man weiß nie was passiert. Es kann alle möglichen Gründe für eine Veränderung der Situation geben und plötzlich braucht jemand einen schnellen Fahrer mit Erfahrung." Die Comeback-Beispiele von Kimi Räikkönen und Michael Schumacher würden dies nach Ansicht des 39-Jährigen belegen. "Sie kamen beide zurück. Es gibt also keinen Grund, warum ich das nicht ebenfalls tun könnte."

Enttäuschung und Verständnis für Williams' Fahrerwahl

Seinen Abschied vom Williams-Team sieht Barrichello mit einigen Tagen Distanz inzwischen nicht mehr ganz so gelassen, wie es anfangs den Anschein hatte. Teamchef Frank Williams informierte den Brasilianer per Telefon darüber, dass er sein Cockpit zugunsten seines Landsmanns Bruno Senna räumen muss. "Frank hat mich angerufen und mir mitgeteilt, dass sich für einen anderen Fahrer entschieden haben. Es ist bekannt, dass Williams Budget-Sorgen hat. Aus diesem Grund ist es verständlich, dass sie auf jemanden setzen mussten, der ihren Bedürfnissen nachkommt."

Die fahrerische Komponente habe keinesfalls den Ausschlag für das Ende seiner Williams-Zeit gegeben, wie Barrichello versichert. Gegen seinen Nachfolger Senna - den Neffen seines großen Idols Ayrton Senna - hegt der Formel-1-Methusalem keinen Groll: "Ich musste Bruno am Telefon sogar beruhigen und habe ihm versichert, dass wir Freunde sind. Ich habe ihm gesagt, dass der Zwist nur zwischen mir und Williams besteht, nicht zwischen uns beiden."

Auf die bevorstehende Saison, in der Williams mit der Fahrerpaarung Bruno Senna/Pastor Maldonado über eine der unerfahrensten im gesamten Feld verfügt, ist Barrichello gespannt. "Warten mir einmal ab, wie schnell sie angesichts ihrer geringen Erfahrung das Auto entwickeln können", so der Brasilianer, für den jedoch eines feststeht: "Wenn Williams Geld hat, dann kann dieses Team auch ein gutes Auto auf die Beine stellen."

Spannung vor erstem IndyCar-Test

Unterdessen unternimmt Barrichello am Montag und Dienstag dieser Woche seine ersten Gehversuche als IndyCar-Pilot. Auf dem ehemaligen Flugplatz in Sebring im US-Bundesstaat Florida wird der Brasilianer einen der neuen Dallara DW12 des KV-Teams fahren. Barrichellos Kumpel Tony Kanaan, der bei KV Stammfahrer ist, hatte ihn zum Test überredet und nimmt an den offiziellen Testfahrten im Vorfeld der am 25. März in St. Petersburg beginnenden Saison ebenfalls teil.

Der langjährige Formel-1-Pilot gibt sich vor seinen ersten Runden am Steuer eines IndyCars offen. "Ich habe mit niemandem einen Vertrag. Es gibt also nichts, was mich daran hindert, das zu tun", so Barrichello. Eine zweite Karriere in den USA könnte sich der 39-Jährige durchaus vorstellen: "Wenn ich mit diesem Auto dieselbe Leidenschaft wie mit meinen bisherigen Fahrzeugen entwickeln kann, warum nicht? Ich liebe den Rennsport."

Ovale als Knackpunkt

Zum Knackpunkt könnte für Barrichello allerdings die Tatsache werden, dass in der IndyCar-Saison 2012 stand heute vier von 15 Rennen auf Ovalkursen - darunter das berühmte Indy 500 in Indianapolis - ausgetragen werden. Ein fünftes Ovalrennen (in Milwaukee) kommt möglicherweise noch hinzu.

"Das stimmt. Das ist ein wichtiger Punkt, den es zu klären gilt", sagt Barrichello mit Blick auf die Tatsache, dass er seiner Frau Silvana versprochen hat, auf Ovalen nicht zu starten. Denkbar wäre eine Variante, wie sie Sebastien Bourdais im vergangenen Jahr vorgemacht hat. Der Franzose verzichtete im Team von Dale Coyne auf sämtliche Ovalrennen und fuhr lediglich die Rennen auf Stadtkursen und permanenten Rundstrecken, die den Großteil des IndyCar-Kalenders ausmachen.

"Es gibt immer die Möglichkeit, die Rennen auf den Ovalen auszulassen", bestätigt Barrichello. "Bevor ich darüber nachdenke, muss ich aber erst einmal das Auto kennenlernen." Der Brasilianer wäre nicht der erste Ex-Formel-1-Pilot, der im IndyCar auf den Geschmack kommt...

Fotoquelle: Williams

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