Volle Tribünen sind die Überlebens-Versicherung des spanischen Grand Prix

Formel 1 2012

— 30.01.2012

Barcelona: Vertragsverlängerung derzeit noch kein Thema

Kommando zurück: Eine Vertragsverlängerung mit der Formel 1 steht für den Streckenchef des Circuit de Catalunya aktuell nicht auf der Tagesordnung

Die beiden Grands Prix auf spanischem Boden bestimmen in diesem Winter die Schlagzeilen. Durch die Wirtschaftskrise auf der iberischen Halbinsel steht die Zukunft der Rennen in Barcelona und Valencia auf der Kippe. Nachdem in den vergangenen Wochen die katalanische Regierung sogar die Erfüllung des bestehenden Vertrags infrage gestellt hatte, überraschte der Streckenchef des Circuit de Catalunya in der vergangenen Woche mit der Aussage, dass er sich eine vorzeitige Verlängerung des bis 2016 laufenden Kontrakts vorstellen könne.

Nun stellte Salvador Servia jedoch klar, dass hierbei der Wunsch Vater des Gedankens ist; "Die Formel 1 fährt nun seit 20 Jahren hier, und unser Ziel ist, sie weitere 20 Jahre hier zu behalten. Aber darüber haben wir noch mit niemandem gesprochen", sagt der ehemalige Rallye-Pilot im Gespräch mit 'Autosport.' Derzeit gebe es keine Aktivitäten in dieser Richtung, daher könne er auch noch nichts Offizielles bekanntgeben.

Für Servia besteht aufgrund der Laufzeit des Vertrages aktuell auch noch kein Gesprächsbedarf. "Wären wir jetzt im Jahr 2015 und die Dinge würden besser stehen, könnten wir über 2050 sprechen (lacht). Darüber können wir nachdenken, wenn die Zuschauerzahlen wieder ansteigen. 2011 war das schlimmste der letzten sieben oder acht Jahre, wahrlich kein Erfolg. Aber so ist momentan die Lage, es wird Zeit, das Ruder herumzureißen."

Entscheidend für die Zukunft des Grand Prix in Barcelona seine hohe Zuschauerzahlen, dann könne das Rennen aus eigener Kraft überleben. "Solange die Tribünen voll sind, haben wir keine Probleme. Sollten sie nicht ausverkauft sein, benötigen wir öffentliche Gelder, um zu überleben, und es hat den Anschein, dass wir uns darauf momentan nicht verlassen können", erklärt der Streckenchef.

Der katalanische Wirtschaftsminister hatte vor einigen Wochen bereits bestätigt, dass die Regierung wegen der wirtschaftlich angespannten Situation darüber nachdenke, die Zuschüsse zum Grand Prix zu kürzen oder sogar ganz zu streichen. "Das ist die traurige Wahrheit. Alles hängt davon ab, wie es mit der Krise weitergeht, die sich sowohl auf die Regierung als auch auf die Zuschauerzahlen auswirkt", muss auch Servia anerkennen.

Rückenwind erhofft sich der Spanier dabei auch von seinem Landsmann Fernando Alonso. Zwar könne er es nicht genau beziffern, aber Servia ist sich sicher, dass die schwachen Zuschauerzahlen im Jahr 2011 auch in dem durchwachsenen Saisonstart Alonsos begründet waren: "Hätten Ferrari und Alonso in den ersten fünf Rennen eine Leistung wie in den letzten vier Rennen gezeigt, hätte das sicherlich einen positiven Einfluss auf uns gehabt. Jetzt schauen wir alle gebangt darauf, was 2012 passiert."

Die Diskussion über eine alternierende Austragung des spanischen Grand Prix, bei der das Rennen im zweijährlichen Rhythmus zwischen Barcelona und Valencia wechseln würde, verfolgt der Chef des Circuit de Catalunya derzeit nur aus der Rolle des Beobachters. "Darüber wissen wir nichts. Wie lesen nur, was in den Medien berichtet wird, und das ist nicht immer dasselbe. Wir haben darüber noch nichts gehört, daher sollten diese Geschichten aufhören", fordert Servia.

Fotoquelle: xpb.cc

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