Formel 1 2012 — 06.02.2012

Sauber: Geldmangel keine Ausnahmesituation

Monisha Kaltenborn relativiert Gerüchte um einen finanziellen Engpass in Hinwil und bezeichnet die Trennung von James Key als "einvernehmlich"

Der heute vorgestellte Sauber-Ferrari C31 ist zwar nicht jungfräulich weiß, bietet aber doch noch viel Platz für neue Sponsoren. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' klafft deshalb eine Lücke im zweistelligen Millionenbereich im Budget - sogar Bernie Ecclestone soll sich schon Gedanken gemacht haben, wie man helfen kann.

Zudem hat Technikchef James Key überraschend gekündigt und einen Vertrag bei Lotus Cars unterschrieben. Dass sein Posten nicht nachbesetzt werden soll, ist ein Indiz für einen internen Sparkurs. Bei Sauber äußert man sich zu den Gerüchten um die Finanzen nur vage: "Wir sind hier und wir werden in diesem Jahr fahren", erklärt Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn. "Wir haben nie öffentlich über unsere Finanzen gesprochen. So werden wir es auch weiterhin halten."

Mit mehr Geld viel konkurrenzfähiger?

"Ich möchte eines klarstellen: Es gibt derzeit Berichte, in denen es heißt, dass wir keinen neuen Technischen Direktor einstellen, weil uns das Geld fehlt", fährt sie fort. "Wenn man sich die vergangenen 20 Jahre des Teams anschaut, dann hat es aber immer etwas an Geld gemangelt - mal mehr, mal weniger. Sollte es mal keine Lücke mehr geben, dann wird man dies deutlich sehen können. Dann fahren wir nämlich deutlich weiter vorne."

Die Trennung von Key sei "einvernehmlich" zustande gekommen, behauptet die Österreicherin und ergänzt: "Beide Seiten hatten das Gefühl, dass es nicht richtig funktioniert - nicht so, wie beide Seiten sich das eigentlich erhofft hatten. Die jetzige Situation ist ein Resultat dessen. James Key kam in der Übergangsphase zu uns, als wir von einem Werksteam zu einem Privatteam wurden. Er hat uns in dieser Phase sehr geholfen und wir sind ihm sehr dankbar."

Während gemunkelt wird, dass Key mit dem Führungsstil von Kaltenborn und Peter Sauber ebenso wenig glücklich war wie mit den Strukturen in Hinwil, glaubt Kaltenborn daran, dass es richtig ist, Keys Verantwortung auf vier verschiedene Abteilungen zu übertragen: "Wir haben nun eine Struktur installiert, von der wir fest überzeugt sind, dass es die richtige für unser Team ist. Wir sehen das nicht als kurzfristige Lösung, sondern wir halten es langfristig für die beste Struktur."

Key-Weggang wirkt sich nicht unmittelbar aus

"Ich glaube nicht, dass sich der Weggang von James Key spürbar auswirken wird. Wie gesagt: Es hat seit einiger Zeit nicht ganz gepasst", gibt sie zu, dass die Harmonie in den vergangenen Monaten nicht mehr ganz gegeben war. "Die Menschen, die nun die Verantwortung gemeinsam tragen, waren auch zuvor schon verantwortlich für die Leistung des Autos. Es ist nichts ins Wanken geraten. Unser Auto ist fertig, wir haben einen Plan."

Wann genau Key Hinwil verlassen darf, um seinen neuen Job beim LMP2-Projekt von Lotus Cars anzutreten, steht noch nicht fest. "Er ist im Moment noch bei uns in der Firma. Die Details sind nun zu klären", sagt Kaltenborn. Klar ist, dass der 40-Jährige für einen gewissen Zeitraum für kein Formel-1-Team arbeiten darf. Ein Engagement beim Lotus-Rennstall um Kimi Räikkönen ist also vorerst noch kein konkretes Thema.

Fotoquelle: xpb.cc

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